Die meisten Corona-Maßnahmen in Hessen sind weggefallen. Was ist nun wieder erlaubt und was noch nicht? Ein Überblick.

Stand der Corona-Regeln: 19.07.22

Derzeit besteht nur ein Corona-Basisschutz, dazu zählt vor allem eine Masken- und Testpflicht in bestimmten Bereichen wie in Krankenhäusern oder Pflege- und Alteneinrichtungen. Am 19. Juli ist eine neue Corona-Verordnung in Kraft getreten. Damit wurden die bestehenden Corona-Regeln bis zum 30. September verlängert.

Die Corona-Entwicklung in Hessen können Sie hier einsehen, aktuelle Meldungen finden Sie in unserem Corona-Ticker.

Im Einzelnen sind jetzt folgende Corona-Regeln in Hessen noch zu beachten:

Maskenpflicht

Wo muss ich noch Maske tragen?

  • in Arztpraxen und Krankenhäusern (nicht für stationäre Krankenhauspatienten)
  • in Alten- und Pflegeheimen
  • bei Pflege- und Rettungsdiensten
  • in Bussen und Bahnen (ÖPNV und Fernverkehr)
  • in Sammelunterkünften wie Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften

Testpflicht und Tests

Wo brauche ich noch einen Corona-Test?

  • in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Sammelunterkünften müssen sich Arbeitgeber, Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher weiterhin testen lassen. Die Einrichtungsleitung kann aber Ausnahmen machen: für Geimpfte und Genesene sowie aus sozialethischen Gründen. Für Bewohnerinnen und Bewohner etwa von Pflegeheimen kann das zuständige Gesundheitsamt anlassbezogen Tests anordnen, zum Beispiel wenn es einen größeren Corona-Ausbruch in der Einrichtung gibt.
  • Justizvollzugs- und Abschiebehaftanstalten etc. können selbst über die Anordnung von Testpflichten entscheiden.

Gibt es noch Bürgertests?

Seit dem Ende der generellen Gratis-Test am 30. Juni haben nicht mehr alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf den kostenlosen "Bürgertest" (Antigen-Schnelltest).

Kostenlos bleiben sie für Kinder bis fünf Jahre, Schwangere in den ersten drei Monaten, Krankenhaus- und Pflegeheimbesucher, Haushaltsangehörige von Infizierten, pflegende Angehörige sowie Menschen mit Behinderungen und deren Betreuungskräfte. Auch wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, bekommt die Tests weiterhin bezahlt. Für die Befreiung von der Testgebühr ist ein Nachweis nötig.

Zur Durchführung berechtigt sind unter anderem Apotheken, Ärzte und die Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung. Das Sozialministerium hat eine Übersicht über Teststellen in Hessen veröffentlicht.

Isolierung und Quarantäne

Müssen sich Infizierte noch isolieren?

Ja. Die bisherigen Verpflichtungen zur Isolation bzw. Quarantäne bleiben auf Basis der RKI-Empfehlungen bestehen, wie die die Landesregierung mitteilt. Das heißt derzeit:

  • Infizierte müssen unabhängig vom Impfstatus für fünf Tage in Isolierung. Es wird nicht mehr zwischen der Delta- und Omikron-Variante unterschieden. Eine Anordnung durch das Gesundheitsamt ist dabei nach Angaben der Landesregierung nicht mehr notwendig.
  • Infizierte müssen sich nicht mehr freitesten. Es wird jedoch empfohlen, freiwillig die Isolation fortzusetzen, bis mindestens 48 Stunden ohne Symptome vergangen sind.
  • Etwas strenger sind die Regeln für Beschäftigte in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen; auch sie dürfen zwar frühestens am fünften Tag nach dem Beginn der Isolation mit einer Freitestung ihre Arbeit wiederaufnehmen. Hier muss aber ein negatives Testergebnis dem Gesundheitsamt vorgelegt werden.

Welche Quarantäneregeln gelten für Haushaltsangehörige und Kontaktpersonen?

  • Haushaltsangehörige von Infizierten – auch ungeimpfte – müssen nicht mehr automatisch in Quarantäne. Stattdessen wird Haushaltsangehörigen und engen Kontaktpersonen empfohlen, mindestens fünf Tage ihre Kontakte zu reduzieren und sich täglich zu testen.


Eltern können im Jahr jeweils bis zu 30 Kinderkrankentage nehmen, um sich zu Hause um ihre Kinder zu kümmern, wenn diese in Quarantäne müssen. Alleinerziehende haben 60 Kinderkrankentage.

Was gilt für Reiserückkehrer?

Für Reiserückkehrer gelten die Regeln des Bundes:

  • Seit dem 1. Juni gilt keine Nachweispflicht mehr. Reisende, die innerhalb der EU verreist sind, müssen somit bei der Rückkehr in Deutschland nicht mehr vorweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind.
  • Für Einreisen aus Staaten außerhalb der EU sind die Corona-Einreisebeschränkungen zum 11. Juni entfallen.
  • Wer sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Virusvariantengebiet eingestuften Gebiet aufgehalten hat, muss sich direkt nach Ankunft nach Hause - oder in eine sonstige Beherbergung am Zielort - begeben und absondern (häusliche Quarantäne). Die Quarantänezeit dauert grundsätzlich 14 Tage und kann nicht verkürzt werden. Außerdem müssen Reisende bei der Ankunft in Deutschland einen negativen PCR-Test (ab 12 Jahren) und eine digitale Einreiseanmeldung vorlegen.
  • Die einzelnen Regelungen und weitere Erläuterungen finden sich auf der Seite der Bundesregierung.

Arbeitsplatz

Muss ich auf der Arbeit geimpft oder getestet sein?

Die 3G-Pflicht (entweder geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet) ist bereits am 20. März weggefallen. Die Arbeitgeber sind aber weiterhin verpflichtet, ihre Beschäftigten zu schützen. Dazu gibt es die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des BMAS, die besagt:

  • Der Arbeitgeber hat auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung die erforderlichen Maßnahmen festzulegen.
  • Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss er insbesondere prüfen, ob er weiterhin Testangebote unterbreitet (ein Mal wöchentlich), Homeoffice anbietet und/oder Masken bereitstellt.


Weitere Informationen zu Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz sowie die wichtigsten Fragen und Antworten dazu im Überblick findet sich auf der Seite der Bundesregierung.

Schulen

Was gilt an Schulen?

  • Die Testpflicht in den hessischen Schulen ist seit dem 1. Mai aufgehoben. Stattdessen erhalten alle Schülerinnen und Schüler sowie das Personal wöchentlich zwei kostenfreie Tests für freiwilliges Testen zu Hause. Diese werden von den Schulen an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben.
  • Mit dem 1. Mai ist für alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit entfallen, sich ohne besondere Voraussetzung vom Präsenzunterricht abzumelden. Ausgenommen sind nur diejenigen, die selbst oder deren Haushalsangehörige bei einer Infektion dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt wären. Das wäre zum Beispiel bei einer ärztlich bestätigten Vorerkrankung oder einer diagnostizierten Immunschwäche der Fall. In diesem Fall ist ein Antrag zu stellen.
  • Sonderregelungen für Pausen und den Ganztagsbetrieb entfallen. Auch die Fächer Sport und Musik dürfen wieder ohne Einschränkung stattfinden.
  • Seit dem 2. Mai gilt ein neuer Hygieneplan. Ungeachtet dessen sind nach wie vor die Hygieneregeln wie regelmäßiges Lüften, regelmäßiges Händewaschen und die Husten- und Niesetikette einzuhalten. Das freiwillige Tragen einer medizinschen Maske im Unterricht ist möglich.

Hotspots

Gibt es noch Hotspots?

Theoretisch ja: Für regionale "Hotspots" sollen laut dem Bundesinfektionsschutzgesetz weitergehende Beschränkungen möglich sein. Dafür müsste das Landesparlament eine besonders kritische Corona-Lage feststellen.

Praktisch nein – meint jedenfalls die Landesregierung. Sie hält die im Bundesgesetz beschriebenen Hotspot-Regelungen für "derzeit nicht umsetzbar". Die Vorgaben seien "so hoch beziehungsweise diffus, dass sie faktisch ins Leere laufen." Eine rechtssichere Regelung sei daher nicht möglich.

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Medizinische Versorgung und Impfungen

Wohin kann ich mich wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Symptome wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber können auf eine Erkältung, aber auch auf eine Corona-Infektion hindeuten. Bei Unwohlsein sollten Sie daher zu Hause bleiben und weitere Schritte telefonisch mit ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin klären. Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Auch die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung ist eine Anlaufstelle – unter der Telefonnummer 116117.

Wann und wo kann ich mich impfen lassen?

Alle Kreise und kreisfreien Städte bieten Impfmöglichkeiten an, etwa in Impfzentren oder kleineren Impfstellen. Eine Übersicht der stationären Angebote finden Sie auf der Webseite des Sozialministeriums.

Viele Arztpraxen impfen ebenfalls. Eine Liste finden Sie hier. Viele Städte und Kreise bieten außerdem zusätzliche Angebote wie Sonderimpfaktionen an.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung inzwischen für alle ab fünf Jahren. Kinder bis einschließlich elf Jahren sollten dazu einmalig eine Impfung, vorzugsweise mit dem Impfstoff von Biontech, erhalten. Bei Jugendlichen ab zwölf Jahren und Erwachsenen erfolgt in der Regel nach drei bis sechs Wochen die Zweitimpfung (auch bei Johnson & Johnson erforderlich). Ein Booster ist drei Monate nach der Zweitimpfung möglich und erfolgt immer mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna).

Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime

Ab wann gilt die Impfpflicht für Pflegepersonal?

Das Personal von Kliniken und Heimen muss seit dem 15. März vollständig (zweimal) gegen das Coronavirus geimpft sein. Die Einrichtungen sollten bis Ende März an die Gesundheitsämter melden, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihnen keinen Nachweis vorgelegt haben.

Die als ungeimpft gemeldeten Beschäftigten sollen vom Gesundheitsamt aufgefordert werden, einen Nachweis nachzureichen. Wird innerhalb von vier Wochen immer noch kein Impfnachweis erbracht, kann das Gesundheitsamt ein Bußgeld verhängen.

In Hessen betrifft die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht 247.600 Beschäftigte - etwa von Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder Arztpraxen.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Verbote der Landesregierung?

Verstöße werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit behandelt. Besonders schwere Verstöße gegen die Verordnung können als Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Dies betrifft im Wesentlichen vorsätzliche Verstöße, etwa Verstöße gegen Quarantäne-Anordnungen oder bei nachgewiesener Weiterverbreitung des Krankheitserregers.

Weitere Informationen

Weitere Informationen bekommen Sie hier

Wer Fragen rund um das Thema Coronavirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800/5554666 an die Hotline des Sozialministeriums wenden. Sie ist montags von 8 bis 20 Uhr und Dienstag bis Sonntag von 9 bis 15 Uhr besetzt. Hilfe für Patienten bietet auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen auf ihrer Internetseite an. Auch telefonisch berät die KV unter der Telefonnummer 116117.

Ende der weiteren Informationen