Eintracht Frankfurts Ansgar Knauff Raus aus der Formkrise

Eintracht Frankfurt gewinnt zwei Bundesligaspiele hintereinander und kommt in Fahrt. Auch weil Ansgar Knauff aus seinem Formtief findet.

Ansgar Knauff
Ansgar Knauff bejubelt sein Tor in Sinsheim Bild © Imago Images
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Highlights: TSG 1899 Hoffenheim-Eintracht Frankfurt

Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo von Hoffenheim und rechts das Logo der Eintracht Frankfurt
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Es war eine echte öffentliche Watschn. "Er hatte viele Ballverluste, ist manchmal dem Zweikampf auch aus dem Weg gegangen", sagte Deutschlands U21-Trainer Antonio di Salvo im März nach einem drögen 0:0 gegen Rumänien. Und weiter: "Wenn etwas nicht gelingt, lässt er den Kopf hängen. Da muss er dranbleiben, aber das funktioniert nur mit Bereitschaft. Da hat er Luft nach oben." Adressat der Kritik: Ansgar Knauff, Offensivspieler von Eintracht Frankfurt und mitten in einer nicht enden wollenden Formkrise.

Einige Monate später scheint sich der Wind gedreht zu haben. Schon beim Heimsieg der Eintracht gegen Heidenheim vor der Länderspielpause machte Knauff als Joker mit seinem 2:0 den Deckel drauf. Zwei Wochen später legte er gegen die TSG Hoffenheim nach. Das 2:1 selbst gemacht, das 3:1 eingeleitet – in seinem 50. Bundesligaspiel bot Knauff eine Klasseleistung. "Er ist gerade mit positiver Energie unterwegs, die er uns gibt, und hat sich belohnt", lobte Trainer Dino Toppmöller nach dem Spiel.

Tore gegen Barcelona und West Ham

Mit nun zwei Saisontoren hat Knauff bereits eins mehr auf dem Konto als in der gesamten Vorsaison. Die ja ohnehin nicht sonderlich prickelnd für den 21-Jährigen verlief. Zurückgeworfen von kleineren Verletzungen, absolvierte Knauff zwar 33 Pflichtspiele. An die Leistungen in der Rückrunde 2021/22, als er in der Europa League gegen Barcelona und West Ham traf und mit der Eintracht am Ende den Europacup gewann, konnte er aber kaum mehr anknüpfen. Die Eintracht verpflichtete Knauff im Sommer 2023 dennoch, für fünf Millionen Euro.

Noch zu Saisonbeginn sah es so aus, als würde Knauff erneut eine schwierige Saison bevorstehen. In der Sommerpause zog er sich einen Schlüsselbeinbruch zu und verpasste den Start der Vorbereitung. Und gegen Mainz am zweiten Spieltag, bei seinem bis zum Hoffenheim-Spiel einzigen Startelfeinsatz in der Liga, spielte sich Knauff direkt weder aus der Mannschaft, als er eine schwache Leistung durch einen Platzverweis krönte.

"Die Jungs vermitteln Spielfreude und haben miteinander Spaß"

Ganz anders die Vorstellung bei der TSG, als seine alte Unbekümmertheit wieder durchschien. "In der ersten halbe Stunde haben wir richtig guten Fußball gespielt, die Tore waren schön herausgespielt", sagte Toppmöller und meinte damit ganz sicher auch Knauff.

Zupass kommt Knauff dabei auch, dass seine Nebenleute Omar Marmoush und Fares Chaibi ebenfalls gut in Form sind, "die Jungs vermitteln Spielfreude und haben miteinander Spaß", so Sportvorstand Markus Krösche.

"Das kommt mir gelegen"

Und auch die Position, auf der Knauff seine Leistungen abrief, ist eine andere. Musste er in der Vergangenheit meist als rechter Schienenspieler ran, spielte Knauff gegen Heidenheim und Hoffenheim im halblinken offensiven Mittelfeld. "Das kommt mir gelegen, weil wir viele Aktionen nach vorne haben", so Knauff nach dem Spiel.

Und so steht Toppmöller vor dem Luxusproblem, dass gegen Helsinki in der Conference League am Donnerstag Platzhirsch Mario Götze in den Kader zurückkehrt, dieser aber mit Knauff neue Konkurrenz auf seiner Position hat. Gut möglich, dass Knauff nach seinen Leistungen zunächst beginnt. Ob U21-Nationaltrainer Antonio di Salvo im Stadion sein wird, ist nicht bekannt.

Quelle: hessenschau.de/Stephan Reich