Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen peilt die Messe Frankfurt einen deutlich höheren Umsatz an als zuletzt. Die Messegesellschaft will außerdem nachhaltig wachsen und Gewinne sozial und umweltverträglich erwirtschaften.

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Messe Frankfurt strebt deutlich mehr Umsatz an

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Nach Aufhebung der Corona-Einschränkungen kämpft sich die Frankfurter Messegesellschaft aus dem geschäftlichen Tief. Im laufenden Jahr werde ein Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro erwartet, wenn weiterhin ohne Verbote Veranstaltungen organisiert werden dürften, sagte Messe-Chef Wolfgang Marzin am Dienstag in Frankfurt. Bis Jahresende stehen noch etliche eigene und Gast-Veranstaltungen auf dem Programm am Heimatstandort sowie international.

"Der große Zuspruch auf den Veranstaltungen unter dem Dach der Messe Frankfurt gibt Anlass zu Zuversicht und Perspektive", sagte Marzin mit Blick auf jüngste Veranstaltungen ohne Corona-Einschränkungen wie die Prolight + Sound und die Fleischwarenmesse IFFA.

Pandemie: Umsatz sank von 736 auf 154 Millionen Euro

In den Pandemiejahren 2020 und 2021 hatte die von der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen getragene Gesellschaft wegen zahlreicher Absagen einen Erlös- und Gewinneinbruch erlitten, so dass eine Finanzspritze der Eigner von bis zu 250 Millionen Euro notwendig schien. Zuletzt betrug der Umsatz der Messegesellschaft noch 154 Millionen Euro nach 257 Millionen Euro im Jahr 2020. Der anvisierte Umsatz in diesem Jahr liege also fast dreimal so hoch wie das Geschäftsvolumen im vergangenen. 2021 schlugen insbesondere die ausgefallenen Frühjahrsmessen ins Kontor, so Marzin. Im letzten regulären Geschäftsjahr, 2019, hatte die Messegesellschaft noch 736 Millionen Euro erlöst.

Mit Unterstützung der Gesellschafter sei die Messe ausreichend liquide und bis Ende 2023 durchfinanziert, sagte der Vorsitzende der Messe-Geschäftsführung. Es gebe hohe Erwartungen an die Branchenplattformen, da die Wirtschaft weltweit vor neuen Rahmenbedingungen und Herausforderungen stehe.

Nachhaltigkeit als Unternehmensziel

Während der Pandemie investierte die Messe nach eigenen Angaben in Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Letztere solle zu einer zentralen Säule der Unternehmensstrategie und "Teil der DNA der Messe Frankfurt" werden, versicherte Marzin.

Seit 2010 gehöre die Messe dem UN Global Compact an, einer wichtigen weltweiten Initiative für nachhaltige Unternehmensführung. Seit kurzem gebe es auf höchster Managementebene der Messe Frankfurt ein Sustainability Board ("Nachhaltigkeitsgremium"), das die Unternehmensziele hinsichtlich Klimaschutz und Nachhaltigkeit vorantreiben soll. "Es ist unser Ziel, Gewinne sozial und umweltverträglich zu erwirtschaften, damit auch künftige Generationen verantwortungsbewusste Wirtschaftsförderung betreiben können", sagte Marzin.

Neue Halle 5 wird demnächst fertig gebaut

Trotz des Umsatzeinbruchs während der Corona-Zeit wurde der Neubau der Halle 5 nicht unterbrochen, so dass sie zu den Frühjahrsmessen im kommenden Jahr zur Verfügung steht, wie Uwe Behm, Mitglied der Geschäftsführung, sagte. Ab Frühjahr 2023 sollen die Konsumgütermessen Ambiente, Christmasworld und Creativeworld erstmals gebündelt und gemeinsam stattfinden.

Behm sagte, die Messe könne wieder Gastgeberin für rund 200 Messen, Kongresse und Veranstaltungen im Jahr sein. Im Juli etwa stehe mit der Eurobike eine große Premiere in Frankfurt an. Die Nachfrage der Aussteller sei so groß, dass die Messe ihnen mit einer zusätzlichen Halle rund 150.000 Quadratmeter mehr Fläche einräume. Auch die Automechanika in der ersten Septemberhälfte sei mit erwarteten rund 2.500 Ausstellern "auf dem Weg zurück zu internationaler Größe", zeigten sich die Messe-Geschäftsführer optimistisch.

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