Blick ins Schaltanlagenwerk von Siemens.

Der Technologiekonzern Siemens baut sein Schaltanlagenwerk in Frankfurt-Fechenheim aus und will im Zuge dessen hunderte neue Arbeitsplätze schaffen. Das ist für den Industriestandort Rhein-Main eine eher ungewöhnliche Nachricht.

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Siemens erweitert Werk in Frankfurt – und feiert Einweihung

hs
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Siemens investiert weitere 100 Millionen Euro in den Ausbau seines Schaltanlagenwerkes im Frankfurter Osten. Bis Mitte 2027 sollen an dem Standort mit derzeit 1.900 Beschäftigten weitere 400 Arbeitsplätze entstehen, wie der Technologiekonzern am Donnerstag mitteilte.

Schaltanlagen dienen der Einspeisung und Verteilung von Strom in größeren Gebäuden. Eingebaut werden sie etwa in Kraftwerken, Umspannwerken, Supermärkten, Kliniken, Bahnanlagen und Flughäfen. Nach Angaben des Herstellers wächst die Nachfrage.

Betriebsrat: Schaltanlagen haben Zukunft

Siemens will nach eigenen Angaben die Gebäude auf einem 3,5 Hektar großen Gelände im Ostend, das es zugekauft hat, in den kommenden Monaten zu weiteren Produktionsflächen und Büros umbauen. Rund 70 Millionen Euro will das Unternehmen dafür investieren. Das neue Gelände verfügt über einen Bahnanschluss, eine Verbindung zum Osthafen ist möglich - nicht unwichtig für den Vertrieb der weltweit verkauften Anlagen.

Im vergangenen Jahr steckte Siemens nach eigenen Angaben bereits 30 Millionen Euro in das bestehende Frankfurter Werk im Stadtteil Fechenheim und erweiterte unter anderem die Produktionskapazitäten. Den Betriebsrat freut's. Stromversorgung sei auf der ganzen Welt ein Thema, insofern habe die Produktion von Schaltanlagen Zukunft, sagte ein Sprecher dem hr: "Und die lässt sich nicht so leicht ins Ausland verlegen."

Standortleiter: Beschäftigte zu finden, ist schwierig

Die Abwanderung oder Verlegung von Produktionsstätten ins Ausland ist ein riesiges Thema in der deutschen Industrie. Die "wohltuende Nachricht", von der Thomas Frey vom Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen am Donnerstag in Bezug auf die Werkserweiterung von Siemens sprach, ist nach seinen Worten entsprechend eine Ausnahme. Zuletzt hätten Unternehmen doch eher über zu hohe Kosten und andere Nachteile am Industriestandort Rhein-Main geklagt.

Der Standortleiter des Schaltanlagenwerks von Siemens in Fechenheim, Mark Backhaus, führt vor allem die zunehmend schwierige Suche nach Beschäftigten an: "Neue Mitarbeiter zu finden, ist die große Herausforderung." Man habe bereits die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht, doch langsam fänden sich auch keine Azubis mehr, sagte er. Die angekündigten 400 neuen Arbeitsplätze will Siemens in den kommenden drei Jahren aufbauen.

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