Der Heppenheimer Sebastian Vettel wählt kritische Worte.

Plötzlich Weltmeister: Nach einem chaotischen Rennen in Japan steht Max Verstappen erneut als Champion fest - und versteht es selbst nicht ganz. Neben dem Erfolg stand die Schrecksekunde des Franzosen Pierre Gasly im Blickfeld. Der Heppenheimer Sebastian Vettel äußerte sich scharf.

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Formel-1-Pilot Sebastian Vettel landet in Japan auf Rang sechs

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Max Verstappen riss die Augen auf und wollte es nicht glauben. "Weltmeister?!" Der Red-Bull-Star sprintete los und sprang in die Arme seiner Ingenieure - denn nach dem Sieg im kurzen Regen-Sprint von Suzuka hatte er den vorzeitigen WM-Triumph eigentlich schon abgeschrieben. Noch während des Siegerinterviews allerdings erklärte ihn die Formel 1 doch noch zum Weltmeister. "Die vom Weltverband haben es mir erklärt", sagte er später, "ich glaube, die haben mir die vollen Punkte gegeben."

Verstappen überrascht vom Titel-Gewinn

Das Regel-Chaos sorgte bei allen Beteiligten für Verwirrung, "das war für uns alle eine Riesenüberraschung", sagte auch Red-Bull-Teamchef Helmut Marko bei Sky, und Verstappens Lebensgefährtin Kelly Piquet sagte: "Wir haben das alle nicht verstanden, ich glaube, es war sehr verwirrend für Max." Denn das war passiert: Wegen schweren Regens war das Rennen lange unterbrochen, am Ende konnte nur gut die Hälfte der geplanten Runden absolviert werden. Erst ab drei Vierteln der Renndistanz sollte es aber volle Punkte geben, so die weit verbreitete Annahme - doch das hätte nur für ein komplett abgebrochenes Rennen gegolten, stellte die FIA später klar.

Und damit genügte dieser Sieg vor seinem Teamkollegen Sergio Perez und Charles Leclerc im Ferrari für den zweiten Titel schon vier Rennen vor Schluss. Seit elf Jahren, damals war es Sebastian Vettel, hat niemand mehr so früh die WM entschieden. Leclerc wurde nachträglich mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt und rutschte dadurch auf Rang drei - erst das machte den vorzeitigen Titelgewinn Verstappens überhaupt möglich.

Pierre Gasly entgeht einer schlimmen Kollision - Vettel kritisch

Erst nach dem Rennende war also klar, dass dieser Grand Prix ein entscheidender sein würde - bis dahin schien das große Thema ein anderes zu sein: Der Franzose Pierre Gasly kam einer schlimmen Kollision mit einem Bergungsfahrzeug nahe, "ich hätte sterben können!", brüllte er später durch die Box. Und das alles ziemlich genau acht Jahre, nachdem Gaslys Freund und Landsmann Jules Bianchi im Regen von Suzuka tödlich verunglückte. Die Fahrer waren sich in ihrer Entrüstung recht einig.

"Was zur Hölle", schrieb etwa McLaren-Pilot Lando Norris noch während der Rennunterbrechung bei Twitter, "wie konnte das passieren. Vor Jahren haben wir in dieser Situation ein Leben verloren." Dies sei "inakzeptabel". Für Sebastian Vettel muss dieser Fall nun "aufgerollt und ganz genau verstanden werden", sagte der Hesse, "wir müssen sehen, was da schiefgelaufen ist. Das kann nicht sein. Heute hatten wir einfach nur Glück."

Vettels Abschiedstournee geht weiter

Für Vettel war das Regen-Rennen ansonsten ein sehr erfreuliches, er fiel zunächst weit zurück und landete am Ende doch noch auf Rang sechs. Auf seiner Abschiedstournee geht es beim Grand Prix der USA (23. Oktober) weiter.