Frankfurt trauert, Dortmund jubelt Eintracht verliert Pokalfinale nach großem Kampf

Nichts wurde es mit dem größten Triumph seit fast 30 Jahren: Die Eintracht hat das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund verloren. Dabei waren die Frankfurter dem BVB vor der Pause mindestens ebenbürtig.

Aubameyang trifft zum 2:1
Aubameyang trifft aus 11 Metern in Frankfurter Herz - und zur 2:1-Führung für den BVB. Bild © Imago Images
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Der DFB-Pokal geht im Jahr 2017 nach Dortmund. Eintracht Frankfurt verlor das Endspiel gegen den BVB am Samstagabend (27.05.17) mit 1:2 (1:1). Während die Borussen damit nach drei verlorenen Finals in Folge erstmals seit 2012 den Pott in die Höhe stemmen, wartet Frankfurt seit dem Pokalsieg 1988 weiter auf einen Triumph in Berlin. Nach der Niederlage ist auch klar, dass die Eintracht im kommenden Jahr nicht international starten wird.

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Vor 74.322 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion trafen Ousmane Dembélé (8. Minute) und Pierre-Emerick Aubameyang (67./Foulelfmeter) für den BVB. Ante Rebic hatte in der 29. Minute nach sehenswerter Vorlage des starken Mijat Gacinovic zwischenzeitlich ausgeglichen (29.). Die Eintracht war in der ersten Hälfte das gefährlichere Team und hatte Pech bei einem Pfostentreffer von Haris Seferovic (39.). In der zweiten Hälfte war Dortmund stärker und verdiente sich den Sieg. Aubameyang traf noch zweimal das Aluminium (63., 85.).

Hradecky legt Pulisic

"Über 90 Minuten haben wir ein gutes Spiel gemacht und uns nach Kräften gewehrt. Es geht weiter, wir werden einen neuen Anlauf nehmen. Natürlich ist man enttäuscht, ich weiß es aber auch einzuschätzen. Dass man verliert, gehört zum Fußball dazu", sagte Frankfurts Trainer Niko Kovac und Sportvorstand Fredi Bobic ergänzte: "Wir haben es dem großen Favoriten schwer gemacht. Es werden in den nächsten Jahren nicht soviele Chancen kommen, den Titel zu gewinnen."

Bei bestem Fußball-Wetter legte der BVB gut los. Bereits in der Anfangsphase sorgte Marco Reus, der bis zum Samstag noch nie einen Titel gewonnen hatte, über den linken Flügel zweimal für Gefahr (2. und 4.). Nur vier Minuten später war es auch schon passiert. Nach Zuspiel von Lukasz Piszczek ließ Dembélé den Frankfurter Jesus Vallejo aussteigen und setzte den Ball ins linke obere Eck.

Frankfurt kratzt an der Führung

Nach dem frühen Tor waren die Frankfurter gezwungen zu reagieren. Und sie reagierten, während der BVB das Ergebnis erst einmal verwaltete. Ein Kopfball von Timothy Chandler war eine erste Warnung für den BVB (20.). Sechs Minuten späten waren die Hessen bei einer Doppelchance von Haris Seferovic und Rebic schon näher dran. Rebic besorgte schließlich auch den Ausgleich. Nach Zuspiel von Gacinovic ließ der Kroate dem Dortmunder Schlussmann Roman Bürki keine Chance.

Und die Dortmunder Mienen verfinsterten sich weiter, zumal Reus schon früh humpelte und nach gut einer halben Stunde länger am Knie behandelt wurde. Dazu blieb die Eintracht am Drücker und verpasste kurz vor der Pause knapp das Führungstor. Nach einem Doppelpass mit Gacinovic traf Seferovic den Pfosten (39.). Der Schweizer hatte erwartungsgemäß den Vorzug vor Publikumsliebling Alexander Meier erhalten. "Wir hatten in den ersten zehn Minuten Probleme, danach waren wir die bessere Mannschaft", sagte Frankfurts Co-Trainer Robert Kovac.

Dortmund nach der Pause stärker

Für Reus ging es nach der Pause nicht weiter, ebenso blieb Kapitän Marcel Schmelzer mit Oberschenkelproblemen in der Kabine. Dafür brachte Tuchel den jungen Amerikaner Christian Pulisic und Gonzalo Castro ins Spiel. Nuri Sahin, der auch eine Alternative gewesen wäre, stand indes aus taktischen Gründen überhaupt nicht im Kader.

Die Pause tat dem BVB gut, die Westfalen rissen das Spiel wieder an sich und kamen gleich zu ersten Chancen. Shinji Kagawa tauchte in halblinker Position frei vor dem Tor auf, traf aber den Ball nicht richtig (50.). Noch brenzliger wurde es bei einem Seitfallzieher von Aubameyang, als Frankfurts Marco Fabián kurz vor der Linie rettete und der Ball noch die Latte touchierte (63.). Kurz darauf erzielte Aubameyang doch noch sein Tor. Nach Foul von Frankfurts Schlussmann Lukas Hradecky an Pulisic traf der Bundesliga-Torschützenkönig vom Punkt. Womöglich war es das Abschiedsgeschenk des in Europa heiß begehrten Aubameyang.

Das Gegentor war zugleich das Signal für Kovac, Meier ins Spiel zu bringen. Und der Stürmer hatte gleich eine gute Gelegenheit (79.), auf der Gegenseite traf Aubameyang die Latte (86.). Wenig später war Schluss. Die lautstarken Frankfurter Fans feierten ihre Mannschaft nach Abpfiff für eine couragierte Leistung.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund 1:2 (1:1)

Tore: 0:1 Dembélé (8.), 1:1 Rebic (29.), 1:2 Aubameyang (67./FE)

Frankfurt: Hradecky - Abraham, Hector, Vallejo – Chandler (72. Meier), Medojevic (56. Tawatha), Gacinovic, Oczipka - Fabián (79. Blum), Rebic - Seferovic  

Dortmund: Bürki - Bartra (76. Durm), Sokratis, Schmelzer (46. Castro) - Piszczek, Ginter, Kagawa, Guerreiro - Dembele - Aubameyang, Reus (46. Pulisic)

Gelbe Karten: Gacinovic, Hradecky, Abraham, Rebic / -

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 74.322 (ausverkauft)

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! extra, 28.5.2017, 16.30 Uhr

Quelle: hessenschau.de, dpa/lhe

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