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SPD-Politiker Gerhard Merz gestorben

Portraitfoto Gerhard Merz in schwarz-weiß

Der langjährige Landtagsabgeordnete Gerhard Merz ist tot. Die SPD-Fraktion würdigte den Gießener als Sozialpolitiker mit klarer Haltung, Empathie und Kompetenz.

Der SPD-Politiker und frühere Landtagsabgeordnete Gerhard Merz aus Gießen ist tot. Er starb in der Nacht auf Donnerstag, wie die SPD-Landtagsfraktion mitteilte.

Merz wurde 71 Jahre alt. Zehn Jahre lang, von 2008 bis 2018, war er Abgeordneter in Wiesbaden. In dieser Zeit waren die seit Januar dieses Jahres mit der CDU regierenden Sozialdemokraten in der Opposition. Den wichtigen Posten des sozialpolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion hatte er seit 2014 inne.

Fraktionschef Tobias Eckert würdigte Merz als "klugen, engagierten Sozialpolitiker". Er habe sein berufliches Leben dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit gewidmet und vor allem für benachteiligte gesellschaftliche Gruppen gekämpft.

"Herzen gewonnen"

"Gerhard Merz war ein Mann von klarer Haltung und gewann durch Empathie und Kompetenz die Herzen der hessischen Bürgerinnen und Bürger", heißt es in einer Mitteilung Eckerts.

Merz war Gymnasiallehrer für Englisch und Politik. Bevor er Landtagsabgeordneter wurde, arbeitete er unter anderem als Leiter des Jugendbildungswerkes der Stadt Wetzlar und als Sozialdezernent von Gießen.

Drei Jahrzehnte war er in der Stadtpolitik Gießens aktiv, von 2006 bis 2023 als Stadtverordneter. Lange Jahre war er dort SPD-Fraktionsvorsitzender. Ehrenamtlich engagierte er sich unter anderem als Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Gießen sowie des Vereins "Lagergemeinschaft Auschwitz - Freundeskreis der Auschwitzer".

Stilblüten-Sammler

Viele Merz-Reden im Landtag zeichneten sich durch pointierte Schärfe und Witz aus. Geschult an Lieblingsautoren wie Kurt Tucholsky und Karl Kraus waren ihm Sprachsünden in der Politik ein Ärgernis. In seinem Buch "Papyrrhussiege und hässliche Wörter. Beiträge aus dem hessischen Landtag" verewigte er Stilblüten aus dem Parlamentsbetrieb.

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