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Nach langer Suche: Darmstadt findet erste Ursachen für störendes Brummen

Seit zwei Jahren klagen Anwohnerinnen und Anwohner in Darmstadt über störendes Brummen. Erste Quellen der Geräusche hat die Stadt nun gefunden - und beseitigt.

Defekte Aggregate und Klimaanlagen - sie sollen ein Teil der Ursache für permanente Brummgeräusche in Darmstadt sein, die seit rund zwei Jahren zu zahlreichen Beschwerden geführt haben. Die Stadt bestätigte dem hr am Mittwoch einen entsprechenden Bericht aus dem Darmstädter Echo.

Gleich mehrere Lärmquellen gefunden

Demnach sollen an insgesamt fünf Orten in der Innenstadt Lärmquellen gefunden worden sein. Diese seien anschließend, nach Rücksprache mit den jeweiligen Betreibern, beseitigt worden. Es habe auch schon positive Rückmeldungen gegeben: Betroffene hätten sich inzwischen gemeldet und mitgeteilt, dass sie den Brummton nicht mehr wahrnehmen würden, so die Stadt.

Um die Ursache für die Geräusche ausfindig zu machen, wurden Schallmessungen an verschiedenen Stellen der Stadt durchgeführt. Dabei fanden die Behörden "zwei defekte Aggregate, eine defekte Heizungspumpe und drei bauliche Schallschutzmaßnahmen an Energieerzeugungsanlagen". Bei einem Gebäude eines öffentlichen Trägers wurden gleich mehrere Lärmquellen entdeckt, wie die Stadt weiter berichtete.

Weitere Messungen im Juni - Ergebnis steht aus

In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie kamen im Laufe des Junis weitere Messungen hinzu - allesamt an der besonders belasteten Heidelberger Straße im Süden der Stadt. Die Auswertung der Ergebnisse sei dabei aktuell noch in Arbeit.

Da es das Problem mit den Brummgeräuschen nicht nur in Darmstadt gibt, informiert dazu auch das Umweltbundesamt auf seiner Homepage. Darüber hinaus ist die Stadt Darmstadt im Austausch mit anderen Umweltämtern verschiedener mittelgroßer Städte. Dort gibt es großes Interesse daran, wie Darmstadt bei diesem Problem vorgeht.

"100 Nächte nicht geschlafen"

Anwohnerinnen und Anwohner berichten schon lange von Geräuschen, die sie um den Schlaf bringen. "Ich habe im vergangenen Jahr 100 Nächte überhaupt nicht geschlafen", hatte Tanja Heuser etwa im Frühjahr 2021 dem hr berichtet. Mit ihrem Problem stand die 46-Jährige aus dem Martinsviertel nicht alleine da.

Dutzende Beschwerden der Darmstädterinnen und Darmstädter führten schließlich zu Frequenzmessungen in den Sommermonaten 2021. Deren Ergebnis: Das Brummen war zwar messbar, aber zunächst nicht lokalisierbar. Doch auch schon damals lag die Vermutung nahe, dass es nicht eine, sondern mehrere Geräuschquellen seien könnten, die das Brummen erzeugen.

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Das "Brummton-Phänomen", wie es die Stadt Darmstadt auf einer eigens dafür eingerichteten Website nennt, habe in den vergangenen Jahren bundesweit zugenommen. Das Brummen sei tieffrequenter Schall von weniger als 90 Herz - das ist ungefähr mit dem unteren Klangspektrum eines Subwoofer-Lautsprechers zu vergleichen. Besonders nachts und bei wenigen Umgebungsgeräuschen seien solche Frequenzen besonders auffallend.

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