Reisende am Frankfurter Flughafen

Fast 100.000 Reisende traf der Warnstreik bei der Lufthansa am Frankfurter Flughafen. Seit dem frühen Donnerstagmorgen läuft der Betrieb wieder regulär. Absagen gibt es nur noch vereinzelt.

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Der Betrieb am Frankfurter Flughafen läuft wieder

Flughafen Frankfurt
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Nach dem Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals mit hunderten Flugabsagen herrschte am Donnerstagmorgen wieder Hochbetrieb am Frankfurter Airport. Schlangen von Reisenden bildeten sich vor den Check-in-Schaltern. Nur noch vereinzelt gab es Annullierungen bei den An- und Abflügen.

Der Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals endete offiziell am Donnerstag um 6 Uhr, die Gewerkschaft Verdi hatte aber bereits angekündigt, in den frühen Morgenstunden nicht mehr aktiv mobilisieren zu wollen. Lufthansa wollte daher auch die erste Flugwelle am Morgen mit möglichst wenigen Absagen in die Luft bekommen.

Fast 100.000 Passagiere betroffen

Das sah am Vortag noch ganz anders aus. 725 von 1.160 geplanten Verbindungen an Deutschlands größtem Flughafen wurden am Mittwoch abgesagt, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport erklärte. Damit waren auch Flüge anderer Gesellschaften betroffen, die üblicherweise vom Lufthansa-Bodenpersonal mitbetreut werden.

Fast 100.000 Reisende in Frankfurt traf der eintägige Warnstreik demnach. Den Kunden seien je nach Flugziel unterschiedliche Lösungen angeboten worden, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Man habe extra Personal für diese Aufgabe eingeplant, die damit zu bewältigen geblieben sei. Die verfügbaren Kapazitäten seien allerdings sehr begrenzt.

Tagelanges Warten auf Flüge

Am bestreikten Flughafen hatten sich am Mittwoch lange Schlangen von meist ausländischen Reisenden gebildet, die in Frankfurt gestrandet sind. Wegen der meist stark gebuchten Flüge sei es sehr schwierig, in den kommenden Tagen alternative Reisemöglichkeiten zu finden. In einzelnen Fällen könne es sein, dass Gäste mehrere Tage lang auf ihren Weiterflug warten müssten, sagte der Sprecher.

Auswirkungen bis zum Wochenende

Auch in den kommenden Tagen rechnet Lufthansa noch mit weiteren Auswirkungen. "Mit Blick auf das kommende Wochenende, den Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg, arbeitet Lufthansa mit Hochdruck daran, den Flugbetrieb wieder so schnell wie möglich zu normalisieren."

Dennoch könne es auch am Donnerstag und Freitag noch zu einzelnen Flugausfällen und Verspätungen kommen, erklärte die Airline.

Anspruch auf Erstattung?

Ob die Passagiere der annullierten Flüge Anspruch auf eine Erstattung oder Ausgleichszahlung haben, müsse individuell geprüft werden, sagte die Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP), Sabine Cofalla. Das hänge davon ab, ob das streikende Bodenpersonal bei der Lufthansa selbst angestellt ist oder nicht. Wichtig sei deshalb, dass Reisende alle Details zu ihrem Flug dokumentieren.

Verdi hofft auf schnelles Ergebnis

Verdi und Lufthansa hielten sich gegenseitig vor, für die Lage verantwortlich zu sein. Das Unternehmen habe bewusst darauf verzichtet, nach der Warnstreikankündigung noch einmal zu verhandeln, sagte Verdi-Streikleiter Marvin Reschinsky. Er hoffe nun auf ein schnelles, gutes Ergebnis. "Wir erwarten ganz klar, dass Lufthansa in der nächsten Woche nachlegt, damit der Luftverkehr wieder läuft." Ein hoher Abschluss sei auch ein Entlastungssignal an das Bestandspersonal, wenn Lufthansa attraktivere Jobs für Neueinsteiger anbiete. "Die werden dringend gebraucht."

Verdi-Mitglieder streiken am Frankfurter Flughafen.

Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen. In der zweiten Verhandlungsrunde hatte die Lufthansa Mitte Juli ein Angebot vorgelegt, das Verdi als "unzureichend" kritisiert hatte. Man wolle daher den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, in der nächsten Verhandlungsrunde Anfang August "ein deutlich verbessertes, abschlussfähiges Angebot" vorzulegen.

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann kritisierte den Streikaufruf und das Timing. "Die frühe Eskalation nach nur zwei Verhandlungstagen in einer bislang konstruktiv verlaufenden Tarifrunde richtet enorme Schäden an", sagte er am Dienstag. Das betreffe vor allem die Fluggäste in der Hauptreisezeit. "Und es belastet unsere Mitarbeitenden in einer ohnehin schwierigen Phase des Luftverkehrs zusätzlich stark."

Vorerst keine weiteren Streiks

Lufthansa-Kunden müssen nun zumindest bis zur nächsten Gesprächsrunde in der kommenden Woche keine weiteren Aktionen der Gewerkschaft Verdi fürchten. "Das kann ich ausschließen", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.

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