Carsten Wehlmann Darmstadt 98

In der langen Winterpause bastelt der SV Darmstadt 98 aktuell am eigenen Kader. Stützen des Teams sollen gehalten werden, eine Lücke im Kader haben die Verantwortlichen aber auch ausgemacht.

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Wehlmann: Verstärkung für die Offensive angepeilt

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Dieser Dezember ist anders. Gänzlich anders. Normalerweise würden aktuell die letzten Spiele der Hinserie für den SV Darmstadt 98 anstehen, eine sportliche Terminhatz, bis endlich Weihnachten vor der Tür steht und damit gleichzeitig eine kurze Pause. Bis im Januar dann das Winter-Transferfenster öffnet und es wieder hektisch wird. Und im Dezember 2022? Ist am Nikolaustag in Darmstadt plötzlich Trainings-wieder-Auftakt. Was es nicht alles gibt. Winter-WM in Katar sei Dank.

"Die Pause kam uns nicht ganz unpassend", betont Manager Carsten Wehlmann aber ehrlich am Rande der ersten Einheit nach der dreiwöchigen Pause. Einerseits weil die Südhessen verletzungsgeplagt durch die letzten Spiele hetzen mussten, andererseits weil Wehlmann dadurch mehr Zeit und Ruhe hat, um am Kader der 98er zu basteln.

Was passiert mit den auslaufenden Verträgen?

"Wir versuchen, Sachen vorzubereiten und Gespräche zu führen. Es ist vielleicht ein bisschen ruhiger als sonst", beschreibt Wehlmann die aktuelle Lage. Trotzdem hat der 50-Jährige natürlich ein paar Baustellen, um die er sich in diesem etwas entspannteren, aber dennoch so ungewöhnlichen Dezember kümmern muss.

Eine davon: die auslaufenden Verträge. Gleich mehrere Spieler haben ab dem Sommer noch keinen neuen Konktrakt. "Wir wollen eine Kontinuität im Kader haben und diesen weiter optimieren", erklärt Wehlmann. Schon in der vergangen Spielzeit wurden die Verträge von Leistungsträgern wie Fabian Holland oder Marvin Mehlem noch vor dem Jahreswechsel verlängert.

Neue Verträge für Kempe und Gjasula

Ähnliches soll nun auch in dieser Spielzeit passieren. Bei den Spielern ohne Vertrag ab dem Sommer ganz vorne zu nennen: Tobias Kempe und Klaus Gjasula. Die beiden Routniers sind bei den Südhessen weiterhin unverzichtbar und sollen zeitnah neue Verträge unterschreiben.

"Solche Säulen wie die beiden tun uns gut", betont Wehlmann. "Das wissen wir auch. Da wollen wir rechtzeitig Planungssicherheit haben." Kurzum: Bei beiden wird es dem Vernehmen nach schnell gehen, neue Einjahres-Verträge winken sowohl für Kempe als auch für Gjasula.

Pfeiffer: Nur die weichen Faktoren sprechen für Darmstadt

Ebenfalls noch ohne neuen Vertrag steht Patric Pfeiffer da. Beim Innenverteidiger ist die Lage aber gänzlich anders. Der 1,96-Hüne hätte die Lilien gerne schon im Sommer verlassen, die Darmstädter blieben trotz so mancher lukrativer Offerte aber hart. Pfeiffer lehnte zudem gleich mehrere Angebote der 98 er ab.

Er will unbedingt in die Bundesliga und darf ab Januar nun frei mit allen anderen Clubs verhandeln. Nach hr-sport-Informationen ist das Interesse der Clubs, die ihn schon im Sommer gerne gehabt hätten, nicht abgeklungen - im Gegenteil. Pfeiffer hat die freie Entscheidung, eventuell geht es bei ihm schnell und er entscheidet sich bereits im Januar.

Auch wenn die Chancen äußerst gering sind, will Wehlmann die Hoffnung bei Pfeiffer aber noch nicht aufgeben. "Bei Patric hängt es davon ab, wie die Saison noch verläuft", erklärt er. Nur bei einem Bundesliga-Aufstieg haben die Darmstädter eine Möglichkeit auf einen Pfeiffer-Verbleib. Denn klar ist auch: Der 23-Jährige fühlt sich bei den Lilien rundum wohl. Die sogenannten weichen Faktoren sprechen noch für Darmstadt - kommt aber ein attraktiver Bundesligist, ist Pfeiffer ab dem Sommer weg.

Sturm die einzige Groß-Baustelle

Aber auch ohne den Innenverteidiger steht das Gerüst der Lilien. Einziger Knackpunkt im Kader: der Angriff. Der Abgang von Luca Pfeiffer zum VfB Stuttgart im Sommer konnte personell nicht kompensiert werden. Coach Torsten Lieberknecht musste improvisieren und zauberte den Doppel-Sturm Phillip Tietz/Braydon Manu aus dem Hut. Verletzt sich jedoch einer der beiden, wird es sehr schnell sehr dünn bei den Darmstädtern.

"Es würde uns gut tun, wenn wir in der Offensive noch eine Verstärkung bekommen würden", weiß daher auch Wehlmann. "Wir schauen, ob sich eine Möglichkeit auftut." Noch hat der Lilien-Manager ja Zeit für diese offene Kader-Baustelle. Ungewöhnlich viel Zeit. Aber es ist eben kein Dezember wie jeder andere.