Eintracht-Trainer Dino Toppmöller.

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche weilt seit Wochenbeginn wieder in Deutschland - und steckt tief drin in der Saison-Analyse mit Dino Toppmöller. Jeder Tag, der vergeht, hilft dem Trainer eher nicht.

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Krösche begann nach dem Leipzig-Spiel mit der kritischen Saison-Aufarbeitung

Der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche.
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Der Nachrichtenwert rund um den an Nachrichten selten armen Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt ist dieser Tage gering. Klar, die Japan-Abschiedstour von Makoto Hasebe hatte schon etwas Spezielles, ansonsten aber kratzen die Meldungen dann doch ziemlich an der Belanglosigkeit. Außer vielleicht: Dennis Schmitt neuer Cheftrainer. Freilich, die Allermeisten werden es geahnt und ihren Puls schnell wieder gesenkt haben, eben nicht von der Erstliga-Elite der Eintracht, sondern lediglich beim zweiten Team in der Viertklassigkeit.

Eine langweilige Sommerpause also? Mitnichten. Denn fernab der Fakten brodelt die Gerüchteküche, schwelt die Trainer-Frage. Muss er gehen? Darf er bleiben? Gemeint ist selbstverständlich Dino Toppmöller, der junge Coach, der seine erste Erstliga-Runde auf Rang sechs beendete und dennoch um seine Weiterbeschäftigung bangen muss - aus diversen Gründen.

Die Woche der Entscheidung

Es war ein anfangs zwar überraschender und dennoch smarter Schachzug des Frankfurter Sportvorstands Markus Krösche, sich am letzten Spieltag etwas Zeit zu verschaffen. Eine ausführliche Analyse sei notwendig, hieß es am Abend des 18. Mai, um diese seltsame Saison mit den vielen Widersprüchen (hauptsächlich zwischen Leistung und Ertrag) auch angemessen aufarbeiten zu können. Die benannte Japan-Reise des Managers als Begleiter Hasebes passte ebenfalls gut rein. Erstmal alles sacken lassen.

Doch Zeit ist nun mal im hektischen Fußball-Business ein seltenes Gut. Wird sie auf dem Rasen ausgereizt, droht bei lästigem Zeitspiel eine Verwarnung. Krösches Ansatz hat insofern funktioniert, nun aber wird er alsbald liefern müssen. Das weiß er natürlich, steckt im intensiven Austausch mit dem Coach, weshalb es dem Vernehmen nach im Idealfall in dieser Woche zu einer Entscheidung kommen soll.

Verschiedene Tendenzen in den Medien

Dino Toppmöller - ja oder nein? Eine einfache Frage mit offenbar komplexer Antwort. Für und Wider sind längst benannt und werden je nach Medium durchaus unterschiedlich gedeutet. Während etwa die Bild-Zeitung – mehr oder weniger - mit einem Verbleib des Trainers rechnet, tendieren viele andere Medien in eine andere Richtung.

Klar ist: Je länger Krösche und die weiteren Verantwortungsträger im Club die Entscheidung hinauszögern, desto mehr schwächen sie den ohnehin nicht gerade vor Stärke strotzenden Coach. Dieser sitzt derzeit nicht selbst am Steuer, sondern ist lediglich Beifahrer - und muss schauen, wohin ihn die Analyse am Ende bringt.

Mittlerweile sind zehn Tage seit der Wackel-Trainer-Aussage vergangen, seit Montag weilt Krösche zudem wieder auf deutschem Boden, da lassen sich doch gewiss etliche Eindrücke zusammentragen. Ob auch das Champions-League-Finale am Samstag eine Rolle spielt, welches über eine Königsklassen- oder Europa-League-Teilnahme der Hessen entscheidet, ist Spekulation.

Kommunikative Herausforderungen

Sollte tatsächlich ein zweites Jahr für Toppmöller bei der Eintracht beschlossen werden, würden die Frankfurter auch kommunikativ vor einer Herausforderung stehen. Schließlich sollte in diesem Fall die Trainer-Debatte ja nicht nach der ersten Niederlage (oder einer schwachen Leistung) prompt von vorne beginnen. Es würde dann darum gehen, den Trainer wieder stark zu machen und dabei glaubhaft zu bleiben.

Dieses Vabanquespiel zu schaffen ist möglich, gerade für die üppig besetzte Medien-Abteilung des Clubs sowie den wortgewandten Manager, von Tag zu Tag aber wird die Aufgabe zumindest nicht leichter. Vor allem braucht sie eine hunderprozentige Überzeugung beim den Sport verantwortenden Markus Krösche. Oder aber es kommt letztlich doch ein anderer Fußballlehrer. Zeit genug für die Sondierung des Marktes hatte die Eintracht jedenfalls.

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