Richter über deutschen Nachwuchs Eintracht-Nachwuchsboss: "Wir sind weit hintendran"

Eintracht Frankfurts Nachwuchs-Boss Alexander Richter sieht den deutschen Nachwuchs im internationalen Vergleich abgeschlagen. Die geplante Reform des Nachwuchsfußballs begrüßt er ausdrücklich.

NLZ-Chef Alexander Richter
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Torjubel von Nacho Ferri und Mehdi Loune (li) mit weiteren Eintracht-Kollegen. Text: Heimspiel - Wie gut ist unser Nachwuchs wirklich? / Logo: Eintracht Frankfurt Regional
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Eintracht Frankfurts Nachwuchs-Boss Alexander Richter hat die umstrittene Reform der Nachwuchsförderung im deutschen Fußball verteidigt. "Ich finde die Kritik nicht angemessen. Für die Entwicklung der Kinder ist das richtig gut. Die Idee sollte genau so umgesetzt werden", sagte Richter am Montagabend im hr heimspiel.

Die vom DFB 2022 beschlossene Reform sieht weitreichende Änderungen im Nachwuchsfußball vor. Ab der Saison 2024/25 sollen zum Beispiel in den Altersklassen U6 bis U11 neue Spielformen verbindlich werden, die die bisherigen Wettbewerbsangebote als feste Formate ablösen. Gegen die einstimmig beschlossene Reform wetterte zuletzt etwa BVB-Boss Aki Watzke.

"Das hätte er sich sparen können"

"Das hätte er sich aus meiner Sicht sparen können", konterte nun Richter. Die Reform ziele in erster Linie auf die ganz jungen Kicker, denen so mehr Spaß und vor allem mehr Ballkontakte ermöglicht werden sollen. "Natürlich musst du in der C- und D-Jugend mal um eine Meisterschaft spielen. Aber ein Spiel auf vier Tore bringt den Kindern bei, zu verschieben. Aber sie wissen das gar nicht. So lernen sie taktische Sachen, aber ohne Anleitung, sondern im Spiel. Kinderfußball so umzusetzen, finde ich absolut top", so Richter.

Im internationalen Vergleich sieht Richter dringend Handlungsbedarf in der Nachwuchsförderung. "Die Technik sehe ich als ganz zentralen Punkt. Das sehe ich auch bei uns, wenn ich über die Plätze gehe. Welches technische Niveau da herrscht, da sind wir ganz weit hintendran gegenüber anderen Ländern", so Richter.

"Das ist ein Spagat"

Ebenfalls nicht förderlich sei der Zwiespalt zwischen Ergebnisdruck und Ausbildungsauftrag, in dem sich viele Trainer in den NLZ befänden. "Das ist ein Spagat". Wichtiger als der Tabellenplatz am Ende der Saison sei jedoch die Ausbildung der Talente.

Auch eine fehlende Einheitlichkeit in der Ausbildung bemängelte Richter. "Ich kenne NLZ, in denen jeder Trainer in jedem Jahrgang spielen lässt, wie er will. Aber das muss aufeinander aufbauen. Sonst hast du keine Chance, dass am Ende oben Topspieler rauskommen."

"... dann sind wir auf dem richtigen Weg"

Bei der Eintracht stünden mittlerweile einige interessante Talente für die Nachwuchsmannschaften auf dem Platz. "Mit Noel Futkeu, Nacho und Elias Baum haben gerade drei U21-Spieler bei den Profis mittrainiert", so Richter. "Wenn das Fenster bei den Profis aufgeht, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Dafür wollen wir uns auch einen Namen machen. Wenn wir hinterher im Stadion sitzen und einer der Spieler aufläuft, da kriegst du Gänsehaut. Das ist das, wofür wir das machen."

Quelle: hessenschau.de