Auch ein milder Winter kann den Straßen schaden: Schlaglöcher sind auch in diesem Jahr ein Problem in Hessen - wenn auch nicht so massiv. Besonders schwierig ist dabei allerdings der Fachkräftemangel im Bereich Straßenbau.

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Hessens Schlaglöcher bereiten Probleme

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Eimer, Schaufel, Besen – all das hat Streckenwart Michael Briehl immer dabei, wenn er mit seinem orangefarbenen Fahrzeug die Straßen rund um Bad Arolsen (Waldeck-Frankenberg) abfährt. Fast täglich ist er dort unterwegs – so wie Streckenwarte der insgesamt 46 Straßenmeistereien von Hessen Mobil in ganz Hessen.

Sie suchen während des Winters auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen nach Schäden. Dabei wandern die Augen von Michael Briehl auf der Suche nach kleinen Löchern im Fahrbahnbelag wachsam über die Fahrbahn. Denn diese gilt es schnell auszubessern. "Erst ist ein kleines Loch da. Wenn wir das nicht gleich schließen, wird es immer größer. Das wollen wir vermeiden."

Zu früh für eine Winterbilanz

Schlaglöcher entstehen im Winter, wenn Wasser in kleine Risse und Hohlräume im Straßenbelag dringt und sich beim Gefrieren dann ausdehnt. Dementsprechend sind Schlaglöcher in diesem milden Winter nach Angaben von Tobias Klippert, dem Leiter der Straßenmeistereien Bad Arolsen und Bad Wildungen, ein vergleichsweise kleines Problem.

Einzig die kalten Tage Anfang Dezember hätten ihre Spuren auf den Straßen hinterlassen. Da stimmt ihm Jochen Vogel als südhessischer Sachgebietsleiter von Hessen Mobil zu - auch wenn er es für verfrüht hält, schon im Januar eine Bilanz für den Winter zu ziehen. Und nicht überall blieben die Fahrbahndecken verschont: Am Gambacher Kreuz bei Münzenberg (Wetterau) musste kurz vor Weihnachten die A5 gesperrt werden, weil mehrere große Risse und Frostlöcher ausgebessert werden mussten.

Dauerhafte Reparaturen erst im Frühjahr möglich

Im Grunde muss jedes kleine Schlagloch ausgebessert werden, damit es sich nicht zu einem großen Loch entwickeln kann. Um die Löcher zu reparieren, fegt Streckenwart Briehl zunächst die Stelle aus, dann schaufelt er eine feuchte, schwarzkörnige Masse hinein. "Das ist Bitumen, das reagiert mit Wasser und ist dann sofort überfahrbar."

Dieses Vorgehen sei allerdings nur eine Zwischenlösung für akute Reparaturarbeiten im Winter, erklärt Tobias Klippert. Denn eine Reparatur mit beständigerem Heißasphalt könne erst nach dem Winter bei wärmeren Temperaturen durchgeführt werden, wenn klar sei, wie groß die Frost- und Kälteschäden im Straßennetz tatsächlich sind.

Fachkräftemangel und Investitionsstau

Matthias Baaß, Präsident des Hessischen Städte und Gemeindebundes (HSGB), hofft sehr, dass sich die Winterschäden auf den Straßen weiter in Grenzen halten. Denn viele Kommunen stünden derzeit vor dem Problem, keine Firmen oder Ingenieursbüros zu finden, die notwendige Straßenbauarbeiten vornehmen könnten. "Das hat im letzten dreiviertel Jahr nochmal zugenommen, weil es gerade in den Ingenieurbüros einen erheblichen Fachkräftemangel gibt."

Abgesehen von fehlendem Personal stellen auch klamme Kassen und teurere Preise für Energie und Rohstoffe im Straßenbau ein Problem dar. HSGB-Präsident Baaß fürchtet deshalb, dass in einigen Kommunen Reparaturarbeiten an Straßen verschoben werden müssen und sich dann Richtung Frühjahr ein Sanierungsstau aufbauen könnte. "Je länger man die Reparaturen verschiebt, desto mehr Flickwerk gibt es. Um dafür zu sorgen, dass in Zukunft bei Forst und Hitze Schäden erst gar nicht wieder auftreten, muss man grundlegend dran gehen."

Solche grundlegenden Reparaturarbeiten geben auch die Straßenmeistereien von Hessen Mobil an dafür spezialisierte Firmen ab. Doch auch wenn es merklich schwieriger werde, entsprechende Firmen zu finden, wolle man zuversichtlich bleiben, sagt Sachgebietsleiter Jochen Vogel. "Bisher konnten wir immer alle Maßnahmen umsetzen."

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