Robin Koch in der Trainingsjacke des DFB.

Robin Koch stand schon als Kind in der Bundesliga auf dem Platz. Als Abwehrchef von Eintracht Frankfurt fährt er nun zur EM – und hat seinen berühmten Vater überflügelt.

Man kann schon sagen, dass der Weg in die Bundesliga für Robin Koch ein wenig kürzer war als für andere. Zumindest stand Koch schon als Kind auf dem Rasen der Bundesliga, nach den Spielen an der Hand von Vater Harry nämlich, als dieser für den 1. FC Kaiserslautern kickte. Er kennt den ganzen Zirkus also tatsächlich von Kleinauf, ist ein echtes Kind der Bundesliga.

Der Weg zum Profi war freilich dennoch beschwerlich, doch Robin Koch führt in Diensten von Eintracht Frankfurt mittlerweile fort, was Vater Harry in Kaiserslautern zur Legende machte: kompromissloses Verteidigen, Kampfgeist als Modus Operandi, ehrliche Fußballarbeit. "Robin ist ein Typ, der auf und neben dem Platz vorangeht und Verantwortung übernimmt", freute sich Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche anlässlich der Verpflichtung im Sommer 2023. Und er sollte Recht behalten. Mittlerweile ist Koch klarer Abwehrchef der Hessen.

"Er kann das Spiel lesen und den 'tödlichen Pass' spielen"

Der Weg dahin war allerdings nicht unbedingt jener, den die meisten Fußballprofis heute gehen. Nach ein paar Jahren bei den Bambinis von Lautern zog Familie Koch in die Eifel, wo Robin für den SV Dörbach kickte. Anschließend ging es zu Eintracht Trier. Gehobenes Niveau, aber auch keine jener NLZ-Karrieren die heute Usus sind.

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EM-Fahrer mit Hessen-Bezug

Drei Spieler mit Hessen-Bezug stehen im EM-Kader der deutschen Mannschaft. Neben Robin Koch sind das der gebürtige Frankfurter Emre Can sowie Jamal Musiala, der einst in Osthessen das Kicken lernte. Zudem ist Klaus Gjasula bei der Europameisterschaft dabei. Der Albaner spielt seit drei Jahren für Darmstadt 98. Der türkische Nationalstürmer Cenk Tosun wurde in Wetzlar geboren und bei der Eintracht fußballerisch ausgebildet.

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Kurios: Ausgerechnet seiner Zweikampfschwäche in der Jugend ist es zu verdanken, dass Koch ins Abwehrzentrum rückte. Zunächst kickte Koch Junior nämlich im Mittelfeld und wurde gar zu DFB-Sichtungslehrgängen eingeladen. "Er kann das Spiel lesen und den 'tödlichen Pass' spielen", sagte sein Vater damals. Weil dem Trierer Trainer aber Kochs Zweikampfverhalten nicht gefiel, setzte er ihn als Verteidiger ein, um ebenjenes zu schulen. Vorübergehend, hieß es damals.

"Man ist schon stolz, wenn der Junge das erreicht"

Aber offensichtlich mit durchschlagendem Erfolg, aus dem vorübergehenden Positionswechsel wurde eine Profikarriere. Bei Trier sammelte Koch erste Erfahrungen im Herrenbereich, dann klopfte die alte Liebe aus Lautern an, wo er in der Zweiten Liga reüssierte. Bei Christian Streich in Freiburg schließlich reifte Koch zum Nationalspieler. "Von der Planung her war es natürlich unsere Hoffnung, dass er irgendwann in der Nationalmannschaft spielt", sagte Koch Senior damals. "Man ist schon stolz, wenn der Junge das erreicht."

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Acht Partien für Deutschland sind seither dazugekommen, nur, muss man sagen, auch weil Koch 2020 den Sprung zu Leeds United nach England wagte und dort, trotz überwiegend guter Leistungen, ein wenig aus dem Fokus der Nationalmannschaft geriet. Auch deshalb der Wechsel zu Eintracht Frankfurt im vergangenen Jahr, "Mein größtes Ziel ist die Rückkehr in die Nationalmannschaft", sagte er damals.

Backup bei der EM

Gesagt, getan! Auch wenn Koch bei der Europameisterschaft nur Backup sein dürfte. Aber man weiß ja nie, wie der Fußball so spielt. Seinen berühmten Vater hat Koch in der Hinsicht übrigens schon überflügelt. Harry Koch ist zwar Meister und Pokalsieger, außerdem eine Legende beim FCK. Aber ein Länderspiel bestritt er nie.

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Huch, wie siehst Du denn aus? Eintracht-Stadion im EM-Look. | hessenschau Sport vom 12.06.2024

hs 12.06.2024
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