Pfingstturnier lockt Reit-Elite nach Wiesbaden

Viele Stars des Reitsports machen wenige Wochen vor Olympia Halt in Wiesbaden und bereichern das Pfingstturnier im Biebricher Schlosspark. Wieder einmal steht auch eine berühmte Tochter im Mittelpunkt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Aus der Froschperspektive fotografiert: ein "fliegendes" Pferd mit Reiter, wie sie über ein Hindernis springen.
Beim Pfingstturnier in Wiesbaden geht es hoch her. Bild © Imago Images
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Auch in diesem Jahr putzt sich der ohnehin schnieke Biebricher Schlosspark an Pfingsten noch einmal besonders heraus. Dort, wo sich sonst Papageien und Eichhörnchen um die besten Plätze in den Kastanienbäumen streiten, trifft sich am kommenden Wochenende die internationale Weltelite des Reitsports. Mit dabei: Reiter und Pferde aus 16 Nationen, knapp 60.000 Zuschauer und Zuschauerinnen und natürlich echte Olympia-Sieger. Kurz gesagt: Das Pfingstreitturnier bittet zu seiner 86. Auflage.

Wann ist das Pfingstturnier?

Wie der Name schon sagt: an Pfingsten. Genauer: Los geht’s am Freitagmorgen, Schluss ist am Montagabend. Dazwischen liegen mehr als 30 Prüfungen, hoffentlich jede Menge Sonnenstrahlen (aktuell sieht‘s okay aus), Spitzenreitsport in mehreren Disziplinen und natürlich die Wiesbadener Pferde-Nacht.

Welche Wettbewerbe gibt es?

Das Triumvirat des Reit-Spaßes besteht aus Eleganz, Sprungkraft und Draufgängertum. In der Fachsprache: Dressurreiten, Springreiten und Vielseitigkeitsreiten. Auch der offiziell "Jump & Drive" genannte Mix aus Kutschenrennen und Springen sowie die Voltigierer und Voltigiererinnen dürfen natürlich nicht fehlen.

Wann wird es besonders spannend?

In diesem Jahr wird bei den Vielseitigkeitsreitern erstmals der deutsche U25-Meistertitel vergeben. Los geht’s durch das Gelände des Schlossparks am Samstag ab 14 Uhr. Die wohl beeindruckendste Dressur-Prüfung auf Grand-Prix-Niveau steigt am Sonntagabend ab 21.15 Uhr unter Flutlicht. Den Höhepunkt bildet dann der Große Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden im Springreiten am Montag ab 15.45 Uhr.

Wie viel Preisgeld gibt es zu gewinnen?

Allein im Springreiten werden 280.000 Euro ausgeschüttet, beim Großen Preis am Montag geht es um 105.000 Euro.

Welche Stars sind dabei?

Obwohl die Veranstalter befürchteten, dass die allererste Garde einen Bogen um den Schlosspark machen werde, kann sich das Teilnehmerfeld durchaus sehen lassen. Die Springreiter werden von den beiden deutschen Top-Athleten Christian Ahlmann und Philipp Schulze Topphoff angeführt.

Im Dressur-Viereck geben sich zudem auch in diesem Jahr die zweimalige Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider, der zweifache Olympiasieger Michael Jung, die zweifache Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl und natürlich die lebende Dressurreiter-Legende Isabell Werth die Ehre. Die 54-Jährige hat in Wiesbaden so oft triumphiert wie niemand anderes, im vergangenen Jahr bereits zum achten Mal. 

Gibt es auch gute Hessen?

Aber hallo! Richard Vogel vom Hofgut Dagobertshausen in der Nähe von Marburg ist aktuell Deutschlands bester Springreiter und steht dementsprechend kurz vor der endgültigen Olympia-Nominierung. Eine gute Leistung in Wiesbaden könnte gleichbedeutend mit einem Ticket für Paris sein. Ebenfalls ein heißer Sieganwärter ist David Will, der mit Vogel in Marburg und Pfungstadt trainiert und sich 2022 in die Wiesbadener Champion-Liste eintrug.

Die bereits erwähnte Dorothee Schneider, die insgesamt schon dreimal in ihrer Heimatstadt gewinnen konnte, ist die große Favoritin bei den Dressurreiterinnen. Nicht zu vergessen ist zudem Mannschafts-Olympiasieger Sönke Rothenberger aus Bad Homburg.

Was ist mit dem Promi-Faktor?

Neben den zahlreichen regionalen Sternchen, die sich wie jedes Jahr auf den Tribünen tummeln werden, zieht wieder einmal eine prominente Tochter die Augen der Fans auf sich. Nachdem 2022 Reiterin Jessica Springsteen auch ohne ihren Papa Bruce einen Hauch von Rock’n’Roll versprühte, steht dieses Mal tierischer Nachwuchs im Mittelpunkt.

Lokalmatadorin Evelyn Eger, die in Idstein (Rheingau-Taunus) aufgewachsen ist, wird laut dem Wiesbadener Kurier gemeinsam mit einer Totilas-Tochter an den Start gehen. Und wie es sich für eine echte Wunderhengst-Nachfahrin gehört, hat diese auch einen extravaganten Namen: Die Vorzeige-Stute heißt Tabledance. "Sie ist gutherzig im Umgang und eine ehrgeizige Sportlerin", so Eger.

Wo wird das Turnier übertragen?

Natürlich beim hr, und natürlich an gleich zwei Tagen. Am Sonntag können Sie ab 15.30 Uhr den Preis des hessischen Ministerpräsidenten im hr-fernsehen und im Livestream auf hessenschau.de verfolgen. Am Montag folgt an gleicher Stelle ab 16.30 Uhr der Große Preis von Wiesbaden. Kommentator ist Carsten Sostmeier.

Livestream
Ein Reiter beim Pfingstreitturnier
Bild © hr, Imago Images
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Quelle: hessenschau.de