Nach dem Brand stehen nur noch die Grundpfeiler des Goetheturms.
Nach dem Brand stehen nur noch die Grundpfeiler des Goetheturms. Bild © picture-alliance/dpa

Der in Frankfurt als Ausflugsziel beliebte Goetheturm ist durch ein Feuer völlig zerstört worden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Möglicherweise steckt ein Serientäter dahinter.

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Ein Feuer hat den Goetheturm in Frankfurt vernichtet. "Der Turm ist eingestürzt und war nicht mehr zu retten", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstag. Nur die Stümpfe der Pfeiler stehen noch. Das 1931 erbaute Wahrzeichen aus Holz war in den frühen Morgenstunden in Brand geraten.

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Collage: Goetheturm in Frankfurt

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Die Brandursache ist noch unklar, dennoch deute alles auf Brandstiftung hin, sagte eine Sprecherin der Polizei. In dem Turm sei "keinerlei Elektronik verbaut, und es ist auch kein Gewitter in der Nacht über uns hinweggezogen". Die Ermittlungen würden beginnen, sobald alle Glutnester gelöscht und der Brandherd abgekühlt sei. Außer vorsätzlicher sei auch fahrlässige Brandstiftung möglich. Das Areal werde wegen der Ermittlungen noch bis zu drei Tage gesperrt bleiben.

Turm brannte "wie eine Fackel"

Um exakt 3.16 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein, die wenige Minuten mit rund 60 Einsatzkräften später am Goetheturm eintraf. Da brannte der Turm laut Sprecher bereits "wie eine Fackel". Die Feuerwehr hatte sich angesichts der großen Flammen und der damit verbundenen Einsturzgefahr entschieden, den 43 Meter hohen Aussichtsturm erst gar nicht zu löschen, sondern kontrolliert abbrennen zu lassen.

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Die Einsatzkräfte versuchten stattdessen zu verhindern, dass die Flammen auch auf die Umgebung am Rand des Frankfurter Stadtwaldes übergreifen. Angrenzende Gebäude wie ein Café wurden nicht beschädigt. Die Einsatzkräfte hielten Sicherheitsabstand zu dem brennenden Turm ein. Verletzt wurde im Laufe des Einsatzes niemand.

Der Sachschaden lässt sich laut Feuerwehr noch nicht beziffern. "Der ideelle Schaden ist aber riesengroß", sagte der Sprecher.

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Oberbürgermeister Feldmann fordert Wiederaufbau

Noch bevor die letzten Flammen erloschen waren, forderte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bereits den Wiederaufbau des Wahrzeichens. "Ich werde Stadtrat Schneider voll dabei unterstützen, dass der Goetheturm sofort wieder aufgebaut wird", schrieb Feldmann auf Facebook und versprach: "Wir werden die Mittel dafür umgehend bereitstellen." 

Zitat
„Wir werden die Mittel umgehend bereitstellen“ Zitat von OB Peter Feldmann
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Die Betroffenheit bei Stadt, Anwohnern und Politikern war riesig. "Das hat alle Frankfurter mitten ins Herz getroffen", sagte ein Sprecher des zuständigen Umweltdezernats zu hessenschau.de: "Man ist kein richtiger Frankfurter, wenn man nicht einmal auf dem Goetheturm war."

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Spendenkonten für den Wiederaufbau

Die Stadt Frankfurt hat kurzfristig zwei Spendenkonten für den Wiederaufbau eingerichtet:

Nassauische Sparkasse, Kontoinhaber: Stadt Frankfurt,
IBAN: DE 46 5105 0015 0140 3028 60, Stichwort: Goetheturm

Frankfurter Sparkasse
IBAN: DE55 5005 0201 0200 6525 75, Stichwort: Wiederaufbau Goetheturm

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Der komplett aus Holz gebaute Goetheturm galt als Wahrzeichen der Stadt, er wurde 1931 in seiner heutigen Form errichtet. Bis 1999 war er der höchste öffentlich zugängliche Holzbau Deutschlands. Erst im Jahr 2014 war das beliebte Ausflugsziel saniert worden. Sein Name war ihm bei der Eröffnung anlässlich des bevorstehenden 100. Todestages von Johann Wolfgang von Goethe gegeben worden.

Serientäter am Werk?

Möglicherweise ist das Feuer sogar trauriger Höhepunkt einer Brandserie. Bereits im Juli diesen Jahres hatte ein Feuer den hölzernen Aussichtsturm auf dem Atzelberg bei Kelkheim (Main-Taunus) zerstört. In Frankfurt fielen im Frühsommer ebenfalls zwei Holzbauten den Flammen zum Opfer. Zuerst war im Mai der koreanische Pavillon im Grüneburgpark abgebrannt, nur einen Monat später stand der chinesische Pavillon im Bethmannpark in Flammen.

Die Polizei ging jeweils von Brandstiftung aus. Ob ein Zusammenhang zwischen den drei Bränden und dem Feuer am Goetheturm besteht, kann die Polizei noch nicht beantworten. "Wir prüfen das", sagte eine Sprecherin.

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224 Kommentare

  • Guten Abend!

    Als Kinder sind wir öfter mit dem Fahrrad von Neu -Isenburg aus durch den Statdtwald zum Götheturm gefahren. Später sind wir dann nicht mehr so weit gekommen, weil dann der Monte Scherbelino interesanter war.

    Schönen Gruß
    Peter Häberle

  • Tolle Erinnerungen und viele Bilder gemacht , von und auf dem Turm. Jetzt kommt bald eine Postkarte raus vom Turm , die man bald , in Verbindung mit eine Spende angeboten wird.

    Um mal eine Kletterpause zu machen habe ich oft auf den Sitzbänke gesessen und die Ruhe und wunderbare Blicke genossen

  • ...ich bin 1968 in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen. Der Goethe-Turm war ein häufiges Ausflugsziel der Familie. Ich habe diesen zuletzt vor zwei Jahren in Verbindung mit einer Fahrradtour besucht und alleine der Anblick dieses Bauwerks hat mich wieder ehrfürchtig werden lassen und mich weit in meine Vergangenheit bzw. Kindheit versetzt.
    Ich bin zutiefst erschüttert über dieses Verbrechen und obwohl ich jetzt in Bad Vilbel wohne, bin und bleibe ich im Herzen Frankfurter, und ich werde meinen kleinen Beitrag in Form einer Spende mit dazu beitragen, dass der Turm wieder aufgebaut wird.

    Auch wenn es dann nicht mehr unser "alter" ist und ein neuer Turm entsteht, wie auch beim Henninger-Turm......ein bisschen Wehmut wird bleiben.

    Liebe Grüße von mir

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