27 Verletzte bei Klassenfahrt Marburger Schüler nach Reisebus-Unfall unter Schock

Nach dem Reisebus-Unfall auf der A45 sollen die betroffenen Schülerinnen und Schüler aus Marburg psychologisch betreut werden. Der Bus war auf dem Weg zur Klassenfahrt nach London umgekippt. Mittlerweile wurden alle Verletzten wieder aus der Klinik entlassen.

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Verunglückter Reisebus liegt auf der Seite, Rettungskräfte sind im Einsatz
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Der Schreck sitzt noch tief. Einer der Mitreisenden, Lehrer Jonathan Gröb, berichtet, wie er den Moment erlebte, als am Sonntagmorgen der Doppeldeckerbus mit Marburger Schülern auf der A45 zwischen Freudenberg und Olpe (Nordrhein-Westfalen) verunglückte.

"Man merkte das Ruckeln, der Bus schaukelte sich auf und rutschte dann durch den Graben und kippte um", schildert Gröb dem hr. Die Verletzten seien dann aus dem Bus geholt und von Rettungskräften versorgt worden. Glücklicherweise seien alle im Bus angeschnallt gewesen.

Fast der gesamte Jahrgang saß im Bus - viele noch im Schlafanzug

Der Doppeldeckerbus mit Gymnasiasten aus Marburg war auf dem Weg nach England, als er auf im Sauerland auf einer leichten Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn abkam. Nach Angaben der Polizei wurden dabei der Busfahrer und 27 Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren verletzt, vier davon schwer. Sie kamen in Krankenhäuser.

Gerade einmal eineinhalb Stunden waren seit der Abfahrt im Marburger Ortsteil Cappel vergangen, als sich der Unfall um 6.30 Uhr ereignete. Viele der Jugendlichen hätten sogar noch einen Schlafanzug getragen, wie Lehrer Gröb schildert.

Fast die gesamte Klassenstufe der Marburger Privatschule "Steinmühle" war zu der Reise angetreten: 67 Mädchen und Jungen, alle zwischen 14 und 15 Jahren alt.

Jugendliche mittlerweile alle wieder aus Klinik entlassen

Viele hätten nach dem Unfall unter Schock gestanden und Prellungen, Schnitte oder Schürfwundern davongetragen. Mehrere Rettungsfahrzeuge brachten sie in eine Klinik. Vier Schüler hätten wegen ihrer schweren Verletzungen dort bleiben müssen. Unter anderem wegen eines verletzten Fußes und wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung, so Schulleiter Björn Gemmer.

Am Montag wurden die vier verletzten Jugendlichen - drei Mädchen und ein Junge - wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Gemmer spricht gegenüber dem hr vom "Glück im Unglück". Er sei stolz darauf, wie besonnen die fünf Lehrkräfte und die Schüler agiert hätten. Inzwische seien alle wieder zurück zu Hause oder im hauseigenen Internat.

Psychologen sollen die Jugendlichen betreuen

Die traditionelle, einwöchige England-Reise mit London-Besuch und Zeit in Gastfamilien sei nun erst einmal abgesagt. Auch der Unterrricht für die neunte Klassenstufe fällt am Montag aus.

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"Die Schülerinnen und Schüler können in die Schule kommen und werden von Psychologen betreut, sie müssen aber nicht kommen", wie Schulleiter Gemmer betont. Man wolle am Dienstagmorgen versuchen, alle Betroffenen wieder in der Schule zu versammeln, um die Dinge in der geschlossenen Gruppe aufzuarbeiten.

Unfallursache weiter unklar

Wie es zu dem Busunglück kommen konnte, untersucht ein Spezialteam der Polizei. Die Unfallursache sei auch nach einer neuneinhalb stündigen Unfallaufnahme unter anderem mit einem 3D-Bild von der Unfallstelle weiter unklar, hieß es am Montag in der Mitteilung.

"Die Spuren am Unfallort und der technische Zustand des Reisebusses lassen bislang keine Schlüsse zum Unfallhergang zu", so die Polizei. Nun würden die Businsassen befragt, um weitere Informationen zu erhalten.

Weitere Informationen

Redaktion: Anikke Fischer, mit Informationen von Alexander Gottschalk

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Quelle: hessenschau.de, dpa/lhe