Nach Last-Minute-Verkauf zu PSG Eintracht ohne Kolo Muani, aber mit mehr Offensiv-Freiheit

Nach dem Verkauf von Randal Kolo Muani stellt sich die Frage: Wie sieht die Offensive der Eintracht in Zukunft aus? Frankfurts Trainer Dino Toppmöller setzt auf viel Freiheit, Kreativität und Vertrauen.

Omar Marmoush und Randal Kolo Muani mit Blick auf Ball.
Marmoush könnte Kolo Muani in der Offensive langfristig ersetzen. Bild © Imago Images
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Es war der Schlusspunkt eines völlig verrückten Deadline Days: In der Nacht von Freitag auf Samstag einigten sich Eintracht Frankfurt und Paris St. Germain doch noch auf einen Transfer von Randal Kolo Muani. Der Stürmer erhält in Paris einen Fünfjahresvertrag – die Hessen im Gegenzug eine Ablösesumme in Höhe von 95 Millionen Euro. Es ist der Rekordtransfer in der Vereinsgeschichte.

Doch der alte Spruch "Geld schießt keine Tore" wird zunächst für die Eintracht gelten, denn die Frankfurter haben zwar jetzt einen dicken Geldbeutel, aber mit dem geschlossenen Transferfenster deutlich weniger Möglichkeiten, sich personell zu verstärken: Nur noch vereinslose Spieler könnten dazukommen. Wie am Samstag das Portal Fussballtransfers berichtet, denken die Hessen über die Verpflichtung vom vereinslosen Anthony Modeste nach.

Toppmöller setzt auf mehr Freiheiten

Trainer Dino Toppmöller wird sich also Gedanken machen müssen, wie er in Zukunft – ohne Kolo Muani – offensiv spielen lassen möchte. Schon vor dem Play-off-Rückspiel in der Conference League gegen Levski Sofia war das seine Aufgabe. Dabei entschied sich Toppmöller für Mario Götze, Paxten Aaronson und Omar Marmoush im Sturm.

"Mir ist extrem wichtig, dass wir den Spielern im letzten Drittel viel Freiheit geben, sich selber Situationen zu kreieren", so Toppmöller vor dem Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Köln (15.30 Uhr) und weiter: "Das ist das, was den Fußball ausmacht: selbstständige Entscheidungen und Kreativität."

Chaibi als neuer Kreativspieler

Genau diese Kreativität könnte Neuzugang Farés Chaibi auf den Platz bringen. Der 20 Jahre alte Algerier gilt als Nachfolger von Daichi Kamada, der die Eintracht in Richtung Rom verlassen hat. Chaibi kann auf beiden Flügeln spielen und könnte stark von Toppmöllers gegebenen Freiheiten in der Offensive profitieren.

"Er ist ein Spieler, der uns in der fußballerischen Qualität extrem weiterhelfen wird", ist sich Frankfurts Trainer sicher. Chaibi hat unter der Woche bereits mit der Mannschaft trainiert und stellt damit für das Köln-Spiel schon eine Option da.

"Nicht einfach, wenn die drei besten Torschützen wegbrechen"

Im Laufe eines Monats hat sich die Offensive der Eintracht also stark verändert: Daichi Kamada, Jesper Lindström und Randal Kolo Muani sind weg. "Es ist für keine Mannschaft einfach, wenn die drei besten Torschützen wegbrechen", gibt Toppmöller zu.

Gleichzeitig scheinen Omar Marmoush und Jessic Ngankam mit ihren Einsätzen Selbstvertrauen zu tanken und sollen es auch weiterhin tun: "Wir haben viele gute Offensivspieler. Deshalb habe ich auch für die Jungs um Geduld geworben. Wir wollen sie entwickeln, damit sie auch extrem torgefährlich werden", so Toppmöller. Kamada, Lindström und Kolo Muani hätten auch "diesen Prozess bei der Eintracht" durchgemacht.

Fokus: Spieler entwickeln

Vertrauen schenken und Spieler weiterentwickeln – das ist die Herangehensweise, zu der es nun keine Alternative gibt: Von den gehandelten Stürmer-Kandidaten wie Hugo Ekitiké oder auch Niclas Füllkrug wechselte keiner zu den Adlerträgern.

Die Eintracht hat in den vergangenen Spielzeiten aber schon mehrmals bewiesen, dass sie Spieler sehr gut entwickeln kann. Und falls nicht: Am 1. Januar 2024 öffnet das nächste Transfenster und dort haben die Hessen – mit den 95 Millionen Euro durch den Verkauf von Kolo Muani – dann ganz andere finanzielle Möglichkeiten.

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Sendung: hr3, 02.09.23, 9 Uhr

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Quelle: hessenschau.de/Simon Schäfer