Zu wenig Personal an Dill-Kliniken Gynäkologie in Dillenburg muss schließen

Zum Jahresende macht die frauenärztliche Abteilung an den Dill-Kliniken dicht. Wegen Ärztemangels hat das Sozialministerium die Betriebserlaubnis entzogen.

Dill-Kliniken Dillenburg
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Die Gynäkologie am Krankenhaus in Dillenburg muss schließen. Das hat die Leitung der Dill-Kliniken dem hr am Freitag bestätigt. Demnach läuft am 1. Januar 2024 die Betriebserlaubnis für die frauenärztliche Abteilung aus, weil es dort an Fachpersonal fehlt.

Die Dill-Kliniken sind einer von drei Standorten der Lahn-Dill-Kliniken, die zu 100 Prozent dem Kreis gehören. Zuvor hatte mittelhessen.de über die Maßnahme berichtet.

Zu wenig Ärzte

Die Gynäkologie in Dillenburg ist eine reine Belegabteilung, das heißt, dass dort freiberufliche Ärzte neben ihrer Praxistätigkeit auch Klinikbetten betreuen. Nach einer Kündigung arbeiten im Krankenhaus in Dillenburg aktuell nur noch zwei Belegärzte in der Gynäkologie. Das Hessische Sozialministerium schreibt aber drei Fachärzte vor.

Der Klinikleitung zufolge ist es trotz Stellenausschreibungen und Headhunter-Suche nicht gelungen, die offene Stelle nachzubesetzen. Das Sozialministerium informierte daraufhin die Klinik bereits Mitte Mai über die Schließung. Vor einem Jahr hatte aus demselben Grund bereits die Geburtsstation dicht gemacht.

Die Schließungen seien keine "keine organisatorischen und politischen Entscheidungen" gewesen, betont Landrat Wolfgang Schuster (SPD). "Hier war fehlendes ärztliches Personal der Grund."

Landrat: Klinik weiter "unverzichtbar"

Durch den Wegfall von Personal sei es nicht mehr möglich gewesen, die vorgeschriebenen Qualitätsstandards einzuhalten, erklärt Schuster. Er sieht den Krankenhaus-Standort in Dillenburg trotz der Schließungen auch in Zukunft als "unverzichtbar für die Grund- und Regelversorgung" in der Region.

Im Jahr 2023 seien in der Gynäkologie in Dillenburg nur "sehr wenige" Frauen behandelt worden, wie eine Kliniksprecherin sagt. Im Schnitt seien es 17 Frauen pro Monat gewesen.

ls Alternative verweisen die Dill-Kliniken unter anderem auf ihren Hauptstandort in Wetzlar. Dort gebe es eine große Gynäkologie, die nicht nach dem Belegsystem arbeitet, sondern mit Chef-, Ober- und Assistenzärzten. Weitere Krankenhäuser mit gynäkologischen Abteilungen gibt es außerdem in Gießen und in Siegen (Nordrhein-Westfalen)

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Sendung: hr3, 29.12.2023, 11 Uhr

Redaktion: Julian Moering

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Quelle: Alexander Gottschalk