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Schleusernetzwerk in Nordhessen zerschlagen

Sie sollen Dutzende Menschen unter teils lebensbedrohlichen Bedingungen nach Deutschland eingeschleust haben: Nun hat die Bundespolizei eine Schleuserbande geschnappt, die vor allem in Nordhessen verankert gewesen sein soll.

Die Bundespolizei hat am frühen Dienstagmorgen 20 Objekte in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusung von Ausländern durchsucht. Der Schwerpunkt lag dabei in Nordhessen. Hier gab es Einsätze in in Korbach, Frankenberg, Waldeck, Vellmar und Kassel.

Es seien sechs Untersuchungshaftbefehle vollstreckt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Festgenommenen sollen im Laufe des Tages dem Haftrichter in Kassel vorgeführt werden.

Drei der mutmaßlichen Täter seien mit Schusswaffen bewaffnet gewesen. Deshalb wurden auch Spezialkräfte der Bundespolizei eingesetzt. Zahlreiche Beweismittel wurden sichergestellt, darunter verbotene Gegenstände wie ein Springmesser, ein Butterflymesser und eine Machete.

Gefährliche Transporte auf Ladeflächen

Die sechs Hauptbeschuldigten stehen demnach in Verdacht, gegen Entgelt vor allem syrische Staatsangehörige von Weißrussland, Polen und Österreich mit angemieteten Fahrzeugen in das Bundesgebiet eingeschleust zu haben. Die Menschern seien dabei teilweise lebensgefährlichen Umständen ausgesetzt gewesen, so die Bundespolizei. Sie seien auch auf Ladeflächen von Kleintransportern transportiert worden.

In Deutschland seien die Menschen teilweise in einem sogenannten "Safe House" in der Innenstadt von Korbach untergebracht worden, bevor es für sie weiter nach Frankreich, Belgien oder die Niederlande ging.

Mindestens 147 Menschen eingeschleust

Die Zahl der auf diese Weise eingeschleusten Menschen schätzt die Bundespolizei auf mindestens 147. Für ihre Transporte sollen die Tatverdächtigen in der Regel zwischen 600 bis 2.000 Euro genommen und so insgesamt rund 200.000 Euro erwirtschaftet haben. Auch das Einschmuggeln von Betäubungsmittel im zweistelligen Kilobereich wird den Beschuldigten vorgeworfen.

Für die vorausgegangenen Ermittlungen arbeitete die Bundespolizei auch mit den österreichischen und ungarischen Behörden zusammen.

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