Frankfurter Vorstandssprecher Hellmann: Darum bleibe ich bei der Eintracht

Nicht zur DFL – und schon gar nicht zum FC Bayern: Axel Hellmann bleibt bei Eintracht Frankfurt. Warum? Das erklärte der Vorstandssprecher nach seiner Entscheidung ausführlich.

Axel Hellmann Eintracht Frankfurt
Axel Hellmann bleibt bei Eintracht Frankfurt. Bild © Imago Images
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Axel Hellmann
Axel Hellmann Bild © picture-alliance/dpa
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Vorstandssprecher Axel Hellmann bleibt bei Eintracht Frankfurt und wird sein Vertragsverhältnis planmäßig fortsetzen. Nach Angaben des Bundesligisten hat der 51-Jährige seine Entscheidung am Dienstagmorgen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Philip Holzer mitgeteilt. Hellmann, derzeit Teil einer Interims-Doppelspitze bei der Deutschen Fußball Liga (DFL), war zuvor mit einem dauerhaften Wechsel zum Ligaverband in Verbindung gebracht worden.

Warum er sich gegen die DFL und für die Eintracht entschieden hat, erklärte Hellmann am Dienstag in einer Pressekonferenz ausführlich. Hellmann über:

... seine Entscheidung:

"Es ist an der Zeit, die Spekulationen zu beenden. Ich habe Aki Watzke (Aufsichtsratschef der DFL, Anm. d. Red.) am Montagabend informiert, dass ich bei der Eintracht bleiben werde. Es gab Eintracht-interne Diskussionen. Es war wichtig, sich ein Gesamtbild zu machen. Dazu waren viele persönliche und vertrauliche Entscheidungen – unter anderem mit Philip Holzer und Peter Fischer – notwendig. Es ging darum zu verstehen: Was wollen wir gemeinsam erreichen? Ich muss niemandem meine emotionale Verortung erklären. Ich muss dafür nicht das Wappen küssen. Es gab aber die Frage, was wir erreichen können. Mit dieser Frage habe ich mich beschäftigt. Ziele zu definieren, dass dieser Club im Wettbewerb bleibt. Das war für mich der Leitgedanke. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Der Weg dorthin hat ein paar Überlegungen und viele Gespräche gekostet."

... Veränderungen im Club:

"Ich habe mit Peter Fischer verabredet, dass es zu Veränderungen und Verjüngungen kommen wird im Club. Ich habe ihn gefragt, wie sein Konzept dazu aussieht. Das hat er mir beantwortet. Das gleiche habe ich auch andere gefragt. Es wird in den nächsten Jahren sicherlich zu personellen Veränderungen in verschiedenen Bereichen kommen, die gut für die Eintracht sind. Mir ist aber auch wichtig, dass es Konstanten gibt. Es gibt dazu ein paar abgesprochene Stärkungen der Rolle des Vorstandssprechers. Die Details dazu geben wir zur rechten Zeit bekannt."

... sein Verhältnis zu Philip Holzer:

"Das ist kein Machtkampf gewesen. Ich hatte mit Philip unterschiedliche Auffassungen. Wir hatten viele Gespräche – die nun geklärt sind. Es hat zwischen uns klarer Absprachen bedurft. Wir haben klar und gut verabredet, wie wir miteinander umgehen. Das ist uns gut gelungen. Ich habe einen Rücktritt von ihm nie in Erwägung gezogen. Philip Holzer hat wahnsinnig viele Stärken. Und wenn das sein Leitmotiv ist, ist er ein Gewinn für Eintracht Frankfurt. Ich spüre bei ihm den Wunsch, die Eintracht in eine gute Zukunft zu führen. Da ist ein zentraler Faktor, dass das Verhältnis zwischen uns wieder funktionieren wird. Und da bin ich mir auch ziemlich sicher, dass das gelingt."

... die Rolle von Stephen Orenstein:

"Die Kapital-Maßnahme hat diesen Club vor eine Zerreißprobe gestellt. Und zwar auch deswegen, da auch an der Basis das Thema nie restlos ausdisktutiert wurde. Das hat schon auf der letzten Mitgliederversammlung seinen neuen Ausdruck gefunden. Wichtig war, dass wir hier geklärt haben, wie wir weitermachen. Da möchte ich hervorheben, dass Stephen Orenstein ein wirklich großzügiges Angebot gemacht hat. Das möchte ich auch würdigen. Er wird sich von einem Teil seiner Anteile an der Eintracht Fußball AG trennen, damit wir sie für einen höheren Preis wieder ausgeben können. Er leistet damit einen total wichtigen Beitrag, den er nicht leisten müsste. Uns ist allen bewusst geworden, dass es nicht gut ist, wenn ein Aktionär eine dominante Rolle bei Eintracht Frankfurt übernimmt. Auch Stephen Orenstein hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass meine Entscheidung so ausgefallen ist. Auch das ist aus meiner Sicht abgeräumt."

... das angebliche Interesse des FC Bayern:

"Es hat nie Gespräche oder eine konkrete Anfrage gegeben, die Position von Oliver Kahn oder eine ähnlich gestaltete zu übernehmen. Dass man als Verantwortungsträger in der DFL mit vielen Menschen beim FC Bayern, dem Branchenprimus und Flaggschiff der Bundesliga, Gespräche führt, gerade auch um das Verständnis für den Investorenprozess und Meinungen und Feedbacks dazu einholt, ist klar. Aber daraus hat sich zu keinem Zeitpunkt irgendein konkretes Angebot, eine Anfrage oder auch nur ein Gespräch über eine solche Rolle ergeben."

Quelle: hessenschau.de