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Tarifgebiet Mitte übernimmt Pilotabschluss für Metaller

Nach zähem Ringen ist eine Einigung erzielt: Die rund 380.000 Beschäftigten der auch für Hessen zuständigen Tarifregion in der Metall- und Elektroindustrie bekommen mehr Geld. Das sei an der Schmerzgrenze, so die Arbeitgeber, aber tragbar.

Nach vier erfolglosen Verhandlungsrunden und Warnstreiks gibt es eine Einigung im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie. Der in Baden-Württemberg erreichte Tarif-Pilotabschluss soll auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gelten. Darauf einigten sich in Frankfurt die regionalen Verhandlungspartner der Arbeitgeber und der IG Metall, wie beide Seiten übereinstimmend am Dienstag berichteten.

Damit erhalten auch die rund 380.000 Beschäftigten der Tarifregion Mitte eine Kombination aus steuer- und abgabenfrei gestellten Einmalzahlungen sowie dauerhaften Steigerungen in den Lohntabellen.

Höherer Lohn ab Juni

Erstmals sollen Entgelte ab 1. Juni 2023 um 5,2 Prozent steigen und ab dem 1. Mai 2024 um weitere 3,3 Prozent. Zudem sollen die Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro erhalten, die in zwei Schritten ausgezahlt wird.

Der Tarifvertrag läuft über 24 Monate bis zum 30. September 2024. Die IG Metall hatte zunächst 8,0 Prozent Entgeltzuwachs bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.

"An der Schmerzgrenze, aber tragbar"

Die Arbeitgeber betonten die flexiblen Elemente der Vereinbarung. "Der Tarifabschluss ist an der Schmerzgrenze, geht aber auf die Sorgen der Beschäftigten ein und ist durch die Möglichkeiten zur Differenzierung und Verschiebung der Kostenbelastung sowie die lange Laufzeit für viele Unternehmen tragbar", erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitsgemeinschaft M+E Mitte, Oliver Barta.

An den Warnstreiks seit Ende Oktober hatten sich nach Gewerkschaftsangaben im Tarifgebiet Mitte rund 140.000 Beschäftigte beteiligt. Ihr Druck habe dazu beigetragen, dass letztlich ein Arbeitskampf mit Streik verhindert werden konnte, sagte IG-Metall-Bezirkschef Jörg Köhlinger. "Am Ende steht jetzt ein guter Kompromiss."

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