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Bistum Limburg: Früherer Bezirksdekan lässt Pfarreramt ruhen

Ein früherer Bezirksdekan im Bistum Limburg hat sich aus dem geistlichen Dienst in der katholischen Kirche zurückgezogen - zumindest vorübergehend. Er soll als Pfarrer zwei Frauen sexuell belästigt haben.

Neues im Fall des Pfarrers Winfried Roth: Nachdem er im Frühsommer nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung einer Gemeindereferentin als Bezirksdekan zurückgetreten ist, nimmt er sich nun eine Auszeit in seiner Pfarrei Maria Himmelfahrt in Hachenburg. Die rheinland-pfälzische Gemeinde gehört zum katholischen Bistum Limburg. Roth war dort Bezirksdekan für den Westerwald.

Ein Sprecher des Bistums sagte dem hr, das sei eine Entscheidung des Pfarrers und der Pfarrei. Mit den Vorwürfen der sexuellen Belästigung habe der Vorgang nicht direkt etwas zu tun. Es sei darum gegangen, Roth aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu nehmen. Dies sei in beiderseitigem Einverständnis geschehen. Wie lange die Auszeit dauern und wie es danach weitergehen könnte, dazu äußerte sich der Bistumssprecher nicht.

Die Beilage Christ & Welt der Wochenzeitung Die Zeit hatte Ende Mai über die Vorwürfe gegen Roth berichtet. Demnach soll er als Priester in den Jahren 2000 und 2007 zwei Frauen verbal und körperlich sexuell belästigt haben. Eine der Frauen arbeitete als Gemeindereferentin in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Roth.

Bischof Bätzing in der Kritik

In dem Fall geriet auch der Limburger Bischof Georg Bätzing in die Kritik. Er hatte den Pfarrer im Jahr 2020 zum Bezirksdekan befördert, obwohl damals schon die Vorwürfe der Frauen gegen Roth kirchenintern bekannt waren. Bätzing bat für die Entscheidung im Frühsommer dieses Jahres um Verzeihung und begründete sie damit, dass er sich auf die Empfehlung von Mitarbeitern verlassen habe.

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichte die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexueller Gewalt im Bistum Limburg einen Bericht zu dem Fall. Sie kam zu dem Schluss, dass nicht zuletzt bei der Aufarbeitung der Vorwürfe viel schiefgelaufen sei. Das Bistum habe die Opfer zu lange nicht ernst genommen.

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