Die Irrungen und Wirrungen um Willingen haben endlich ein Ende gefunden. Der Status als Bundesstützpunkt Ski Nordisch bleibt den Nordhessen bis mindestens 2026 erhalten.

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Willingen bleibt Bundesstützpunkt

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Nordhessen atmet auf. Der Bundesstützpunkt Willingen (Upland) und Winterberg (Hochsauerlandkreis) bleibt auch in Zukunft ein ebensolcher. Nachdem es noch Anfang Oktober geheißen hatte, dass der Standort seinen Status zum Jahresende verliert und nur noch 2023 Fördergelder erhalten soll, kam nun die Rolle rückwärts aus dem Bundesinnenministerium (BMI).

"Das ist für die Region extrem wichtig"

"Ich habe gute Nachrichten mitgebracht: Ich habe den Bundesstützpunkt bis 2026 verlängert und auch die volle Anerkennung gegeben", sagte Innenministerin Nancy Faeser (SPD) bei einem Ortsbesuch am Montag. "Ich glaube, man hat die Steine poltern hören, die von meinem Herzen weggefallen sind", sagte Franz Werner Weigelt, der Präsident des hessischen Skiverbands. "Das ist für die Region extrem wichtig."

Faeser machte allerdings auch klar, dass Willingen und Winterberg, die als ein Standort geführt werden, die Anforderungen eines Bundesstützpunktes eigentlich nicht mehr erfüllen. Dass der Status trotzdem erhalten bleibt, sei der guten Jugend- und Nachwuchsförderung zu verdanken. Der hessische Skiverband erhielt trotzdem neue Auflagen. "Wir werden an der Struktur etwas ändern, wir müssen den Leistungssport noch mehr in den Vordergrund stellen", so Weigelt.

Land Hessen wäre eingesprungen

Das Problem in Nordhessen: Mit rund 40 Talenten und drei Bundeskaderathleten, die in Willingen trainieren, ist man bedenklich nahe an der Mindestgrenze für einen Bundesstützpunkt. Abgänge, die es immer wieder geben kann, wiegen da nicht nur sportlich schwer, sondern unter Umständen eben auch finanziell.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte Willingen allerdings zugesichert, dass das Land einspringen würde, sollte es den Status als Bundesstützpunkt verlieren. Bis 2026 darf sich Willingen nun aber weiter über eine Förderung durch das BMI freuen. "Das ist nur angemessen für den Traditions-Wintersport-Standort Willingen, der Stephan Leyhe in die Weltspitze geführt hat und auch Jochen Behle beheimatet", findet Beuth.