Corona und Alltag - eine Grafik mit Symbolen

Die Ausbreitung des Coronavirus bestimmt in Hessen den Alltag der Menschen. Was ist wieder möglich, was nicht mehr und was könnte noch auf uns zukommen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

In ganz Hessen gelten Kontaktbeschränkungen - das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen.

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Viele fragen sich unter anderem, was die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für ihren persönlichen Alltag bedeuten, ob Hessen vorbereitet ist und was im sogenannten Katastrophenfall passiert. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Einschränkungen, die es bereits gibt, und zu denen, die in Hessen möglicherweise noch kommen könnten - sortiert nach Themenbereichen:

Reisen und Verkehr

Hat das Coronavirus Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr in Hessen?

Im hessischen ÖPNV wurden mit Beginn der Alltagsbeschränkungen auch die Fahrpläne teilweise stark zusammengekürzt. Nun nähern sich die Verbände schrittweise dem Normalzustand an. So verkehren die Busse und Bahnen des RMV beispielsweise weitgehend wieder in normaler Taktung. Das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes im Nahverkehr ist in Hessen Voraussetzung, um mitfahren zu dürfen.

Seit dem 27. April gilt in Bussen und Bahnen Maskenpflicht - ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite Ihres Verkehrsverbundes: Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV), Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN)

Hat das Coronavirus Folgen für Fernbusreisen?

Vom 18. März an waren sogenannte Reisebusreisen untersagt. Auf diese Verordnung reagierten die beiden auch in Hessen operierenden Fernbusunternehmen Flixbus und Blablabus und stellten ihren Betrieb vorübergehend ein. Flixbus hat in Hessen insgesamt 14 Haltestellen, Blablabus verkehrte von Frankfurt und Gießen.

Mit der neuen Corona-Verordnung vom 7. Mai sind Busreisen wieder erlaubt. Die Auflagen sind aus Sicht der Busbetreiber jedoch so hoch, dass sich die Fahrten nicht rentierten.

Dürfen Passagierflugzeuge aus Risikogebieten noch in Hessen landen?

Über die deutschen Flughäfen und auf dem Seeweg dürfen seit dem 17. März nur noch EU-Bürger einreisen. Der Grund sind neue Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger. Davon betroffen sind Reiseverbindungen, die außerhalb der Europäischen Union starten. Ausnahmen gibt es demnach für Angehörige von Drittstaaten mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat.

Am 18. März beschloss das Bundeskabinett, dass auch EU-Bürger aus Italien, Spanien, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz nicht mehr mit dem Flugzeug oder Schiff einreisen dürfen. Lediglich um im Transitbereich auf einen Flieger in die Heimat umzusteigen, dürfen sie noch an deutsche Flughäfen.

Darf ich innerhalb Hessens noch verreisen?

Wer für seine Reise ein Hotel oder eine Pension benötigte, der stand bislang vor verschlossenen Türen. Denn Übernachtungsangebote in Hessen waren nur zu notwendigen, nicht zu touristischen Zwecken erlaubt. Jetzt aber dürfen Hotels und Campingplätze seit dem 15. Mai wieder öffnen. Dauercamping und Zweitwohnungsnutzung bleiben gestattet.

Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus dem Urlaub heimkehre?

Alle Personen, die aus einem Risikogebiet des Robert-Koch-Instituts zurückgekehrt sind oder zurückkehren, müssen für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Seit 18. Mai gibt es allerdings eine Lockerung bei den Quarantänebestimmungen. Wer aus einem EU-Staat oder einem Schengen-assoziierten Staat oder Großbritannien sowie Nordirland nach Hessen einreist, soll sich künftig nicht mehr in Quarantäne begeben müssen.

Demnach gilt die Pflicht, sich in Quarantäne zu begeben, dann nur noch für Reisende aus Drittstaaten - außer sie können nachweisen, dass sie kürzlich negativ auf das Coronavirus getestet worden sind. 

Darf ich nun in Hessen ohne Fahrschein Bahn fahren?

Einige Verkehrsanbieter hatten vorübergehend auf Fahrscheinkontrollen verzichtet, um den Kontakt zwischen Mitarbeitern und Fahrgästen zu verringern. Dadurch sollte die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. So oder so gilt aber weiterhin die Fahrkartenpflicht. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund kontrolliert seit dem 4. Mai wieder Fahrscheine, damit "die Einnahmen für den ÖPNV-Betrieb nachhaltig gesichert werden". Auf die Hygiene-Regeln würden die Prüfer achten.

Medizinische Versorgung

An welche Stellen kann ich mich in Hessen wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, sollte sich umgehend an das zuständige Gesundheitsamt wenden - auch wenn keine Symptome aufgetreten sind. Das zuständige Amt lässt sich über diese Datenbank des Robert-Koch-Instituts ermitteln.

Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Wichtig ist beim Anruf der Hinweis, dass man Kontakt mit Menschen aus einem Corona-Risikogebiet hatte. Die Liste mit den offiziellen Risikogebieten finden Sie hier. Im Verdachtsfall ist auch die Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes eine richtige Anlaufstelle - unter der Telefonnummer 116117.

Wo kann ich mich in Hessen auf das Coronavirus testen lassen?

Nicht in jedem Fall wird bei Corona-Symptomen ein Labor-Test durchgeführt. In Hessen gibt es derzeit 17 Coronavirus-Testcenter. Hessenweit soll jeder Bürger innerhalb eines Umkreises von 30 Kilometern ein Testcenter erreichen können. Doch die Labore stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Tests werden daher auf Patienten beschränkt, bei denen eine medizinische Indikation nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) besteht. Getestet wird, wer auf Anordnung des Gesundheitsamtes oder des ärztlichen Bereitschaftsdienstes an das jeweilige Testcenter verwiesen wurde. Die Testcenter sind werktags von 9 bis 13 Uhr geöffnet und am Wochenende geschlossen.

Ist das Land Hessen auf eine Situation wie diese vorbereitet?

Katastrophenschutz ist Sache der Bundesländer. Das führt aktuell zu einem Flickenteppich an Maßnahmen in den verschiedenen Bundesländern - die entscheiden nach aktueller Lage. Klar ist: Unvorbereitet sind die Behörden nicht. Jedes Jahr finden regelmäßig große Katastrophenschutzübungen statt, um Einsatzkräfte und tausende Ehrenamtliche für den Ernstfall vorzubreiten. Salopp gesagt: Für Fälle wie die Corona-Pandemie liegen Notfallpläne in den Schubläden.

Wer Fragen rund um das Thema Coronvirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800-5554666 an die hessenweite Hotline des Sozialaministeriums wenden - täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar.

Was wird aus meinem OP-Termin?

Medizinische Eingriffe und Behandlungen, für die keine akute, dringende medizinische Notwendigkeit besteht, sind seit 4. Mai in Kliniken und ambulanten Praxen wieder zugelassen. Kliniken müssen nur noch ein Viertel statt wie bisher die Hälfte ihrer Intensivbetten für Covid-19-Patienten vorhalten.

Lebensmittelversorgung und sonstige Einkaufsmöglichkeiten

Welche Geschäfte sind geöffnet und welche nicht?

Die Supermärkte sind genauso wie Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen geöffnet. Auch Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte oder der Großhandel sind nicht geschlossen.

Andere Geschäfte wurden vorübergehend geschlossen, darunter seit 22. März auch Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagepraxen. Sie sind seit 4. Mai unter strengen Hygiene-Vorschriften wieder geöffnet. Seit 9. Mai dürfen alle Geschäfte wieder ihre Türen öffnen.

Gibt es in Läden eine Maskenpflicht?

Nach einer Reihe anderer Bundesländer hat auch Hessen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes eingeführt. Diesen müssen Bürgerinnen und Bürger seit 27. April tragen, wenn sie den Publikumsbereich von Geschäften, Bank- und Postfilialen betreten.

Die Pflicht gilt nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Ein wiederholter Verstoß kann mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden.

Wann öffnen Gaststätten wieder?

Restaurants und Gaststätten waren seit 21. März komplett geschlossen. Doch das Verbot wurde am 15. Mai aufgehoben. Laut Beschluss der Landesregierung vom 7. Mai können Gaststätten, Cafés oder Biergärten damit wieder öffnen - immer unter Beachtung von Abstandsregeln und Hygienekonzepten. So müssen Servicekräfte einen Mundschutz tragen, Gäste aber nicht.

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Bis die Restaurants wieder öffnen, können Kunden weiterhin Essen abholen oder sich Pizza, Döner und Co. liefern lassen. Viele Gastronomen haben in den vergangenen Wochen ihr Angebot um einen Liefer- und Abholdienst erweitert.

Sind Hamsterkäufe in Hessen notwendig?

Toilettenpapier, Nudeln und Mehl waren in den vergangenen Wochen besonders stark nachgefragt, mancherorts blieben die Regale leer. Doch für Hamsterkäufe gab es laut Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) keinen Grund: "Die Lieferketten halten, die Waren kommen verlässlich zu den Kunden." Viele Läden gaben besonders gefragte Artikel nur noch in kleinen Mengen ab. Mit der Öffnung aller Geschäfte seit 9. Mai dürften etwaige Engpässe dann vermutlich komplett Geschichte sein.

Sind Tafeln geöffnet?

Mittlerweile hat etwa die Hälfte der 57 Tafeln in Hessen wieder geöffnet. Das Land unterstützt mit bis zu 1,25 Millionen Euro die Versorgung Bedürftiger mit Lebensmitteln. Laut dem Verein Tafel Hessen ist damit der Betrieb der Einrichtungen bis Ende Juni gesichert.

Schulen, Universitäten und Weiterbildung

Wie gehen die Unis mit den Beschränkungen um?

Die Landesregierung hatte den Vorlesungsbeginn zum Sommersemester um eine Woche nach hinten verschoben. Mit Start am 20. April haben die Hochschulen auf einen digitalen Lehrbetrieb umgestellt. An der Frankfurter Uni soll die Lehre bis mindestens Anfang Juni virtuell ablaufen.

Seit 9. Mai dürfen Hochschulen im Rahmen ihrer Selbstverwaltung über ihre Öffnung entscheiden. Präsenzveranstaltungen sind nun grundsätzlich wieder möglich, gleichzeitig sollten Online-Angebote weiterhin genutzt werden, teilte die Landesregierung mit.

Informationen über einzelne Maßnahmen stellen sie auf ihren Internetseiten bereit: TU Darmstadt, Uni Frankfurt, Uni Marburg, Uni Gießen, Uni Kassel.

Welche Vorschriften gelten derzeit für Schulen und Kitas?

Seit 27. April wird der Schulbetrieb wieder langsam hochgefahren. Als erste sind die oberen Klassen aller Schulformen von den Hauptschulen über die Fachoberschulen bis zu den Gymnasien zurückgekehrt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Weitere Schüler sollen zurück in die Schulen

Lehrerin geht mit Maske durch die Reihen
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Am 18. Mai ging auch der Unterricht für zahlreiche weitere Schüler in eingeschränkter Form los. Auch Viertklässler kehrten an die Schulen zurück, für die übrigen Grundschüler soll es am 2. Juni weitergehen.

Die Kindertagesstätten in Hessen sind derzeit nur für eine Notbetreuung geöffnet. Ab 2. Juni soll sich der Zustand aber ändern. Kitas dürfen dann im eingeschränkten Regelbetrieb wieder für alle Kinder öffnen. Die Kita-Träger sollen selbst entscheiden, an wen sie zusätzliche Plätze vergeben. Bis dahin besteht seit 9. Mai die Möglichkeit, familiäre Betreuungsgemeinschaften aus bis zu drei Familien zu bilden.

Ab dem 25. Mai dürfen Kinder wieder ihre Kindertagespflege besuchen. Sie wird vor allem von Eltern mit Kindern unter drei Jahren genutzt. Ebenso dürfen Kinder mit Behinderung ab dem 25. Mai in die Notbetreuung.

Findet das Abitur in Hessen statt?

Die schriftlichen Abiturprüfungen haben in Hessen vom 19. März bis 2. April stattgefunden. Rund 23.500 Schülerinnen und Schüler traten zu den Prüfungen an. Die Prüfungsgruppen wurden so klein wie möglich gehalten.

Es gab zwei Ausnahmen: An der Hochtaunusschule in Oberursel (Hochtaunus) wurden die Abiturpüfungen verschoben. Der dortige Abiturjahrgang hatte engen Kontakt zur Feldbergschule. Dort wurden die Prüfungen aufgrund eines Corona-Falls ebenfalls verschoben.

Für wen gibt es eine Notbetreuung für Kinder?

Das Betreuungsangebot gilt für Alleinerziehende und greift bislang auch, wenn ein Elternteil in einem kritischen Beruf arbeitet. Eine vollständige Liste der berechtigten Berufsgruppen hat das Land auf seiner Website aufgestellt und wird laufend aktualisiert. Ab dem 2. Juni muss bei Paaren auch der andere Elternteil berufstätig sein (nicht zwingend in einem kritischen Beruf), damit der Anspruch auf Notbetreuung fortbesteht.

Finden Bildungsangebote statt?

Alle Weiterbildungsgebote wie Volkshochschulkurse waren zuletzt gestoppt. Auch der theoretische wie praktische Fahrschulunterricht zählte wochenlang dazu. Seit 4. Mai ist Einzel- oder Kleingruppenunterricht mit bis zu fünf Personen für den Auto- und Kraftradführerschein wieder erlaubt. Diese Regelung gilt für den Theorie- und Praxisunterricht.

Freizeit

Welche Vorschriften gibt es derzeit für Veranstaltungen in Hessen?

Bislang durften sich nur zwei Personen in der Öffentlichkeit treffen. Ausgenommen waren Familien sowie alle Menschen, die zusammen in einem Haushalt leben - außerdem Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln und Treffen, die aus dienstlichen Gründen zwingend notwendig sind. Jetzt dürfen sich Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen - also etwa zwei Familien, zwei Paare oder die Mitglieder aus zwei Wohngemeinschaften.

Außerdem sind Versammlungen mit bis zu 100 Teilnehmern in Hessen unter Auflagen seit 9. Mai wieder möglich.

Welche Freizeitangebote fallen flach?

Seit 9. Mai sind Sportanlagen für Individualsportarten wie Tennis und Golf wieder geöffnet. Kontaktsport ist vorerst nicht erlaubt. Auch Indoorspielplätze, Kletter-und Turnhallen, Kegelbahnen einschließlich Bowling und Squash sind wieder offen. Auch Theater, Opern- und Konzerthäuser dürfen den Betrieb wieder aufnehmen.

Mitglieder von Fitnessstudios können sich freuen. Seit 15. Mai haben die Muckibuden wieder ihre Pforten geöffnet. Schwimmbäder dürfen ab dem 2. Juni wieder öffnen - vorerst aber nur für den Vereinssport und Schwimmkurse.

Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Schlösser, Gedenkstätten, Tierparks, Zoos, Botanische Gärten, Hundesalons, Hundeschulen und Musikschulen haben seit Anfang Mai wieder geöffnet.

Was ist mit Großveranstaltungen?

Volksfeste oder Großkonzerte mit Tausenden von Besuchern werden zunächst nicht stattfinden können. Zumindest kleinere Veranstaltungen in den kommenden Wochen sollen aber wieder möglich werden. Versammmlungen mit bis zu 100 Teilnehmern sind seit 9. Mai erlaubt. Im Einzelfall könnte die Teilnehmerzahl auch größer sein - wenn die Veranstalter ausreichend Platz zur Verfügung stellen können, um den Mindestabstand zu gewährleisten.

Finden in Hessen noch Gottesdienste statt?

Seit 1. Mai dürfen alle Religionsgemeinschaften wieder zu Veranstaltungen mit Publikum einladen, wenn strenge Auflagen beim Sicherheitsabstand und bei der Hygiene eingehalten werden. Die Lockerungen gelten auch für Trauerfeiern.

Wie kann ich mich in Corona-Zeiten engagieren?

Viele Freizeitangebote werden gestrichen, die Schule entfällt: Langeweile kann aufkommen. Gleichzeitig fehlt aufgrund der Corona-Krise in verschiedenen Bereichen Unterstützung - und bietet Potenzial, sich zu engagieren. Zum Beispiel durchs Blutspenden: So erinnert Eberhard Weck, Leiter Spendenmarketing beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen, daran, dass es auch in Zeiten der Corona-Krise gelte, nicht nachzulassen, da der Bedarf an Blutprodukten weiterhin hoch sei.

Mancherorts kann man sich Geld dazu verdienen: So fehlt es an Erntehelfern auf Bauernhöfen, in einem Fall helfen nun Schüler aus, die von der Schulpflicht befreit wurden. Gleichzeitig bieten jüngere und gesunde Menschen vielerorts denjenigen Unterstützung an, die von dem Virus besonders bedroht sind: ältere Personen oder Menschen mit Vorerkrankung. Von Kinderbetreuung bis zur Einkaufshilfe reicht die Nachbarschaftshilfe. [zurück]

Dienstleistungen

Welche Dienstleister dürfen weiterhin arbeiten?

Optiker, Reinigungen, Autowerkstätten und Handwerker dürfen weiterarbeiten. Auch Waschsalons bleiben offen. Andere Dienstleister mussten vorübergehend ihren Betrieb einstellen. Friseure, Kosmetik-, Nagel- und Tattoo-Studios, Massagepraxen, Fahrschulen (nur für Berufskraftfahrer) und Musikschulen dürfen seit 4. Mai wieder öffnen.

Öffentliche Einrichtungen

Kann ich Angehörige im Krankenhaus oder im Seniorenheim besuchen?

Pflegeheim-Besuche sind seit 4. Mai wieder erlaubt, wenn auch stark eingeschränkt. Möglich ist ein Besuch pro Woche durch einen Angehörigen oder eine enge Bezugsperson für eine Stunde. Dabei muss man Schutzkleidung tragen. Vorher galt ein weitreichendes Besuchsverbot für Pflegeeinrichtungen wie Seniorenheime und Krankenhäuser.

Was ist mit Rathäusern und Gerichten?

Nach zwei Monaten Schließung für den Publikumsverkehr öffnen Stadtverwaltungen nach und nach wieder ihre Pforten – unter Einhaltung von Hygieneregeln. Die Stadt Marburg etwa erlaubt das Betreten ihrer Ämter nur mit Termin, Maske und strikter Einhaltung des Abstands. Die Corona-Pandemie erfordert auch in der Justiz erhöhte Schutzmaßnahmen. Denn Verhandlungen müssen grundsätzlich öffentlich zugänglich sein - und bleiben es auch. So dürfen weiterhin Zuschauer bei Sitzungsterminen teilnehmen - allerdings sind überall die Zuschauerplätze deutlich reduziert.

Mögliche weitere Katastrophenschutz-Maßnahmen

Ist es in Hessen möglich, ganze Orte abzuriegeln?

Das bundesweite Infektionsschutzgesetz sieht grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten vor, ein Infektionsgeschehen zu begrenzen. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann das auch das "Abriegeln ganzer Städte" bedeuten. Das müsse im Einzelfall vor Ort entschieden werden.

Kommt es zum Ausrufen eines sogenannten Katastrophenfalls, können Behörden nach dem hessischen Katastrophenschutzgesetz das Betreten des betroffenen Gebiets verbieten. Oder sie können anordnen, es zu räumen.

Was ist mit einer Ausgangssperre?

Eine Ausgangssperre wäre eine mögliche weitere Stufe, Ansteckungen mit Corona zu verhindern. Grundlage wäre Paragraf 28 des bundesweiten Infektionsschutzgesetzes. Dort steht, dass die zuständige Behörde - unter gewissen Voraussetzungen - Menschen verpflichten kann, "den Ort, an dem sie sich befinden, nicht zu verlassen oder von ihr bestimmte Orte nicht zu betreten, bis die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt worden sind".

Einkäufe von Lebensmitteln oder in Apotheken, Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit könnten aber trotzdem erlaubt bleiben.

Was passiert im Katastrophenfall?

Katastrophenschutz ist Ländersache, für Hessen wurde der sogenannte Katastrophenfall bisher nicht ausgerufen. Es können auch einzelne Städte oder Landkreise im Alleingang den Katastrophenfall ausrufen. Bayern hat das gemacht. Ziel einer solchen Maßnahme ist es, Einsatzkräfte zu bündeln und Behörden besser zu koordinieren.

Da es bei Corona um Gesundheitsfragen geht, regelt das hessische Katastrophenschutzgesetz, dass medizinische Kräfte verpflichtet werden können, sollten sie in Kliniken gebraucht werden - auch wenn sie aktuell nicht an Patienten arbeiten, sondern etwa einen Bürojob haben. Eine Einschränkung der Grundrechte ist nicht ausgeschlossen im Katastrophenfall. Außerdem können Behörden das Betreten des betroffenen Gebiets verbieten - oder es räumen.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Verbote der Landesregierung?

Seit 3. April werden Verstöße gegen die Verordnungen der Landesregierung zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus einheitlich mit Bußgeldern belegt. Je nach Schwere des individuellen Verstoßes sind Regelsätze zwischen 200 und 5.000 Euro vorgesehen.

Der Regelsatz von 200 Euro ist vorgesehen für

  • Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit (ausgenommen Familien und Hausgemeinschaften),
  • die Nichtbeachtung von Hygienevorschriften etwa in Krankenhäusern,
  • unerlaubtes Betreten von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.

Der Regelsatz von 500 ist vorgesehen für

  • Verstöße gegen die Quarantäneordnung durch Rückkehrer aus Risikogebieten.

Ein Regelsatz zwischen 200 und 1.000 Euro ist vorgesehen für

  • das Nichteinhalten der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf das Abstandsgebot oder Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen. Dies betrifft zum Beispiel die Geschäftsführung eines Unternehmens.

Ein Regelsatz von 500 bis 5.000 Euro ist vorgesehen für

  • die Öffnung von Betrieben, Begegnungsstätten und Einrichtungen, deren Schließung angeordnet wurde.

Verstöße werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit behandelt. Besonders schwere Verstöße gegen die Verordnung können sogar als Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Dies betrifft im Wesentlichen vorsätzliche Verstöße, etwa das Abhalten verbotener Veranstaltungen, Verstöße gegen Quarantäneanordnungen oder bei nachgewiesener Weiterverbreitung des Krankheitserregers.