Die Spieler des SV Wehen Wiesbaden beim Trainingsauftakt auf dem Halberg

Der SV Wehen Wiesbaden hat die Vorbereitung auf die Drittliga-Saison aufgenommen. Trainer Nils Döring konnte trotz des Abstiegs eine ordentliche Anzahl Spieler zur ersten Einheit begrüßen. Ein Urgestein geht derweil als Leitwolf voran.

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Droht ein Ballgeschiebe? | hessenschau Sport vom 26.06.2024

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In der Hitze auf dem Halberg in Taunusstein mussten die Spieler des SV Wehen Wiesbaden gleich ordentlich schuften: Zum Trainingsauftakt am Mittwoch gab es Läufe und Zirkeltraining in der prallen Mittagssonne. Immerhin: Trotz des Abstiegs hatte Nils Döring direkt am ersten Tag auf dem Platz 18 Feldspieler und vier Torhüter zur Verfügung.

Darunter war auch Neuzugang Fabian Greilinger, der am Mittwoch von 1860 München verpflichtet worden war und bislang der prominenteste Neue ist. Dagegen fehlte Martin Angha mit Wadenproblemen. Bjarke Jacobsen, der bereits die Relegationsspiele wegen einer Muskelverletzung verpasst hatte, konnte nur Lauftraining absolvieren.

Döring hat den Abstieg verdaut

Das Team ist nach dem bitteren Abstieg in einem Umbruch. "Ich bin froh, dass wir einen Kader haben, mit dem wir definitiv in der 3. Liga bestehen können. Die Anzahl der Spieler ist auch schon zufriedenstellend", sagte Trainer Nils Döring nach der Einheit im Gespräch mit dem hr-sport. "Wir sind nicht die einzige Mannschaft, die auf dem Transfermarkt noch einiges tun wird."

SVWW-Trainer Nils Döring

Der Coach, der zum Saisonende interimsweise übernommen hatte und nun fest installiert wurde, hat den Abstieg inzwischen einigermaßen verdaut. "Es hat schon die eine oder andere Woche gebraucht. Es war für mich analysieren und reflektieren angesagt. Ich bin vier, fünf Tage weggefahren, um den Kopf frei zu kriegen", berichtete er. "Aber jetzt geht es voller Tatendrang an die neue Aufgabe und auf die freue ich mich sehr."

Mit Fünferkette in die neue Saison

Dabei hat Döring auch schon einen klaren Plan: "Wir wollen in einer Fünferkette agieren, auch wenn hin und wieder eine Viererkette nicht ausgeschlossen ist. Ich will ehrlichen Fußball spielen lassen. Ich will die Zuschauer wieder mit Leidenschaft ins Stadion holen." In der abgelaufenen Zweitliga-Saison war der Zuschauerschnitt knapp fünfstellig, in der 3. Liga dürfte das ungleich schwieriger werden.

Einer, der jene Leidenschaft beim SVWW seit Jahren vorlebt, ist Kapitän Sascha Mockenhaupt. Der will auch dieses Mal wieder vorangehen. "In der dritten Liga wird Fußball ein bisschen mehr gekämpft als in der zweiten Liga. Aber da stelle ich die Jungs schon drauf ein", sagte er. "Ein Umbruch ist auch was Positives, weil die Jungs von außerhalb unbefleckt sind und den Scheiß nicht miterlebt haben. Mir macht das Spaß, wenn wieder ein paar junge Spieler mit reinkommen." Mockenhaupt selbst ist seit Januar 2017 im Verein und hat schon mehrere Auf- und Abstiege miterlebt.

"Ich muss mir erstmal einen Überblick verschaffen"

Der Abstieg nach der Saison 2023/2024 hat aber auch ihn besonders mitgenommen. "Das war natürlich hart zu verdauen, weil man das Gefühl nicht losgeworden ist, dass es unnötig war. Aber wir haben es in der Kabine besprochen und gesagt, dass es Vergangenheit sein muss", so der 32-Jährige.

Genau wie der neue Sportgeschäftsführer Uwe Stöver bei seiner Vorstellung in der vergangenen Woche hielten sich auch Kapitän und Trainer mit Kampfansagen zurück. "Der Kader ist noch zu unsicher. Das Transferfenster ist noch so lange offen. Ich will natürlich eine gute Rolle in der Liga spielen, aber ich kann derzeit noch keinen Schlachtruf ausrufen", so Mockenhaupt. Ähnlich formulierte es Döring: "Heute war die erste Trainingseinheit, ich muss mir erstmal einen Überblick verschaffen. Wir sind abgestiegen und müssen uns erst mal konsolidieren – und dann am besten oben angreifen."

Am Samstag geht es nach Südafrika

Schon bald tauscht der SV Wehen Wiesbaden die Einheiten auf dem heimischen Platz übrigens gegen eine ganz andere Kulisse ein: Am Samstag reist das Team ins Trainingslager nach Südafrika. Zuvor steht am Freitag (18 Uhr) noch ein Testspiel gegen den SV Erbenheim auf dem Programm.

Einer wird dann übrigens nicht mehr dabei sein: Marcus Mathisen, in der abgelaufenen Saison der unangefochtene Abwehrchef, hat am Mittwoch von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht. Er wechselt zum 1. FC Magdeburg und bleibt damit im Gegensatz zum SVWW in der 2. Liga.

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