Nach Niederlage gegen Saarbrücken Angeschlagener SVWW hat Sehnsucht nach dem VAR

Der SV Wehen Wiesbaden lässt gegen Saarbrücken die Durchschlagskraft vermissen und hadert mit Schiedsrichter-Entscheidungen. Der schlechte Start der Wiesbadener in die Englische Woche holt einige Konkurrenten zurück in den Aufstiegskampf.

Frust bei SVWW-Stürmer John Iredale
Frust bei SVWW-Stürmer John Iredale Bild © Imago Images
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Wiesbaden unterliegt Saarbrücken

SVWW
Bild © IMAGO / Jan Huebner
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Über den VAR wird im Fußball gerne geschimpft – SVWW-Trainer Markus Kauczinski hatte nach dem 0:2 gegen Saarbrücken am Sonntag allerdings Sehnsucht nach Video-Unterstützung für die Unparteiischen. "Ich hätte mir heute einen Videoschiedsrichter gewünscht", sagte er nach dem Spiel.

Aufreger gab es aus Sicht des SV Wehen Wiesbaden gleich drei: In der zweiten Minute trat Saarbrückens Julian Günther-Schmidt SVWW-Keeper Arthur Lyska beim Versuch, den Ball zu spielen, voll ins Gesicht. Lyska musste kurze Zeit später benommen vom Feld, Günther-Schmidt kam mit Gelb davon. "Da kann es auch gerne mal Rot geben", grollte Kauczinski. Der auch mit dem ausbleibenden Elfmeterpfiff kurz vor der Pause haderte, als Benedict Hollerbach von den Beinen geholt wurde.

Julian Günther-Schmidt trifft SVWW-Keeper Arthur Lyska im Gesicht.
Julian Günther-Schmidt trifft SVWW-Keeper Arthur Lyska im Gesicht. Bild © Imago Images

Die Durchschlagskraft fehlt

Außerdem wollte der Trainer eine Abseitsstellung der Saarbrücker vor dem Führungstor von Adriano Grimaldi in der 81. Minute gesehen haben, die durch Bilder allerdings nicht eindeutig belegt werden konnte. "Sie mag klein gewesen sein, aber ich habe sie zumindest erkannt", so Kauczinski. Der 53-Jährige erkannte aber auch, was seiner Mannschaft in einem ausgeglichenen und taktisch geprägten Spiel fehlte: "Wir haben gesehen, dass wir nach vorne zulegen müssen. In der Durchschlagskraft waren wir nicht so präsent."

Tatsächlich erspielte sich der SVWW kaum Chancen, in der Offensive fehlten die Verletzten Ivan Prtajin und Thijmen Goppel an allen Ecken und Enden – auch wenn Sascha Mockenhaupt die vielen Ausfälle nicht als Ausrede gelten lassen wollte: "Wir machen uns da keinen Kopf, der Kader ist insgesamt gut genug. Es ist relativ egal, wer bei uns spielt, da verlieren wir wenig an Niveau."

Topspiele gegen Freiburg und Mannheim

Mit dem dezimierten Kader – sowohl bei Goppel und Prtajin als auch Sebastian Mrowca ist ungewiss, ob sie in den kommenden Tagen schon wieder auf dem Trainingsplatz stehen können – geht es für den SVWW nun in die Englische Woche. Durch den Patzer der Wiesbadener machen sich im Aufstiegskampf viele Konkurrenten wieder Hoffnung. Mit Osnabrück, Mannheim und Dresden sind gleich drei Teams dicht herangerückt, auch Saarbrücken ist plötzlich wieder mittendrin in "diesem wilden, engen Rennen in der 3. Liga", wie es Kauczinski ausdrückt.

Der SVWW muss unter der Woche bei der starken Zweitvertretung des SC Freiburg ran (Mittwoch, 19 Uhr), ehe es am kommenden Samstag gegen Waldhof Mannheim (14 Uhr, live im hr-fernsehen und im Livestream) zu einem echten Kracher im Aufstiegskampf kommt. Und eine Extra-Motivation sollte es für die Wiesbadener seit dem Saarbrücken-Spiel auch geben: Bei einem Aufstieg in die 2. Liga hätte man wieder einen Videoschiedsrichter.

Quelle: hessenschau.de