Corona und Alltag - eine Grafik mit Symbolen

Die Ausbreitung des Coronavirus bestimmt in Hessen den Alltag der Menschen. Was ist noch möglich, was nicht mehr und was könnte noch auf uns zukommen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Schulen und Kitas sind bereits über eine Woche geschlossen, seit Sonntag in ganz Hessen ein umfassendes Kontaktverbot - das Coronavirus stellt den Alltag auf den Kopf.

Viele fragen sich unter anderem, was die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für ihren persönlichen Alltag bedeuten, ob Hessen vorbereitet ist und was im sogenannten Katastrophenfall passiert. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Einschränkungen, die es bereits gibt, und zu denen, die in Hessen möglicherweise noch kommen könnten - sortiert nach Themenbereichen:

Reisen und Verkehr

Hat das Coronavirus Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr in Hessen?

Bislang gab es nach Angaben der Deutschen Bahn keine größeren Ausfälle im deutschen Bahnverkehr. Züge im Nah- und Fernverkehr sollen so lang wie möglich fahren. Viele Berufsgruppen seien darauf angewiesen.

Im hessischen ÖPNV gibt es bereits Ausfälle und weitreichende Umstellungen der Fahrpläne wie zur Ferienzeit. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite Ihres Verkehrsverbundes: Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV), Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN)

Hat das Coronavirus Folgen für Fernbusreisen?

Mit dem Maßnahmen-Paket, das seit Mittwoch (18. März) gilt, sind auch sogenannte Reisebusreisen untersagt. Auf diese Verordnung haben die beiden auch in Hessen operierenden Fernbusunternehmen Flixbus und Blablabus reagiert und ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Flixbus hat in Hessen insgesamt 14 Haltestellen, Blablabus verkehrte von Frankfurt und Gießen.

Dürfen Passagierflugzeuge aus Risikogebieten noch in Hessen landen?

Über die deutschen Flughäfen und auf dem Seeweg dürfen seit Dienstagabend (17. März) nur noch EU-Bürger einreisen. Der Grund sind neue Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger. Davon betroffen sind Reiseverbindungen, die außerhalb der Europäischen Union starten. Ausnahmen gibt es demnach für Angehörige von Drittstaaten mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat. Die Beschränkung soll zunächst 30 Tage lang gelten.

Am Mittwochabend beschloss das Bundeskabinett, dass auch EU-Bürger aus Italien, Spanien, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz nicht mehr mit dem Flugzeug oder Schiff einreisen dürfen. Lediglich um im Transitbereich auf einen Flieger in die Heimat umzusteigen, dürfen sie noch an deutsche Flughäfen.

Darf ich innerhalb Hessens noch verreisen?

Wer für seine Reise ein Hotel oder eine Pension braucht, der könnte auf Schwierigkeiten stoßen. Übernachtungsangebote sind in Hessen nur zu notwendigen, nicht zu touristischen Zwecken erlaubt. Der Regional- und Fernverkehr wird nach Angaben der Deutschen Bahn so lange wie möglich aufrechterhalten. Auch hier gibt es aber bereits Einschränkungen: Auf den meisten Strecken fahren die Bahnen nicht mehr im gleichen zeitlichen Takt wie vorher, zudem werden die Nachtbusse in den Städten eingestellt.

Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus dem Urlaub heimkehre?

Alle Personen, die in den vergangenen zwei Wochen aus einem Risikogebiet des Robert-Koch-Instituts zurückgekehrt sind oder zurückkehren, müssen für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Diese Vorschrift gilt seit Freitag (20.3.).

Darf ich nun in Hessen ohne Fahrschein Bahn fahren?

Einige Verkehrsanbieter verzichten inzwischen auf Fahrscheinkontrollen, um den Kontakt zwischen Mitarbeitern und Fahrgästen zu verringern. Dadurch soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Dies ist unter anderem bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) der Fall. Es gelte aber weiterhin die Fahrkartenpflicht. Die Maßnahmen seien laut VGF zunächst unbefristet. Auch im Regionalverkehr der Deutschen Bahn sollten Ticketkontrollen wegfallen. Informationen darüber, dass die Fahrtkartenpflicht dort entfalle, gibt es nicht. [zurück]

Medizinische Versorgung

An welche Stellen kann ich mich in Hessen wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, sollte sich umgehend an das zuständige Gesundheitsamt wenden - auch wenn keine Symptome aufgetreten sind. Das zuständige Amt lässt sich über diese Datenbank des Robert-Koch-Instituts ermitteln.

Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Wichtig ist beim Anruf der Hinweis, dass man Kontakt mit Menschen aus einem Corona-Risikogebiet hatte. Die Liste mit den offiziellen Risikogebieten finden Sie hier. Im Verdachtsfall ist auch die Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes eine richtige Anlaufstelle - unter der Telefonnummer 116117.

Wo kann ich mich in Hessen auf das Coronavirus testen lassen?

Nicht in jedem Fall wird bei Corona-Symptomen ein Labor-Test durchgeführt. In Hessen gibt es derzeit 17 Coronavirus-Testcenter. Hessenweit soll jeder Bürger innerhalb eines Umkreises von 30 Kilometern ein Testcenter erreichen können. Doch die Labore stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Tests werden daher auf Patienten beschränkt, bei denen eine medizinische Indikation nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) besteht. Getestet wird, wer auf Anordnung des Gesundheitsamtes oder des ärztlichen Bereitschaftsdienstes an das jeweilige Testcenter verwiesen wurde. Die Testcenter sind werktags von 9 bis 13 Uhr geöffnet und am Wochenende geschlossen.

Ist das Land Hessen auf eine Situation wie diese vorbereitet?

Katastrophenschutz ist Sache der Bundesländer. Das führt aktuell zu einem Flickenteppich an Maßnahmen in den verschiedenen Bundesländern - die entscheiden nach aktueller Lage. Klar ist: Unvorbereitet sind die Behörden nicht. Jedes Jahr finden regelmäßig große Katastrophenschutzübungen statt, um Einsatzkräfte und tausende Ehrenamtliche für den Ernstfall vorzubreiten. Salopp gesagt: Für Fälle wie die Corona-Pandemie liegen Notfallpläne in den Schubläden.

Wer Fragen rund um das Thema Coronvirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800-5554666 an die hessenweite Hotline des Sozialaministeriums wenden - täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar.

Sind Apotheken noch geöffnet?

Apotheken und Sanitätshäuser bleiben geöffnet. Sie haben darüber hinaus in Hessen die Möglichkeit, auch zusätzlich sonntags zu öffnen.

Was wird aus meinem OP-Termin?

Medizinische Eingriffe und Behandlungen, für die derzeit keine dringende medizinische Notwendigkeit besteht, finden nicht mehr statt. Die Entscheidung, ob eine nicht notwendige Behandlung vorliegt, liegt in der Hand des ärztlichen Personals des Krankenhauses. [zurück]

Lebensmittelversorgung und sonstige Einkaufsmöglichkeiten

Welche Geschäfte sind noch geöffnet und welche nicht?

Die Supermärkte bleiben genauso wie Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen geöffnet. Auch Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel schließen nicht. Für diese Bereiche ist das Sonntagsverkaufsverbot bis auf Weiteres ausgesetzt. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. Andere Geschäfte müssen vorübergehend schließen, darunter seit Sonntag (22. März) auch Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons.

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Welche Geschäfte öffnen auch sonntags?

Alle Geschäfte, die noch öffnen dürfen, können dies auch sonntags tun. Das sind in Hessen: Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken, Sparkassen, Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel.

Kann ich noch beim Lieferservice bestellen?

Essen darf abgeholt oder ausgeliefert werden. Manche Anbieter reagieren auf diese Möglichkeit und erweitern ihr Angebot um einen Liefer- und Abholdienst.

Auch Lieferdienste sind von dem generellen Verkaufsverbot nicht betroffen. Es gibt bereits welche, die als Reaktion auf die Pandemie Lieferungen ohne physischen Kontakt anbieten: Das Essen wird nach einer Benachrichtigung vor die Haustür gestellt, der Kunde bezahlt online.

Restaurants und Gaststätten müssen seit Samstag (21. März) komplett geschlossen bleiben.

Sind Hamsterkäufe in Hessen notwendig?

Toilettenpapier, Nudeln und Mehl werden stark nachgefragt, mancherorts herrscht in den Regalen Leere. Doch für Hamsterkäufe gebe es keinen Grund in Hessen, betont Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne). "Die Lieferketten halten, die Waren kommen verlässlich zu den Kunden."

Auch Experten erwarten in Deutschland keine Engpässe beim Essen. Aber selbst in diesem Fall hält der Katastrophenschutz in Hessen nötige Reserven an geheimen Orten bereit.

Sind Tafeln noch geöffnet?

Über 250 Tafeln in ganz Deutschland haben ihre Lebensmittelausgabe vorübergehend eingestellt, 16 davon in Hessen, das teilte die Tafel Deutschland auf ihrer Webseite am Mittwoch (18. März) mit. Rund 90 Prozent der Ehrenamtlichen gehörten zu den älteren Menschen und damit zur schützenswerten Gruppe.

Zudem finde die Ausgabe häufig in engen Räumen statt. Welche Tafeln in Hessen von den Schließungen betroffen sind, kann man in dieser Liste einsehen. [zurück]

Schulen, Universitäten und Weiterbildung

Wie gehen Hessens Unis mit Einschränkungen um?

Die Landesregierung hat den Vorlesungsbeginn zum Sommersemester um eine Woche nach hinten verschoben. Auch die Universitäten selbst haben auf die Corona-Krise reagiert. Die fünf hessischen Universitäten setzen wegen des Coronavirus einen Großteil ihrer Prüfungen aus. Betroffen sind davon an allen Universitäten die Präsenzklausuren. Bibliotheken und Mensen wurden zum Teil komplett geschlossen.

Informationen über einzelne Maßnahmen stellen sie auf ihren Internetseiten bereit: TU Darmstadt, Uni Frankfurt, Uni Marburg, Uni Gießen, Uni Kassel

Welche Vorschriften gelten derzeit für Schulen und Kitas?

Die Schulpflicht in Hessen wurde bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Seit Montag (16. März) gibt es keinen Unterricht mehr. Die Schulen bleiben aber offen, um Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von bestimmen Berufsgruppen wie etwa medizinischem Personal zu ermöglichen.

Für Lehrer gilt die Dienstverpflichtung. Auch die Kindertagesstätten in Hessen sind seitdem nur noch für eine Notbetreuung geöffnet.

Findet das Abitur in Hessen statt?

Die schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen finden statt. "Auch wenn die aktuelle Lage unsere Abiturientinnen und Abiturienten vor große Herausforderungen stellt, wollen wir ihnen nicht die Chance nehmen, an den Prüfungen teilzunehmen", sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Das Landesabitur läuft seit Donnerstag (19. März). Rund 23.500 Schülerinnen und Schüler schreiben Prüfungen.

Die Prüfungsgruppen sollen so klein wie möglich sein und die Abstände zwischen den Prüflingen möglichst groß. Da kein regulärer Schulbetrieb stattfindet, gibt es laut Staatskanzlei genug Personal und Räume, um die Gruppen aufzuteilen.

Es gibt aber auch Ausnahmen: An der Hochtaunusschule in Oberursel (Hochtaunus) werden die Abiturpüfungen verschoben. Der dortige Abiturjahrgang habe engen Kontakt zur Feldbergschule. Dort wurden die Prüfungen am Dienstag aufgrund eines Corona-Falls verschoben.

Für wen gibt es eine Notbetreuung für Kinder?

Diese Notbetreuung können Eltern, die beispielsweise in Krankenhäusern arbeiten, für ihre Kinder in Anspruch nehmen. Eine vollständige Liste der berechtigten Berufsgruppen hat das Land Hessen auf seiner Website aufgestellt.

Das Betreuungsangebot gilt für Alleinerziehende und greift nun auch dann, wenn nur ein Elternteil im Bereich als Einsatzkraft der Polizei oder Feuerwehr, im Gesundheitswesen oder im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeitet.

Finden Bildungsangebote noch statt?

Alle Weiterbildungsgebote wie Volkshochschulkurse müssen gestoppt werden. Auch der theoretische wie praktische Fahrschulunterricht zählt dazu, wie auf der Seite des Hessischen Fahrlehrerverbands steht. [zurück]

Freizeit

Welche Vorschriften gibt es derzeit für Veranstaltungen in Hessen?

Nur noch zwei Personen dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen. Das hat Hessen am Sonntag (22. März) beschlossen. Ausgenommen sind Familien sowie alle Menschen, die zusammen in einem Haushalt leben - außerdem Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Treffen, die aus dienstlichen Gründen zwingend notwendig sind. Bereits am Freitag war die Obergrenze von 100 auf 5 Personen verringert worden. Konzerte, Demonstrationen und Hochzeitsfeiern wurden bereits abgesagt.

Welche Freizeitangebote fallen flach?

Alle Bars, Clubs, Museen, Theater, Kinos, Ausstellungen, sämtliche Sportstätten und Spielplätze müssen schließen. Freizeit- und Tierparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen sowie Bordelle sind ebenfalls geschlossen. Zusammenkünfte wie Sportveranstaltungen und Vereinstreffen sind von dem Verbot ebenfalls betroffen. Auch Schwimmbäder sind für Besucher nicht mehr geöffnet. Sportvereine müssen den Spiel- und Trainingsbetrieb einstellen, Fitnessstudios schließen.

Was kann ich noch unternehmen?

Spazieren gehen, radfahren, Inliner fahren oder eine Runde joggen - sportliche Betätigungen unter freiem Himmel sind gesund und erwünscht. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt, dabei einen Abstand von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten.

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Auch bei diesen Aktivitäten gilt: Soziale Kontakte sollen vermieden werden, andere Person auf räumliche Distanz gehalten werden. Private Treffen können in kleinem Rahmen grundsätzlich noch stattfinden. Das hängt wiederum von den maximalen Personengrenzen ab. Eine Ausgangssperre wie in Frankreich, Belgien und Italien gilt in Hessen bislang nicht. In Bayern gelten ab Samstag Ausgangsbeschränkungen.

Kann ich noch außer Haus essen?

Ja, doch mit Beschränkungen. Restaurants und Gaststätten müssen ab Samstag (21. März), 12 Uhr, komplett schließen. Erlaubt bleiben Abholtheken.

Finden in Hessen noch Gottesdienste statt?

Nein. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen Glaubensgemeinschaften sind seit Mittwoch 18. März, verboten. Das katholische Bistum Fulda hat seine Gottesdienste vorerst bis zum 3. April abgesagt, das Bistum Limburg bis zum 4. April und das Bistum Mainz, das auch hessisches Gebiet umfasst, bis zum 27. April.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hatte ebenfalls empfohlen, nicht nur Veranstaltungen, sondern auch Gottesdienste abzusagen. Diese Regelung solle vorerst bis Ende April gelten.

Als Alternative bieten mittlerweile viele Kirchen Online-Angebote und Video-Gottesdienste an.

Was ist mit Spielplätzen?

Öffentliche Spielplätze dürfen hessenweit nicht mehr betreten werden.

Wie kann ich mich in Corona-Zeiten engagieren?

Viele Freizeitangebote werden gestrichen, die Schule entfällt: Langeweile kann aufkommen. Gleichzeitig fehlt aufgrund der Corona-Krise in verschiedenen Bereichen Unterstützung - und bietet Potenzial sich zu engagieren. Zum Beispiel durchs Blutspenden: So erinnert Eberhard Weck, Leiter Spendenmarketing beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen, daran, dass es auch in Zeiten der Corona-Krise gelte, nicht nachzulassen, da der Bedarf an Blutprodukten weiterhin hoch sei.

Mancherorts kann man sich Geld dazu verdienen: So fehlt es an Erntehelfern auf hessischen Höfen, in einem Fall helfen nun Schüler aus, die von der Schulpflicht befreit wurden. Gleichzeitig bieten jüngere und gesunde Menschen vielerorts denjenigen Unterstützung an, die von dem Virus besonders bedroht sind: ältere Personen oder Menschen mit Vorerkrankung. Von Kinderbetreuung bis zur Einkaufshilfe reicht die Nachbarschaftshilfe. [zurück]

Dienstleistungen

Welche Dienstleister dürfen weiterhin arbeiten?

Optiker, Reinigungen und Handwerker dürfen weiterarbeiten. Auch Waschsalons bleiben offen. Alle anderen Dienstleister müssen auch vorübergehend ihren Betrieb einstellen. Seit Sonntag betrifft dies auch Friseure und andere kosmetische Dienstleister.

Kann ich noch Briefe und Pakete verschicken?

Ja, Poststellen bleiben geöffnet.

Öffentliche Einrichtungen

Kann ich noch Angehörige im Krankenhaus oder im Seniorenheim besuchen?

Für Pflegeeinrichtungen wie Seniorenheime und Krankenhäuser gilt ein weitreichendes Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen. Die Einschränkungen sind abhängig von der jeweiligen Einrichtung.

Was ist mit anderen Rathäusern, Finanzämtern und der Justiz?

Alle Servicestellen der hessischen Finanzämter sind für Besucher geschlossen. In mehreren Kommunen bleiben auch die Rathäuser für die Bürger zu. Die hessische Justiz befindet sich in der Zwickmühle, Verhandlungen müssen grundsätzlich öffentlich zugänglich sein. Ob weitere Prozesse an hessischen Gerichten abgesagt werden, ist noch unklar. Eine generelle Reglung dazu wird es nicht geben, denn die Entscheidung liegt bei den einzelnen Gerichten. [zurück]

Mögliche weitere Katastrophenschutz-Maßnahmen

Ist es in Hessen möglich, ganze Orte abzuriegeln?

Das bundesweite Infektionsschutzgesetz sieht grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten vor, ein Infektionsgeschehen zu begrenzen. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann das auch das "Abriegeln ganzer Städte" bedeuten. Das müsse im Einzelfall vor Ort entschieden werden.

Kommt es zum Ausrufen eines sogenannten Katastrophenfalls in Hessen, können Behörden nach dem hessischen Katastrophenschutzgesetz das Betreten des Katastrophengebiets verbieten - oder es räumen.

Was ist mit einer Ausgangssperre?

Eine Ausgangssperre wäre eine mögliche weitere Stufe, Ansteckungen mit Corona zu verhindern. Grundlage wäre Paragraf 28 des bundesweiten Infektionsschutzgesetzes. Dort steht, dass die zuständige Behörde - unter gewissen Voraussetzungen - Menschen verpflichten kann, "den Ort, an dem sie sich befinden, nicht zu verlassen oder von ihr bestimmte Orte nicht zu betreten, bis die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt worden sind".

Einkäufe von Lebensmitteln oder in Apotheken, Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit könnten aber trotzdem erlaubt bleiben. Ähnliche Regelungen gibt es in Frankreich und Spanien. In Bayern gelten ab Samstag weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

Was passiert im "Katastrophenfall"?

Katastrophenschutz ist Ländersache, für Hessen wurde der sogenannte Katastrophenfall bisher nicht ausgerufen. Es können auch einzelne Städte oder Landkreise im Alleingang den Katastrophenfall ausrufen. Aktuell hat Bayern das gemacht. Ziel einer solchen Maßnahme ist es, Einsatzkräfte zu bündeln und Behörden besser zu koordinieren.

Da es sich bei Corona um Gesundheitsfragen geht, regelt das hessische Katastrophenschutzgesetz, dass medizinische Kräfte verpflichtet werden können, sollten sie in Kliniken gebraucht werden - auch wenn sie aktuell nicht an Patienten arbeiten, sondern etwa einen Bürojob haben. Eine Einschränkung der Grundrechte ist nicht ausgeschlossen im Katastrophenfall. Außerdem können Behörden das Betreten des Katastrophengebiets verbieten - oder es räumen. [zurück]

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 22.03.2020, 19.30 Uhr