Eintracht vor Union-Spiel Oliver Glasner: Was ich von Carlo Ancelotti gelernt habe

Nach dem Champions-League-Aus trifft Eintracht Frankfurt in der Bundesliga auf Union Berlin. Trainer Glasner kann dabei wieder auf Topstürmer Kolo Muani setzen – und gab im Vorfeld eine Anekdote vom Supercup gegen Real Madrid zum Besten.

Ancelotti umarmt Glasner
Präsgende Begegnung: Ancelotti und Glasner herzen sich in Helsinki Bild © picture-alliance/dpa
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Glasner bei PK
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16 Tore und zwölf Vorlagen – und das in 34 Pflichtspielen: Wie wichtig Randal Kolo Muani für die Frankfurter Eintracht ist, ist schnell geklärt. Beim Aus in der Champions League in Neapel fehlte der Franzose wegen einer Rot-Sperre, am Sonntag (15.30 Uhr, live im Audiostream bei sportschau.de) kehrt er in der Partie bei Union Berlin in die Frankfurter Startelf zurück.

Dann soll es in der Offensive bei den Hessen wieder besser laufen, vom Powerfußball vor der WM-Pause war zuletzt wenig zu sehen. Die Frage, ob zu viel Verantwortung auf Kolo Muani allein liege, beantwortete Trainer Oliver Glasner auf der Pressekonferenz vor dem Union-Spiel mithilfe einer Anekdote vom Supercup gegen Real Madrid im Sommer 2022.  

"Da wird Glasner nicht gescheiter sein als Ancelotti"

Dort hatte Glasner mit Real-Trainer Carlo Ancelotti über die zurückliegende Saison gesprochen – und die 0:4-Heimpleite von Real gegen Barcelona wenige Wochen vor dem legendären 3:2-Sieg der Frankfurter im Camp Nou. "Puh, sind die gut", dachte Glasner nach dem beeindruckenden Barca-Auftritt.

"Nein, nein. Karim (Benzema, Anm. d. Red.) hat gefehlt", antwortete Ancelotti trocken. "Dann haben wir keine Chance gegen Barca." Was Glasner aus dem Gespräch mit dem 63 Jahre alten Fußballlehrer mitgenommen hat: Du brauchst immer deinen besten Spieler. "Da kann und will und wird der Oliver Glasner nicht gescheiter sein als Carlo Ancelotti."

"Wir brauchen seine Qualitäten, um erfolgreich zu sein"

Was das mit Kolo Muani zu tun hat? "Wir sind nicht abhängig von Kolo – aber wir brauchen seine Qualitäten, um erfolgreich zu sein", so Glasner. Er sei ein Spieler, der im Fokus stehe. Und dennoch brauche man das Kollektiv, betonte Glasner. "Wir brauchen eine funktionierende Mannschaft, um diese Qualitäten einsetzen zu können." Andre Silva habe seine 28 Tore zu Frankfurter Zeiten auch nicht im Alleingang erzielt.

Rode fehlt gegen Union mit Gelbsperre

Vom Supercup zurück in die Bundesliga: Gegen Union wollen die Frankfurter in der Liga im Kampf um Europa wieder in die Spur kommen – um im kommenden Jahr möglichst wieder auf Größen wie Benzema und Co. zu treffen.

Bis auf Kapitän Sebastian Rode (Gelbsperre) steht Glasner der Kader aus dem Gastspiel in Italien plus eben Kolo Muani zur Verfügung. Junior Dina Ebimbe befindet sich nach Verletzung zwar wieder im Mannschaftstraining, soll aber noch keine Option sein. 

Die mögliche Aufstellung der Eintracht gegen Union Berlin
So könnte die Eintracht gegen Union Berlin spielen. Bild © hessenschau.de

Der Trainer muss keine Peitsche zücken

Nach dem Aus in Neapel befürchtet Trainer Glasner keine Motivationsprobleme, im Gegenteil. Die Mannschaft brauche "keinen, der mit der Peitsche dahinter steht. Die wollen das alle selber", sagte der Österreicher. Die Spieler hätten nach der ersten Enttäuschung "einen sehr positiven Eindruck" gemacht, berichtete Glasner.

Ob die Frankfurter wie in Neapel auch gegen Union wieder mit Vierer- statt Dreierabwehrkette auflaufen, ließ Glasner offen. "Ich denke, dass wir das als Option auf jeden Fall in der Hinterhand haben." Und wer weiß: Sollte Rückkehrer Kolo Muani in Berlin entscheidend treffen, dürfte Glasner erneut an Ancelotti denken.

Quelle: hessenschau.de/Bernhard Böth, dpa, SID