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Vettel verabschiedet sich als Zehnter

Das letzte Rennen ist gefahren. Sebastian Vettel ist kein Formel-1-Pilot mehr. In Abu Dhabi wurde der Heppenheimer zum Abschluss seiner Karriere noch einmal Zehnter.

Große Ovationen und feuchte Augen bei Sebastian Vettel vor dem Start, aber keine großen Geschenke auf der Strecke: Der viermalige Weltmeister hat sich mit Rang zehn und damit einem Pünktchen beim Großen Preis von Abu Dhabi in den selbst gewählten Formel-1-Ruhestand verabschiedet.

Ein-Stopp-Strategie ein Fehler

5635 Tage nach seinem Grand-Prix-Debüt kämpfte Vettel, der einige Jahre die Königsklasse dominiert hatte, leidenschaftlich um ein Top-Ergebnis - die von Aston Martin gewählte Ein-Stopp-Strategie erwies sich aber als Fehler.

"Wie konnten wir bei der Strategie nur so daneben liegen", funkte der Heppenheimer, als er neun Runden vor Rennende aus den Punkterängen fiel. Zumindest ein Punkt wurde es, weil sein alter Rivale und heutiger Freund Lewis Hamilton wegen Hydraulikproblemen spät ausschied.

Verstappen mit 15. Sieg

Der Sieg ging an Weltmeister Max Verstappen, der mit 15 Erfolgen in einer Saison eine bemerkenswerte Rekordmarke aufstellte. Den zweiten Platz in der Fahrerwertung hinter dem alles überstrahlenden Red-Bull-Piloten sicherte sich Ferrari-Pilot Charles Leclerc durch Rang zwei vor Verstappen-Kollege Sergio Perez. Beide waren punktgleich ins Saisonfinale gegangen. 

Mick Schumacher belegte in seinem vorläufig letzten Formel-1-Rennen den 16. Rang. Abu Dhabi wird der 23-Jährige nicht nur wegen seiner Demission bei Haas schnell vergessen wollen: Im Rennen verursachte Schumacher übermütig eine Kollision mit dem Williams von Nicholas Latifi.

Viele Emotionen rund ums Rennen

Um das Sportliche ging es für den 35-jährigen Vettel am Ort seines ersten Titelgewinns 2010 nur noch am Rande. Dafür war reichlich Raum vorhanden für Emotionen. So überraschte Vater Norbert Vettel seinen berühmten Sohn mit dem ersten Rennhelm, den ersten Rennhandschuhen und dem ersten Overall. Schumacher und Alonso trugen in Abu Dhabi Helme im typischen Vettel-Design: weiß mit schwarz-rot-gold.

Vettel wiederum war am Donnerstag mit allen Fahrerkollegen zum Abendessen verabredet, für Samstagabend lud er das gesamte Fahrerlager ein, mit ihm eine letzte Runde auf der Strecke zu laufen. Viele folgten seinem Ruf, unter anderem Formel-1-Boss Stefano Domenicali und Kumpel Mick Schumacher. "Der Lauf war mega, es hat sehr viel Spaß gemacht", freute sich Vettel. Sein Ex-Team Ferrari schenkt ihm eine Motorabdeckung, überall im Paddock prangte der Schriftzug "Danke Seb".

299 Rennen, 53 Siege, 4 Weltmeister-Titel

Der Südhesse verlässt die Formel 1 als einer der ganz Großen. Von 299 Grand Prix gewann er 53 - erstmals 2008 in Monza im unterlegenen Toro Rosso, zuletzt 2019 in Singapur für Ferrari. 57-mal stand der Hesse auf der Pole Position. Von 2010 bis 2013 gewann er die Fahrer-WM. 2009, 2017 und 2018 wurde er Vizeweltmeister.

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