Dino Toppmöller von Eintracht Frankfurt

Drei Tage nach dem mühsamen Sieg gegen Aberdeen braucht Eintracht Frankfurt gegen den SC Freiburg eine deutliche Leistungssteigerung und neues Personal in der Offensive. Trainer Dino Toppmöller hat Bock auf Stress.

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Die Eintracht-PK vor der Partie gegen Freiburg

Toppmöller still
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Es ist etwas mehr als zwei Monate her, da bediente sich Dino Toppmöller an einer Parole der Fans. Bei seiner offiziellen Vorstellung als neuer Trainer von Eintracht Frankfurt erinnerte er an ein Transparent in der Kurve beim ersten Champions-League-Spiel und kündigte an, sich an diesem fußballerisch orientieren zu wollen. "Net viel Gebabbel, Frankfurt makes trouble", stand dort damals gegen Sporting Lissabon geschrieben.

"Wir wollen positive Troublemaker sein, den Gegner vor Probleme stellen und durch eine intensive, leidenschaftliche Spielweise unangenehm sein", beschrieb Toppmöller seine Philosophie, die in der Theorie perfekt zu Eintracht Frankfurt zu passen schien. Eklig sein, aufmüpfig sein, dem Gegner das Leben schwer machen und die Zuschauer mitnehmen. Frankfurt makes trouble. Das Problem: Geklappt hat das bislang nicht.

Ernüchterung statt Trouble

Der Eintracht, die zwar weiter ungeschlagen ist, die aber gleichzeitig auch immer noch etwas gehemmt wirkt, ist es noch nicht gelungen, für die in Frankfurt gerne überkochenden Emotionen zu sorgen. Das Offensivspiel stockt, die Ideen des neuen Trainerteams greifen noch nicht, Wucht und Energie vergangener Tage sind irgendwo verlorengegangen. Aus dem versprochenen Trouble für die Gegner ist eher eine akute Ernüchterung bei der Eintracht geworden.

"Es schwirrt die ganze Zeit eine gewisse Unzufriedenheit rum", bestätigte Toppmöller am Freitag. "Das dürfen wir aber nicht zulassen." Sein Rezept: Gegen den SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr) soll alles anders werden.

Toppmöller und Krösche fordern mehr Mut

Hoffnung, dass das gelingen kann, macht vor allem die weiterhin selbstkritische Haltung der Verantwortlichen. Sportvorstand Markus Krösche betonte schon am Donnerstagabend, dass weiterhin "viel Luft nach oben" sei und forderte mehr Zielstrebigkeit in den Offensiv-Aktionen. Coach Toppmöller legte am Freitag nach und sprach ebenfalls von Verbesserungspotenzial. "Wir sitzen nicht da und klopfen uns auf die Schulter. Wir wissen, dass wir Dinge besser machen müssen."

Toppmöller erinnerte bei seinen Ausführungen noch einmal an seine erste Pressekonferenz und forderte von seinem Team, diese Vorgaben endlich besser umzusetzen. "Wir müssen mehr Stress beim Gegner erzeugen, wir müssen mehr Stress im gegnerischen Sechzehner erzeugen", fasste er zusammen. Heißt: mehr Präsenz im Strafraum schaffen, mehr Abschlüsse aufs gegnerische Tor wagen, mehr Konsequenz im letzten Drittel zeigen. "Wir müssen mehr Mut haben, aufs Tor zu schießen", so Toppmöller.

Eintracht hofft auf mitspielenden Gegner

Ob das gegen Freiburg gelingt, bleibt abzuwarten. Die Spielweise der Breisgauer, die ebenfalls nicht ohne Probleme in die neue Saison gestartet sind, könnte der Eintracht aber entgegenkommen und bei der Umsetzung ihrer Pläne helfen. Anders als die bisherigen Gegner Aberdeen, Mainz, Köln, Bochum oder Darmstadt wird das Team von Trainer Christian Streich – so die Hoffnung der Hessen – aktiv am Spiel teilnehmen und sich nicht vor dem eigenen Tor verschanzen.

"Es ist für uns ein Ticken einfacher, wenn sich das andere Team am Spiel beteiligt", so Toppmöller. Die Eintracht hofft auf Räume und Umschaltmomente. Dinge, die es in den bisherigen Spielen nur sehr selten gab.

Götze droht auszufallen

Wer genau diese möglichen Lücken ausnutzen soll, ist allerdings noch unklar. Mario Götze, der gegen Aberdeen nach einem "heftige Schlag" ausgewechselt werden musste, droht auszufallen. "Wir müssen da abwarten", so Toppmöller. Dass Paxton Aaronson nach seinem doch sehr überschaubaren Auftritt gegen die Schotten eine erneute Bewährungschance in der Startelf erhält, ist unwahrscheinlich. Als Optionen für die vorderen Positionen stehen Farès Chaibi, Alleskönner Eric Junior Dina Ebimbe und Jessic Ngankam bereit. Omar Marmoush könnte vom Sturmzentrum auf eine der Halbpositionen wechseln.

So oder so gilt: Die Eintracht muss sich steigern und den Worten endlich Taten folgen lassen. Net viel Gebabbel.

Die mögliche Aufstellung der Eintracht gegen Freiburg