Die Spieler von Darmstadt 98 und BSC Young Boys stehen vor der Tribüne, wo Pyros gezündet werden.

Darmstadt 98 hat es zum Jahresabschluss noch einmal krachen lassen. Mit den Young Boys Bern feierten die Südhessen beim letzten Heimspiel des Jahres die Tradition, gute Freundschaften und ein neues Schmuckkästchen.

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Lilien siegen im neuen "Bölle"

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Das war ein Fußball-Festabend für Bundesliga-Anwärter SV Darmstadt 98. Ein Auftritt von Kult-Sänger Alberto Colucci, eine eindrückliche Choreografie beider Fangruppen und später eine gemeinsame Fan-Party versüßten den überraschenden Vorweihnachtssieg der Hessen über den Schweizer Tabellenführer. Das 2:0 des Zweitliga-Tabellenführers gegen BSC Young Boys durch zwei Tore von Phillip Tietz (24. Minute, 44.) war durchaus ein Coup.

"Wir haben ein ordentliches Spiel abgeliefert und dem Gegner den nötigen Respekt entgegengebracht. Wir wussten, welche Truppe uns da heute bespielen möchte. Das ist immerhin ein Champions-League-Club", sagte Trainer Torsten Lieberknecht. Und fügte über seinen Doppel-Torschützen Tietz an: "Für ihn ist es gut, dass er wieder das Gefühl für das Toreschießen bekommen hat. Er kann sich 14 Tage oder länger darüber freuen." Entscheidend sei aber auch, "wie wir die Tore herausgespielt haben. Da war ein gewisses Muster dabei."

Noch keine Tipps von der Haupttribüne

Der Coach freute sich auch über die Zuschauerkulisse von 10.098 Fans bei einem Testspiel: "Wir wussten um diesen Moment hier und warum heute viele Leute gekommen sind." Erstmals seit Ende 2018 können wieder fast alle Plätze auf allen Tribünen genutzt werden. Einen Tipp von der Haupttribüne hat Lieberknecht nicht bekommen: "Die waren heute alle schockgefroren und haben sich jede Silbe erspart. In Zukunft werde ich mir die Ratschläge anhören - ob ich sie aber berücksichtige, weiß ich nicht."

Der Tag sei "vor allem für die Leute, die seit Jahren und Jahrzehnten die Lilie auf der Brust und im Herzen tragen, ein besonderer. Ich freue mich, dass wir demnächst in diesem Schmuckkästchen Punktspiele bestreiten können." Präsident Rüdiger Fritsch sagte vor dem Spiel über die Lautsprecher: "Es ist eine starke Geschichte, unsere Haupttribüne mit unseren Freunden aus Bern einweihen zu dürfen. Kein anderer Verein wäre geeigneter gewesen."

Die Logen fehlen noch

Noch sind die Arbeiten am Stadion aber nicht ganz abgeschlossen. Auf der Haupttribüne mit 3.000 Sitzplätzen und 950 Business-Seats, deren Neubau im März 2021 gestartet wurde, müssen beispielsweise noch die 20 Logen fertiggestellt werden. Auch an den Innenräumlichkeiten der Tribüne wird noch gearbeitet. Mit "Lieferschwierigkeiten und Preisexplosionen" begründet Geschäftsführer Michael Weilguny die baulichen Verzögerungen. 

Das Stadion fasst nach dem Umbau 17.800 Zuschauer, gegen die Berner gab es ein Fassungsvermögen von 17.100 Plätzen. Der Bau der Gegengerade war Anfang 2020 abgeschlossen worden. Die Kosten für den gesamten Stadionumbau liegen nach Schätzungen bei knapp 50 Millionen Euro.