Mario Götze beim Spiel gegen Sporting

Im ersten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte ist Eintracht Frankfurt lange die bessere Mannschaft, lässt aber die letzte Zielstrebigkeit vermissen - und wird am Ende eiskalt ausgekontert.

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Klatsche für Eintracht bei Champions-League-Debüt

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Eintracht Frankfurt hat das erste Spiel der Champions-League-Gruppenphase verloren: Am Mittwochabend spielten die Frankfurter gegen Sporting Lissabon 0:3 (0:0). Die Treffer für die Gäste erzielten Marcus Edwards (65.), Francisco Trincao (67.) und Nuno Santos (82.). "Wir haben gesehen, dass die Fehlertoleranz hier viel niedriger ist als in der Europa League. Das müssen wir mitnehmen", sagte Mittelfeldspieler Djibril Sow nach der Partie. (Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.)

Muani taucht direkt frei vor dem Tor auf

Im Vergleich zum Spiel gegen Leipzig (4:0) gab es eine Änderung: Eric-Junior Dina Ebimbe ersetzte den verletzten Kapitän Sebastian Rode. Und durfte schon vor Anpfiff mit seinen Kollegen einen Gänsehaut-Moment erleben, als erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions-League-Hymne durch die Frankfurter Arena schallte.

Und beinahe hätte die Eintracht die Stimmung ganz früh noch mehr zum Kochen gebracht: Randal Kolo Muani tauchte nach einem katastrophalen Fehlpass der Sporting-Defensive frei vor Torwart Antonio Adan auf, der den Schuss aber mit dem langen Bein parieren konnte (2. Minute). Zehn Minuten später mussten die Frankfurter eine Schrecksekunde überstehen: Lissabons Stürmer Edwards trat Christopher Lenz im Strafraum auf den Fuß und fiel. Der Schiedsrichter pfiff zunächst Elfmeter, nahm diesen nach Videostudium aber korrekterweise wieder zurück.

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Lindström und Kamada kombinieren ohne Ertrag

Die Eintracht überließ dem Gast in der Folge oft den Ball und konzentrierte sich aufs Pressing - mit Erfolg. Lindström schnappte sich einen verunglückten Pass von Adan und spielte Kamada frei, dessen Ablage Kolo Muani aber nicht fand (16.). Ähnlich sah es in der 30. Minute aus, als Kamada nach Lindström-Pass von der Grundlinie selbst den Torabschluss suchte, anstatt Kolo Muani zu bedienen. Kurz vor der Pause fand eine Hereingabe des umtriebigen Lindström Kolo Muani ebenfalls nicht, die Sporting-Defensive mit Hidemasa Morita und Matheus Reis legte sich den Ball jedoch beinahe selbst ins Tor.

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0:3 - die Königsklassen-Premiere der Eintracht in der Audio-Reportage

Szene aus der Partie Eintracht gegen Lissabon
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Und Sporting Lissabon? Die Portugiesen konnten mit ihrem Ballbesitz kaum etwas anfangen und kamen nur einmal gefährlich vor das Tor. Edwards drang in den Strafraum ein, schlug einige Haken und schoss gegen die Laufrichtung von Kevin Trapp, der aber zur Stelle war (35.). Insgesamt war die erste Champions-League-Halbzeit der Eintracht eine gute, aber eben nicht von Erfolg gekrönt.

Sporting-Doppelschlag schockt die Eintracht

In der zweiten Hälfte rollte der Frankfurter Pressing-Zug direkt weiter: Mario Götze nutzte die schläfrige Sporting-Defensive und klaute im Strafraum den Ball. Der anschließende Abschluss von Kamada wurde in letzter Sekunde geblockt (52.). Auf der Gegenseite hinterließen die Portugiesen eine Duftmarke mit einem Schuss von Pedro Porro, der allerdings ans Außennetz ging (57.).

In der 65. Minute stellte Edwards dann den Spielverlauf auf den Kopf: Der gefährlichste Spieler der Sporting-Offensive wurschtelte sich im Strafraum durch, seinen Schuss fälschte Ebimbe ab, sodass der Ball unhaltbar hinter Trapp ins Netz ging - 0:1 aus Frankfurter Sicht. Und damit nicht genug: Nur zwei Minuten später überspielte Lissabon das bis dahin so gute Pressing der Hausherren. Im Strafraum war es wieder Edwards, der die Übersicht behielt und Trincao das 0:2 mustergültig auflegte.

Marcus Edwards trifft zum 1:0 für Sporting

Ein Konter macht den Deckel drauf

Die Eintracht versuchte sich in der Folge wieder aufzurappeln, mehr als ein Fernschuss von Kolo Muani (78.) und ein Freistoß von Luca Pellegrini (81.) sprangen aber nicht raus - beide gingen deutlich drüber. Sporting machte dagegen den Deckel drauf, als Nuno Santos Trapp am Ende eines Konters zum 0:3 überwinden konnte (82.) - zugleich das Endergebnis.

Die verunglückte Champions-League-Premiere kann die Eintracht allerdings schon in der kommenden Woche vergessen machen: Am Dienstag (21 Uhr) geht es im zweiten Gruppenspiel zu Olympique Marseille.

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Eintracht Frankfurt – Sporting Lissabon 0:3 (0:0)

Frankfurt: Trapp - Jakic (84. Knauff), Tuta, Ndicka, Lenz (46. Pellegrini) - Ebimbe (67. Borre), Sow – Lindström (74. Alario) Götze, Kamada (84. Hasebe) - Kolo Muani
Lissabon: Adan - St.Juste (52. Neto), Coates, Inacio - Porro, Morita, Ugarte, Reis - Trincao (79. Paulinho), Goncalves (79. Santos) - Edwards (73. Rochinha)

Tore: 0:1 Edwards (65.), 0:2 Trincao (67.), 0:3 Santos (82.)
Gelbe Karten: Jakic, Ndicka / Morita

Schiedsrichter: Grinfeld (Israel)
Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)

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