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Murot-Tatort am Sonntag im Ersten

Ein paar Leichen, jede Menge K.o.-Tropfen und ein Ermittler in der Sinn-Krise: Der Wiesbadener hr-Tatort "Murot und das Gesetz des Karma" führt uns in die Vergangenheit des Kommissars und stellt die Frage nach Schuld und Vergebung.

In seinem nunmehr 11. Fall wird es peinlich für den Ermittler vom Landeskriminalamt (LKA) Wiesbaden, Felix Murot (Ulrich Tukur): Nach einem Vortrag zum Thema Cyberkriminalität, den Murot in einem Tagungshotel gehalten hat, wird ausgerechnet er von einer Trickbetrügerin (Anna Unterberger) in der Hotelbar abgefüllt, mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt und beklaut. Die junge Frau konnte nicht ahnen, dass sie einen Polizisten an der Angel hat, Murot fand es wohl amüsant, sich als Mitarbeiter einer Versicherung auszugeben.

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"Murot und das Gesetz des Karma"
Sonntag, 25. September, 20.15 im Ersten
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Während Murot in einem der Hotelzimmer liegt und seinen Rotwein-Chemie-Rausch ausschläft, passiert im selben Hotel in einem anderen Zimmer ein Mord an einem IT-Experten (Dirk Martens). Auch er wird beklaut, sein Laptop mit hochbrisanten Informationen über die betrügerischen Machenschaften seines Chefs verschwindet.

Murot und Magda Wächter – wer ist hier der Chef?

Murot wird von seiner Assistentin Magda Wächter (Barbara Philipp) an den Tatort gerufen, sie ahnt nicht, dass ihr Chef nur ein Stockwerk höher noch ziemlich benommen im selben Hotel im Bett liegt. Murot ist das so unangenehm, dass er diese Information unter den Tisch fallen lässt und so tut, als käme er gerade von zuhause. Aber keine Chance, Magda Wächter hat die Hotel-Überwachungskamera durchgesehen und weiß, dass Murot lügt. Und außerdem ist er derart derangiert, dass er bei den Ermittlungen zunächst keine Hilfe ist. Magda, übernehmen Sie!

Mit gewohnter Strenge und hoch gebundener Schluppenbluse vertauscht sie zwar aus der Not aber souverän die Rollen. "Murot, was ist denn los? Muss ich jetzt alles allein machen?" Kein Problem, denn Magda Wächter hat alles im Griff und übernimmt ohne mit der Wimper zu zucken die Ermittlungen, der Chef gibt nur noch Stichworte. Denn Murot kann sich nicht mal als Polizist zu erkennen geben, seinen Dienstausweis hat die Trickbetrügerin mitsamt seinem Geldbeutel gestohlen. Wächter ist sauer, auch wegen der Lüge und lässt Murot das spüren. "Mann Murot, seit wie vielen Jahren sind sie beim LKA?"

Was lernen wir über Kommissar Murot?

Zufälle gibt es…! Oder gibt es gar keine Zufälle? Murot und die Trickbetrügerin haben offenbar eine sehr persönliche Verbindung, die bis weit in die 1970er-Jahre zurückreicht. Das wird der jungen Frau klar, als sie zuhause das Foto auf Murots Dienstausweis genauer betrachtet. Sie fängt an, dem Kommissar nachzustellen.

Aber warum sind sich die beiden im Hotel über den Weg gestolpert? Der indische Arzt, zu dem Magda Wächter den desolaten Murot schickt, stellt ihm eine Frage, die ihn ins Grübeln bringt. "Wissen Sie, was negatives Karma ist?" Weiß er, und dieser leicht merkwürdige Arzt und seine eigene angeschlagene Psyche verunsichern den Ermittler zutiefst. Fast mehr als mit dem Fall an sich, ist Murot nun mit der Aufarbeitung seiner eigenen Vergangenheit beschäftigt. Die junge Trickbetrügerin klagt ihn moralisch an und er hat offenbar ein zunehmend schlechtes Gewissen. Nachdem bereits im letzten Murot-Tatort "Murot und das Prinzip Hoffnung" die akademische Vergangenheit des Kommissars Thema war, geht es nun um seinen persönlichen Hintergrund. Und am Ende wissen wir etwas sehr Privates über ihn, das er selbst noch nicht wusste.

Und wer taucht sonst noch so auf?

Ein paar merkwürdige Gestalten tummeln sich auch noch in "Murot und das Gesetz des Karma": So treffen wir ein reiches Bodybuilder-Ehepaar mit sadistischen Tendenzen in seiner Villa. An der Hotelbar begegnen Murot eine Puppe und ihr Bauchredner, die den Kommissar mit einem Polizistenwitz verhöhnen. Und der indische Arzt verwirrt Murot mit seiner titelgebenden These: "Das Gesetz des Karma funktioniert überall." Nicht alle dieser seltsamen Randfiguren überleben die Geschichte.

Kleines Insiderwissen für den Partysmalltalk

Der private Urlaubsfilm, der zu Beginn des Tatorts gezeigt wird, wurde vom Kameramann Max Preiss auf YouTube entdeckt. Ein junges holländisches Paar hat ihn mit der für Urlaubsfilme aus den 1970er-Jahren typischen Super-8-Anmutung gedreht und hochgeladen. Auf den Fotos, die den jungen Murot im Film zeigen, ist genau dieses holländische Paar zu sehen, sie wurden für die Produktion gecastet.

Fazit, lohnt sich der Tatort?

Ja, unbedingt. "Murot und das Prinzip des Karma" bietet eine schlüssige und spannende Geschichte. Der Rollentausch zwischen Kommissar und Assistentin macht viel Spaß und weckt die Hoffnung, dass Magda Wächter auch offiziell befördert wird, so gut ist sie. Dieser neue Wiesbadener Tatort wirft Sie zwar nicht vom Sofa, ist aber unterhaltsam und anspruchsvoll - eben einfach gut.

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