Galaxy-Trainer Thomas Kösling reibt sich die Augen.

Die Football-Saison von Frankfurt Galaxy lief nicht wie erhofft. Im nächsten Jahr wollen die Hessen die Zügel wieder etwas anziehen.

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Kösling: "Ich habe mir keine Illusionen gemacht"

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Wenn am Wochenende die Playoff-Halbfinals in der European League of Football (ELF) angepfiffen werden, steht eines schon fest: Der zweite Champion der Liga-Geschichte wird nicht derselbe sein wie in der Premierensaison.

2021 hatte sich Frankfurt Galaxy in Düsseldorf die Football-Krone aufgesetzt. Seit Sonntag ist klar: Die Playoffs finden in diesem Jahr ohne die Hessen statt. Der Traum der Titelverteidigung ist ausgeträumt.

Berliner Schützenhilfe bleibt aus

"Das muss man jetzt erst mal schlucken, aber die Hoffnung auf Berlin war auch nicht allzu groß", sagte Head Coach Thomas Kösling am Sonntag. Da hatte die Galaxy zwar ihr Heimspiel gegen Stuttgart mit 37:13 gewonnen, die benötigte Schützenhilfe von Berlin Thunder im Parallelspiel gegen die Tirol Raiders blieb allerdings aus. Die Innsbrucker feierten einen ebenso deutlichen 37:10-Sieg und schnappten der Galaxy den letzten offenen Playoff-Platz als bester Tabellenzweiter aller Conferences vor der Nase weg.

Frankfurt hat sicherlich Fehler gemacht und einige Chancen verpasst, doch noch den Sprung unter die letzten Vier zu schaffen. Am meisten wurmen den Chef-Trainer die beiden knappen Niederlagen gegen den Erzrivalen Rhein Fire. Ein paar Punkte mehr beim Hinspiel in Frankfurt oder beim Rückspiel in Duisburg hätten gereicht, um am Ende in der Tabelle vor Innsbruck zu stehen.

Viele Verletzte, starke Conference

Manche Rückschläge in der Saison konnten die Hessen aber auch nicht beeinflussen. Sage und schreibe 17 Spieler verletzten sich im Laufe des Jahres so schwer, dass ihre Saison vorzeitig beendet war – darunter Leistungsträger wie Running Back Gennadiy Adams, Linebacker Sebastian Gauthier oder Defensive Back Joshua Poznanski. "Wir waren schon am Limit. Und es war überragend, wie die Mannschaft das immer wieder aufgefangen hat", lobte Kösling.

Der Head Coach ist fest davon überzeugt, dass das Verpassen der Playoffs nichts über die wahre Stärke seiner Mannschaft aussagt. "Wir gehören zu den besten Teams und ich glaube, dass der Sieger dieser Liga aus unser Conference kommt", sagte er. Will heißen: Die Galaxy ist auch deshalb nicht in den Post Season dabei, weil die Liga-Leitung mit Tirol und den ebenfalls noch um den Titel kämpfenden Vienna Vikings noch zwei andere heiße Anwärter auf die Meisterschaft in die Central Conference der Galaxy gepackt hat.

Kein Platz mehr für Schlampigkeiten

Kösling mahnt aber auch: Damit die Frankfurter Football-Saison im kommenden Jahr wieder etwas länger dauert, dürfe sich das Team nicht mehr so viele kleine Schlampigkeiten erlauben. "Wir machen viele Dinge sehr, sehr gut, aber wir werden bestimmt die Zügel noch ein bisschen anziehen." Nach dem Titelgewinn 2021 sei man vielleicht etwas zu locker an die Sache rangegangen, kritisierte der Head Coach. Immerhin diese Gefahr besteht für die neue Saison nicht.