Robuster Zweikämpfer: Robin Koch (rechts).

Robin Koch steht im deutschen Aufgebot für die EM. Viele mag das überraschen, für den Bundestrainer aber gibt es auch gute Argumente, den Eintracht-Verteidiger beim Team zu belassen.

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Frankfurts Koch bei der EM dabei

Robin Koch im DFB-Dress
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Des einen Freud, des anderen Leid: Während der Frankfurter Robin Koch endgültig im EM-Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann steht, fliegt der Stuttgarter Alexander Nübel aus dem Aufgebot, wie der Bundestrainer am Freitagabend mitteilte. Der VfB-Torhüter war als Nummer vier berufen worden, erhielt unter anderem den Vorzug vor Eintracht-Keeper Kevin Trapp, sollte ursprünglich einen festen Platz im Kader erhalten, bis sich Nagelsmann doch noch anders entschied. Als Grund nannte er, dass Leroy Sané weiterhin angeschlagen sei und deshalb ein zusätzlicher Feldspieler beim Turnier dabei sein solle.

Koch also wird zum deutschen EM-Team gehören, was durchaus überrascht, nimmt er doch lediglich die Rolle als fünfter Innenverteidiger ein. Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) und Antonio Rüdiger (Real Madrid) sind gesetzt, dahinter liegen in der Gunst Nagelsmanns den Eindrücken zufolge Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) sowie Waldemar Anton (VfB Stuttgart) vor dem Eintracht-Abwehrchef.

Koch allerdings brachte zuletzt im Vorbereitungscamp Argumente für sich ein: Im Training gab er Vollgas, verhielt sich abseits des Feldes tadellos und kann im Zweifel auch als Sechser vor der Abwehr spielen.

Koch der einzige Eintracht-Stammspieler bei der EM

Kochs Arbeitgeber, die Eintracht, freut sich riesig mit ihrem Spieler über dessen EM-Teilnahme. Sie empfindet diese als verdient, erfüllte Koch in seinem ersten Jahr bei den Hessen doch fast alle Erwartungen. Er war unumstrittener Abwehrchef, wird das auch bleiben und gilt als heißer Kandidat auf die Kapitäns-Nachfolge von Sebastian Rode. Zwar soll sich intern manch einer etwas mehr Anführer-Mentalität vom Pfälzer gewünscht haben, was aber künftig noch werden kann.

Koch ist damit der einzige Frankfurter Stammspieler, der an der EM teilnehmen wird. Ersatz-Ersatz-Ersatz-Torwart Simon Simoni fiel noch aus dem Aufgebot Albaniens, ebenso wie der schon als fixer Neuzugang feststehende, allerdings noch nicht offiziell verkündete Can Uzun aus dem türkischen. Willian Pacho wird für Ecuador noch die Copa America spielen, Jean-Matteo Bahoya mutmaßlich für Frankreich die U19-EM.

Toppmöller freut sich auf vollen Trainingsplatz

Alles in allem ist das jedoch eine eher geringe Anzahl an Eintracht-Spielern, was aus Vereinssicht als gar nicht mal so schlecht empfunden wird, wie Sportvorstand Markus Krösche unlängst erklärte. Eine Vorbereitung mit der nahezu kompletten Mannschaft zu absolvieren, mache es Trainer Dino Toppmöller nun mal leichter, seine Formation einzuspielen.

"Es ist anders als im letzten Jahr", sagt Krösche. Damals standen zwar keine Titelkämpfe für die Nationalteams an, Toppmöller aber hatte lange Zeit recht viele offene Baustellen in seinem Kader. Auch können somit kaum Frankfurter Fußballer im EM-Rampenlicht glänzen und womöglich für Interesse bei anderen Clubs sorgen. Selbst Robin Koch dürfte die allermeiste Zeit des Turniers auf der Ersatzbank verbringen.

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