Wiesbadens Florian Stritzel blick enttäuscht nach unten. Läuft vom Platz.

Auf den Lenz folgt das böse Erwachen: Der SV Wehen Wiesbaden muss in der zweiten Liga um den Klassenerhalt zittern. Angedeutet hat sich dies schon länger.

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Highlights: Braunschweig - Wehen Wiesbaden

Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo von Eintracht Braunschweig und rechts das Logo vom SV Wehen Wiesbaden
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Dem SV Wehen Wiesbaden bleibt im Abstiegskampf der zweiten Liga eine letzte Chance, die Klasse zu halten. Diese nennt sich Relegation. Um die zu erreichen, müssen die Hessen am Sonntag (15.30 Uhr) gegen St. Pauli gewinnen oder der Tabellennachbar aus Rostock patzen. Dass die Saison auf solch einen Showdown für den SVWW hinauslaufen wird, war im Winter noch nicht absehbar.

Denn die Wiesbadener starteten nach ihrem Aufstieg im vergangenen Jahr souverän in die neue Spielzeit der 2. Liga. Der 1:0-Sieg gegen die Hertha oder das 1:1 gegen den FC Schalke 04 untermauerten den Eindruck, dass der Klub aus der hessischen Landeshauptstadt nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben könnte.

Das langsame Abrutschen des SVWW

Nach einem kurzen Durchhänger im Herbst und dem Aufwärtstrend im Winter machte es sich der SVWW auf Tabellenplatz 13 gemütlich. Über sechs Spieltage hinweg belegten die Wiesbadener diesen Rang. Und so standen auch noch Anfang März die Zeichen auf Klassenerhalt. Zumal die Hessen am 24. Spieltag die SV Elversberg mit 3:0 in die Schranken weisen konnten.

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Kauczinskis Gefühl war falsch

Die Ironie des Schicksals will es wohl, dass nach diesem Sieg der damalige Trainer Markus Kauczinski diese Worte nach Spielende wählte: "Mein Gefühl ist positiv, dass wir das Zeug dazu haben, Spiele zu gewinnen und die Klasse zu halten. Deswegen machen wir uns keinen Kopf."

Dass dieses Gefühl getäuscht hat, zeigten die kommenden Spiele, denn im Lenz-Monat März gewann der SVWW kein weiteres Pflichtspiel. Ohnehin holten die Wiesbadener nach dem Erfolg gegen Elversberg aus acht Spielen nur zwei Punkte. Um die Klasse zu halten, war und ist das zu wenig. Die sportliche Konsequenz: Nach dem 31. Spieltag und der 3:5-Niederlage gegen Fürth standen die Hessen zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Relegationsplatz. Das hatte wiederum die personelle Konsequenz, dass Trainer Kauczinski gehen musste.

Relegation plötzlich das Ziel

Geändert hat diese Entscheidung der Klubführung bis heute am Tabellenplatz jedoch nichts. So steht der SVWW nach zwei weiteren Niederlagen immer noch auf dem Relegationsplatz. "Die Stresssituation muss man abkönnen. Und dann gehen wir hoffentlich in die Relegation", hielt Kapitän Sascha Mockenhaupt zuletzt fest.

Aus einem weit-entfernten Szenario ist plötzlich die letzte Hoffnung geworden. Immerhin: Der SVWW hat es selbst in der Hand. Das ist auch Mockenhaupt und dem Team klar. Denn durch einen Sieg gegen St. Pauli dürften sie in der Relegation um ein Happy End der Saison kämpfen.