Pleite im Relegations-Rückspiel gegen Regensburg Dramatik pur: SVWW steigt aus zweiter Liga ab

Der SV Wehen Wiesbaden muss kommende Saison wieder drittklassig gegen den Ball treten. In der Relegation verlieren die Hessen am Dienstag das Rückspiel gegen Regensburg und steigen ab.

Der Abstieg ist besiegelt für den SVWW um Ivan Prtajin (rechts).
Der Abstieg ist besiegelt für den SVWW um Ivan Prtajin (rechts). Bild © Imago Images
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Tristesse und Tränen beim SV Wehen Wiesbaden: Die Hessen verloren am Dienstag das Relegations-Rückspiel im eigenen Stadion gegen Jahn Regensburg mit 1:2 (0:1) und sind fortan kein Zweitligist mehr. Das Hinspiel in Bayern war remis geendet (2:2). Somit setzte sich zum vierten Mal in Folge der Drittligist in der Relegation durch, vergangenes Jahr waren es die Wiesbadener selbst. Diesmal aber erholten sie sich nicht von zwei Nackenschlägen direkt vor und nach der Pause. Dominik Kother (45.+2) sowie Konrad Faber (47.) hatten für den SSV Jahn getroffen. Das Tor von Ivan Prtajin (82.) brachte dem SVWW letztlich nichts mehr.

So frustrierend der Abstieg für den SVWW sein mag, alles in allem ist er eine logische Konsequenz der Rückrunde. Die Wiesbadener hatten schon die reguläre Spielzeit als schlechteste Zweitliga-Team der zweiten Saisonhälfte beendet, den Sprung in die Relegation überhaupt erst dank mancher Fehlleistungen der Konkurrenz gepackt. Auch der späte Trainerwechsel von Markus Kauczinski zu Nils Döring brachte keine rettenden Impulse mehr. Döring blieb in fünf Partien ohne Sieg.

Regensburgs Kother trifft aus dem Nichts

In der ersten Hälfte des Entscheidungsspiels war die Bedeutung der Begegnung beiden Teams anzumerken, sie hemmte die Beine der Spieler. Viel Vorsicht, wenig Vorwärtsdrang. Prtajin (20., 30.) probierte es zwar zweimal für den SVWW, Kother ebenfalls doppelt (15., 21.) für Regensburg. Ein Tor lag aber nicht in der Luft. Bis es doch fiel.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit waren die Hausherren weit aufgerückt, was Regensburg konsequent nutzte. Lasse Günther verlor auf der linken Seite einen Zweikampf, konnte die Flanke nicht verhindern, die Regensburgs Bester, Außenstürmer Kother, zur Führung verwertete.

Elfmeter gefordert, Gegentor kassiert

Dem späten Nackenschlag folgte prompt ein früher für den SVWW. Und das kam so: Nach 41 Sekunden im zweiten Abschnitt fiel Prtajin im gegnerischen Strafraum zu Boden, forderte energisch Elfmeter, immerhin hatte er einen Drängler in seinen Rücken gespürt - aber eben keinen Schubser, weshalb die Pfeife von Schiedsrichter Martin Pedersen stumm blieb. Eine enge Kiste, das allemal, aber doch eine vertretbare Entscheidung. Die emotionalen SVWW-Protagonisten regten sich nach dem Abpfiff dennoch darüber auf, zumindest nachvollziehbar.

Denn zu allem Überfluss zappelte der Ball keine 30 Sekunden später doch im Netz - auf der anderen Seite. Den schnellen Gegenstoß der Gäste bekam Wiesbaden nicht kontrolliert, Kother bereitete vor, Faber spitzelte den Ball in den Kasten (47.). War's das?

Die Leidenschaft stimmt, der Ertrag nicht

Vorerst immerhin reagierte der SVWW trotzig. Gino Fechner (50.) scheiterte knapp, ebenso Franko Kovacevic (66.). Bei allen leidenschaftlichen Bemühungen aber fehlte es dem Döring-Team lange am strukturierten Spiel nach vorne. Die Uhr tickte erbarmungslos dem Abpfiff entgegen, ehe Prtajin mit einem starken Kopfballtreffer noch den Anschluss erzielte (82.) und eine dramatische Schlussphase einläutete. Eine, die ohne weiteres Tor für die Gastgeber blieb.

Um 22:26 Uhr war es so weit, der Abpfiff ertönte und besiegelte für den SV Wehen Wiesbaden den letztlich nicht unverdienten Abstieg in die Drittklassigkeit. Einige Wiesbadener Anhänger versuchten anschließend in den Innenraum zu gelangen, die Polizei griff schnell ein. Ein trauriger Abschluss eines traurigen Abends für den SVWW.

Weitere Informationen

SV Wehen Wiesbaden – Jahn Regensburg

Wiesbaden: Stritzel - Mockenhaupt (75. Angha), Mathisen, Vukotic - Goppel (69. Catic), Fechner, Günther (55. Bennetts), Heußer, Lee (75. Bätzner) - Kovacevic (69. Agrafiotis), Prtajin

Regensburg: Gebhardt - Ziegele, Ballas, Breunig, Schönfelder - Bulic, Geipl - Faber, Viet, Kother (82. Bauer) – Ganaus (90. Hein)

Tore: 0:1 Kother (45.), 0:2 Faber (47.), 1:2 Prtajin (81.)
Gelbe Karten: Mockenhaupt, Fechner, Agrofiotis / Kother, Schönfelder

Schiedsrichter: Petersen
Zuschauer: 11.008

Ende der weiteren Informationen

Quelle: hessenschau.de/Daniel Schmitt