Igor Matanovic

Beim Karlsruher SC schafft Igor Matanovic den Durchbruch, nun soll die Entwicklung bei Eintracht Frankfurt weitergehen. Das könnte klappen. Auch weil die Eintracht den Stürmertyp Matanovic noch nicht in ihren Reihen hat.

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Markus Krösche und seine Zukunftspläne mit der Eintracht

Markus Krösche zeigt nach links
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Es war das Sahnehäubchen auf eine Sahnesaison: Hinter Spielern wie Ivan Perisic oder Andrej Kramaric, den offensiven Stars im Kader der kroatischen Nationalelf für die Europameisterschaft, stand auf der Nachrückerliste ein Name, der dort nicht unbedingt zu erwarten gewesen war: Igor Matanovic, seines Zeichens Mittelstürmer in Diensten von Eintracht Frankfurt, vergangene Saison verliehen an den Zweitligisten Karlsruher SC.

"Das ist eine große Ehre für mich und spiegelt einfach das ganze Jahr wider", sagte Matanovic unlängst im Interview mit dem Kicker zu seiner Nominierung als Nachrücker. Und tatsächlich: In Karlsruhe erzielte Matanovic 14 Saisontore, derer sieben bereitete er vor. All das machte er so gut, dass die Eintracht schon im März den Vertrag bis 2029 verlängerte. "Er ist ehrgeizig und hat sich sehr gut weiterentwickelt. Wir sind glücklich darüber, dass er langfristig bei der Eintracht spielen wird", sagte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche im März.

Matanovic: "Die Eintracht hat immer auch von solchen Typen profitiert"

Bei den Hessen steht Matanovic bereits seit 2021 unter Vertrag, ein Pflichtspiel hat er aber noch nicht für die Eintracht absolviert. Zwecks Spielpraxis wurde der gebürtige Hamburger zwei Jahre lang an den FC St. Pauli verliehen, beim ambitionierten Zweitligisten sollte Matanovic reifen. Allein, es kam anders. In Hamburg wartete man vergebens auf den Durchbruch des damaligen deutschen U-Nationalspielers. In der Saison 2021/22 traf er nur zwei Mal, in der Saison 22/23 überhaupt nicht mehr. Beim Kiezclub dachte man zeitweise gar darüber nach, die Leihe vorzeitig zu beenden.

Umso erstaunlicher die Leistungsexplosion in Karlsruhe, wo Matanovic als Wandspieler neben dem wuseligen Budu Siwsiwadse zum Leistungsträger mutierte. Eine Rolle – Wandspieler, nicht Leistungsträger – die man Matanovic nun auch in Frankfurt zutraut. "Mit meiner Statur kann ich im Sturm eine Facette einbringen, wie sie Frankfurt zuletzt nicht mehr hatte", sagte Matanovic dem Kicker. "Die Eintracht hat immer auch von solchen Typen profitiert."

Matanovic: "Ich liebe einfach die Zweikämpfe"

Tatsächlich hat die Eintracht aktuell keinen Wandspieler in ihren Reihen. Mal wieder, will man sagen. Winter-Leihgabe Sasa Kalajdzic riss sich das Kreuzband, Hugo Ekitiké ist eher Typ eleganter Sprinter, der die Tiefe sucht, ähnlich wie Omar Marmoush oder auch zuvor Randal Kolo Muani. Einen echten Klotz in der Strafraummitte, der nicht nur, aber auch über seine Körperlichkeit kommt, Bälle festmacht und weiterleitet, klatschen lässt, hatte die Eintracht seit dem Abgang von Bas Dost nicht mehr. Genau da sieht Matanovic, 1,94 Meter groß, 90 Kilo schwer, seine Stärken.

Zumal dann, wenn ein Spielertyp wie Ekitiké an seiner Seite spielt. "Generell habe ich gerne flinke Spieler um mich herum, die viele Laufwege in die Tiefe machen", so Matanovic. "Kopfballverlängerungen gehören zu den Stärken, die ich dann besonders gut einbringen kann. Und ich liebe einfach die Zweikämpfe gegen große, starke Innenverteidiger, mich mit ganzer Wucht in die Duelle zu werfen, mich zu wehren."

"Igor kommt zurück"

"Igor kommt zurück. Man sieht bei ihm, wie gut es tut, wenn man regelmäßig Spielzeit über 90 Minuten bekommt", sagte Krösche auf der Saisonabschluss-Pressekonferenz. Schon im letzten Sommer durfte Matanovic bei der Eintracht die Vorbereitung mitmachen, traf sogar verlässlich in den Testspielen, der Club zog ihm dann aber Jessic Ngankam vor. Diesmal darf es ruhig ein bisschen mehr sein als Training, die Bundesliga nämlich. Und wer weiß, vielleicht rückt Matanovic dann irgendwann auch von der Nachrückerliste in den Kader der kroatischen Nationalmannschaft.