U17 und U19 kämpfen um Klassenerhalt Drama, Baby! Lilien-Junioren droht doppelter Abstieg

Hochspannung für das Nachwuchs-Leistungszentrum von Darmstadt 98. Die U17 und die U19 der Lilien kämpfen am letzten Bundesliga-Spieltag um den Klassenerhalt. Da beide Spiele zeitgleich beim gleichen Gegner stattfinden, steht NLZ-Leiter Björn Müller vor einem Dilemma.

Die U19-Spieler des SV Darmstadt 98 wollen in Karlsruhe jubeln.
Die U19-Spieler des SV Darmstadt 98 wollen in Karlsruhe jubeln. Bild © Imago Images
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Die Temperaturen am Donnerstagnachmittag klettern trotz heftigen Windes langsam in eine frühlingshaftere Richtung. Wer sich dem Trainingsplatz neben dem Böllenfalltor nähert, hört laute Stimmen. Die U19 von Darmstadt 98 bereitet sich im Schatten des Stadions hochkonzentriert auf das Duell beim Karlsruher SC vor. In der Junioren-Bundesliga steht am Wochenende der letzte Spieltag auf dem Programm.

Lilien-Nachwuchs vor einem "Super-Samstag"

Wie groß die Bedeutung ist, wird ziemlich schnell deutlich. Da ist erstens die hohe Intensität auf dem Platz, die Talente werfen sich in jeden Zweikampf und Torschuss. Und da ist zweitens der prominente Besucher Torsten Lieberknecht.

Der Lilien-Cheftrainer sagt zuvor schon auf der Spieltagspressekonferenz vor dem Duell in Bielefeld: "Die U19 und U17 haben in der A- und B-Junioren-Bundesliga wichtige Spiele vor sich, in denen es um alles geht. Ich wünsche beiden Mannschaften und beiden Trainern viel Erfolg. Ich hoffe, dass sie mutig sind und alles reinwerfen, um die Spiele zu gewinnen." Es zeigt die enge Verzahnung, die bei den Südhessen zwischen Profis und Talenten vorherrscht. Die Nachwuchsarbeit spielt eine enorm wichtige Rolle im Club. Lieberknecht lässt es sich deshalb auch nicht nehmen, die jungen Akteure aus nächster Nähe zu unterstützen.

Ein weiterer Beobachter der Einheit heißt Björn Müller. Der 46-Jährige kehrte nach fünf Jahren zu den Lilien zurück, er ist seit Juli 2022 Sportlicher Leiter des NLZ. Auch Müller fiebert dem Super-Samstag entgegen. Um 13 Uhr ist Anpfiff in Karlsruhe - und zwar parallel für die U19 und die U17. "Die Konstellation ist verrückt. Es ist wohl einmalig, dass zwei Teams zeitgleich am selben Ort um den Klassenerhalt spielen", sagt Müller im Gespräch mit dem hr-sport. Wie genau er mit diesem Dilemma umgehen und wo er sich an diesem Tag auf dem Sportplatz platzieren wird, wisse er noch nicht. Auch bei Müller ist diese Mischung aus gesunder Anspannung und einem Tick Vorfreude deutlich spürbar. Verlieren verboten lautet das Motto.

"Genau für solche Spiele lebt man"

Während die U17 vor einem echten Kellerduell steht und mit einem Sieg den KSC definitiv überholen und so über den Strich springen kann (aktuell auf Abstiegsrang 12), hat es die U19 (Platz 11 ist über dem Strich) mit einem Spitzenteam zu tun. Die Karlsruher belegen Rang zwei, Spitzenreiter Mainz 05 (Duell gegen den Tabellenletzten) wird wohl aber nicht mehr vom Thron zu stoßen sein. "Karlsruhe hat eine homogone Mannschaft. Sie haben nicht wie der Tabellenerste Mainz einzelne Spieler, die herausragen, sondern eine qualitativ geschlossene Truppe auf gleichweg hohem Niveau", beschreibt Müller den Kontrahenten der U19. "Aber wir wittern unsere Chance, in einem Spiel ist alles möglich.

Obwohl beide Mannschaften im Grenke-Jugendstadion antreten, gibt es keine Gemeinschaftsfahrt in das rund 100 Kilometer entfernte Karlsruhe: "Letztendlich agieren beide Teams autonom. Jede Mannschaft geht die Partie in Karlsruhe als einzelnes Endspiel an." Drama, Baby, Drama! "Für alle vier Mannschaften ist das eine besondere Drucksituation", weiß Müller um den Stellenwert der Begegnungen. Er fügt kämpferisch an: "Aber genau für solche Spiele lebt man ja, genau das hat man im Fußball vor Augen: Von totaler Ekstase bis hin zur brutalen Enttäuschung und Wut ist alles möglich. Wie es uns geht, wissen wir direkt nach den Spielen."

Darmstadts Talente haben alles in der eigenen hand

Ob es final Freudentränen oder Tränen der Enttäuschung gibt, liegt auch in der Hand der Lilien-Nachwuchskicker: "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Aber natürlich schauen wir, dass wir ein Ohr auf den anderen Plätzen haben. Unter gewissen Konstellationen sind die Ergebnisse auf anderen Plätzen wichtig." Dennoch gilt für Müller: "Wir gehen vorwärts und haben alles in der eigenen Hand." Im Optimalfall startet am "Super-Samstag" eine Feier, die dann so schnell wohl nicht enden wird.

Quelle: hessenschau.de