Mit Interims-Lösung zum Endspiel Nach Trainer-Chaos: Kassel Huskies auf dünnem Eis

Die Nerven liegen blank bei den Kassel Huskies. Während heftige Vorwürfe gegenüber dem gerade entlassenen Trainer Bill Stewart im Raum stehen, ruft Kapitän Max Faber für die Partie in Regensburg das Endspiel aus.

Maximilian Faber läuft Richtung Eisfläche
Maximilian Faber kämpft mit den Huskies um eine letzte Aufstiegs-Chance. Bild © Imago Images
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Max Faber im Interview, blickt zur Seite
Huskies-Kapitän Max Faber Bild © hessenschau.de
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Das Bild war bezeichnend am Sonntagabend: Vor dem Eingang zum Spieler-Bereich der Kasseler forderte eine kleine Gruppe der Huskies-Fans wutentbrannt, dass die Mannschaft herauskommen und Rede und Antwort stehen soll. Erst die Polizei konnte die Situation beruhigen. Dagegen standen vor dem Teambus der Regensburger einige Spieler und tranken genüsslich ein Sieger-Bier.

Die Eisbären hatten kurz zuvor die Nordhessen mit 5:2 geschlagen, führen dadurch in der Finalserie mit 3:2 und sind im "Best-of-seven"-Modus nun nur noch einen Sieg von der Meisterschaft entfernt. Sollte es so kommen, würde für die Huskies der Traum vom Aufstieg ins Eishockey-Oberhaus DEL platzen - mal wieder.

Huskies-Kapitän Faber: "Do or die"

Dieser Gedanke sorgte auch bei den Spielern sichtbar für Frust. So flog die Tür zur Spielerkabine an diesem Abend nicht nur ein mal hart ins Schloss. Die Stimmung in der Umkleide der Huskies sei "angefressen" gewesen, schilderte es der Kasseler Kapitän Max Faber gegenüber dem hr-sport.

Weiter fügte der Verteidiger hinzu: "Wir müssen die Niederlage schnellstmöglich vergessen. Am Dienstag geht es schon wieder weiter und jetzt gilt: 'Do or die'!" Deutlicher lässt es sich nicht auf den Punkt bringen, denn die Huskies sind am Dienstag (20 Uhr) in der Regensburger Donau-Arena zum Siegen verdammt, wenn es doch noch mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in dieser Saison klappen soll.

Heftiger Vorfall zwischen Team und Trainer?

Seit Montagmorgen ist klar, dass die Nordhessen diese letzte Auswärtsfahrt der Saison ohne Trainer Bill Stewart antreten werden. Die Huskies trennten sich von dem 66-jährigen Kanadier, der erst Ende Februar die Mannschaft als Headoch übernommen hatte. Damit war er gerade einmal 53 Tage im Amt.

Wie der stets gut informierte "Eisblog" berichtet, soll es am vergangenen Freitag in Regensburg zu einem Vorfall zwischen dem Team und Trainer gekommen sein. Auch die HNA berichtet darüber, dass Stewart in der Kabine Spieler massiv beschimpft und einigen sogar das Essen aus der Hand geschlagen haben soll.

Huskies richten "vollen Fokus" auf Dienstag

Bestätigt sind diese Gerüchte nicht. Das würde aber den überraschenden Rauswurf mitten in der Finalserie erklären und auch zum Statement von Huskies-Geschäftsführer Paul Sinizin passen, der die Entscheidung folgendermaßen verteidigte: "In den vergangenen Tagen wurde sich von der Club-Identität entfernt."

Auf hr-Anfrage hin wollte sich die Vereinsführung am Montag nicht weiter zur Trainerentlassung äußern. Von den Huskies hieß es nur: "voller Fokus auf morgen."

Valenti und Kreuzer übernehmen

Fest steht in jedem Fall, dass beim entscheidenden Spiel am Dienstag der bisherige U20-Coach und Vereinslegende Sven Valenti hinter der Bande stehen und gemeinsam mit dem ehemaligen Spieler Daniel Kreutzer die Mannschaft coachen wird.

Als Valenti und Kreutzer in den frühen 2000er-Jahren für die Nordhessen auf dem Eis standen, spielten die Huskies noch in der DEL. Genau dorthin wollen sie nach vierzehn Jahren nun wieder. Dafür ist ein Sieg zuerst in Regensburg und dann am Freitag in Kassel Pflicht. Oder um die Worte von Kassels Kapitän Max Faber aufzugreifen: "Do or die".

Quelle: hessenschau.de