Deutsche Grill-Meisterschaften

Die Bratwurst feiert am Wochenende bei den Deutschen Grill-Meisterschaften in Fulda ihr Comeback. Was jahrelang als zu banal galt, wird für die Spitzenkönner jetzt zur echten Herausforderung. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Dessert vom Grill.

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Ratgeber: Was beim Grillkauf zu beachten ist

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Ein Klassiker erlebt seine Rückkehr bei den Deutschen Grill-und Barbecue-Meisterschaften am Wochenende in Fulda: Einige Jahre wurde die gemeine Bratwurst bei den Titelkämpfen nicht mehr als zu grillende Komponente berücksichtigt. Für die ambitionierten Spitzenkönner schien es zu profan. Die Grill-Experten peilen schließlich mit ihren kunstvollen Kreationen Sterne-Niveau an.

Unter dem neuen Präsidenten der German Barbecue Association (GBA), die die Meisterschaften zum 25. Mal veranstaltet, hat sich das geändert. Die Bratwurst gehört für alle Teilnehmer-Teams wieder zum Pflichtprogramm im ersten von mehreren Gängen.

"Nichts ist so deutsch wie die Bratwurst"

GBA-Chef Oliver Sievers aus Bochum, der den Fuldaer Volker Elm abgelöst hat, sagt: "Nichts ist so deutsch wie die Bratwurst. Sie ist nicht tot und gehört zu unserer Grill-Kultur." Und vermeintlich einfache Dinge seien ja mitunter schwierig, besonders geschmackvoll zuzubereiten. "Das wird eine große Herausforderung für alle."

Deutsche Grill-Meisterschaften

Sievers sagt: "Viele von uns haben wahrscheinlich schon unzählige Bratwürste gegessen. Aber jetzt geht es darum, eine zu servieren, an die man sich vielleicht noch in Jahren erinnert." Doch wie bringt man das fertig?

Bratwürste mit Gewürz-Impfungen veredeln

"Man kann Bratwürste impfen, mit einer Spritze Würzflüssigkeit injizieren", erklärt Sievers. So könne man mit Teriyaki-Soße zum Beispiel eine asiatische Variante kreieren. Mit passenden Beilagen eine ausgewogene Balance zu finden, sei dann die Kunst. Apfel und Fenchel seien schmackhaft dazu, verrät Sievers.

Der neue GBA-Chef weiß, wovon er spricht. Der Fleisch-Sommelier beschäftigt sich hauptberuflich mit dem Grillen, unter anderem als Buchautor und Show-Griller. Im Jahr 2017 wurde der mit seinem Team "BBQ Wiesel" sogar Weltmeister in Limmerick (Irland). Bei den diesjährigen deutschen Titelkämpfen grillt er wegen seines Präsidenten-Amtes aber nicht mit. Er werde gut ausgelastet sein mit der Organisation des Events.

 Oliver Sievers (Präsident des GBA) steht strahlend am Grill mit einem Stück Fleisch

Bei der Auflage vor der Corona-Pause kamen im Jahr 2019 rund 15.000 Besucher an einem sehr heißen Wochenende. Diesmal erwartet er sogar rund 25.000 Besucher. "Gut möglich, dass es das größte Barbecue-Event des Jahres in Deutschland wird. Die Leute sind heiß auf die Meisterschaften", so Sievers.

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Programm

Die Meisterschaften finden auf dem Messe-Gelände in Fulda statt, am Samstag von 10 bis 19.30 Uhr. Am Sonntag (10 bis 18 Uhr) wird's spannend, wenn es um die Entscheidung in den Wettbewerben geht. Die Siegerehrung soll laut Plan gegen 16.30 Uhr über die Bühne gehen. Eine Programm-Übersicht findet sich hier.

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31 Teams haben sich angemeldet. 17 bei den sogenannten Amateuren, 14 bei den Profis. Der Unterschied zwischen den Klassen ist, dass die Profis zwei Gänge mehr zubereiten müssen als die Amateure - und damit sechs Gänge.

Schoko mit Bacon zum Dessert

Bei Gang eins geht's - wie gesagt - um die Wurst (mit Beilage). Gegrillt wird danach eine Hirschkalbskeule, dann ein BBQ-Frühstück, etwas Vegetarisches in Gang vier, Nummer fünf sind Rippchen und zum Abschluss ein Dessert. Bei der Nachspeise muss Schokolade mit Bacon kombiniert werden. Bei den Amateuren entfallen der Veggi-Gang und die Rippchen.

Deutscher Grillkönig 2019: Michael Hoffmann

Bei den Profis wird dann der Grillkönig ermittelt. Titelverteidiger ist Michael Hoffmann aus Rösrath (NRW). Der Champion bekommt ein Preisgeld 3.000 Euro, der Amateur-Meister 1.500 Euro Siegprämie. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 11.300 Euro sowie weitere Sachgewinne ausgelobt.

Tipps und Kostproben für Besucher

Lohnen kann sich der Besuch bei den Grill-Meisterschaften auch für die Zuschauer. Ihnen wird ein üppiges Rahmenprogramm geboten. Besucher können an den Ständen der Teams vorbeischlendern, den Akteuren über die Schulter schauen, Tipps und natürlich Kostproben bekommen.

Zudem gibt es eine Messe mit über 60 Ausstellern. Sie bieten unter anderem Zubehör an und alles, was man zum Grillen gebrauchen könnte. Im Trend sind laut GBA-Präsident Sievers zum Beispiel hochwertige und robuste Keramik-Grills. "Mit ihnen ist sehr hohe, aber auch geringe Hitze möglich - damit kann man sehr gut kalt räuchern."

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Feuerplatten - kreisförmige, ebene und mit Holz befeuerte Edelstahlplatten - seien derzeit ebenso stark gefragt, berichten die Experten. Die Platten haben einen großen Vorteil: Bei ihnen kann nichts durchs Rost und in die Glut fallen.

Interessant können auch mit Holz-Peletts betriebene Smoker sein. Mit diesen Gerät wird das Grillgut über sehr lange Zeit im heißen Rauch gegart oder geräuchert. Anders als beim Grillen liegen die Speisen nicht direkt über der Glut oder dem Feuer. Diese Methode eignet sich etwa für Pulled Pork, Rippchen oder Brisket (Rinderbrust).

Nur ein Team aus Hessen am Start

Solche Grills findet auch Christoph Auth spannend. Der 42-Jährige aus Schlüchtern (Main-Kinzig) ist Kapitän des einzigen hessischen Teams, das diesmal bei der deutschen Meisterschaft teilnimmt. Mit "Rock 'n Rost Bergwinkel" ist er in der Amateur-Klasse dabei. 2019 waren sie erstmals am Start und wurden Zehnter. Jetzt wollen sie sich verbessern, nachdem sie beim ersten Mal Lehrgeld gezahlt haben. "Eis als Nachspeise anzubieten, war keine gute Idee - ist alles zerlaufen." Bei den Profis tritt der amtierende hessische Meister, die "Aartal BBQ Crew" an, die sich zwar im Aartal gegründet hat, deren Mitglieder aber größtenteils aus Hessen kommen. Und bei der laut eigener Aussage alles auf den Grill kommt, "was einen Speckmantel hat".

Der spannendste Gang ist für Christoph Auth aber das Dessert - die Kombi aus Schoko und Bacon. "Das ist die Königsdisziplin. Dabei werden sich alle kreativ austoben. Die Teller werden aussehen wie im Sterne-Restaurant." Der schwierigste Gang wird für ihn und sein Team die Bratwurst sein. "Aus so einer Wurst muss man erst einmal etwas Kreatives rausholen, was sich von der Masse abhebt."

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