Viele Corona-Maßnahmen in Hessen sind nach und nach weggefallen. Was ist nun erlaubt und was noch nicht? Ein Überblick.

Seit dem 1. Oktober gilt ein neues Infektionsschutzgesetz mit geänderten Corona-Regeln. Auch die hessische Landesregierung hat ihre Verordnung entsprechend angepasst. Die Corona-Entwicklung in Hessen können Sie hier einsehen, aktuelle Meldungen finden Sie in unserem Corona-Ticker.

Im Einzelnen sind jetzt folgende Corona-Regeln in Hessen zu beachten:

Maskenpflicht

Wo muss ich Maske tragen?

  • im Fernverkehr (ab 14 Jahren ist eine FFP2-Maske vorgeschrieben, für Kinder ab sechs Jahren und Personal eine medizinische Maske)
  • im Nahverkehr (medizinische Maske reicht, FFP2-Maske empfohlen)
  • in Arztpraxen und Krankenhäusern (FFP2-Maske)
  • in Alten- und Pflegeheimen (FFP2-Maske, gilt auch für die Bewohnerinnen und Bewohner in Gemeinschaftsräumen)
  • bei Pflege- und Rettungsdiensten (FFP2-Maske)
  • in Sammelunterkünften wie Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften

Testpflicht und Tests

Wo brauche ich noch Corona-Test?

  • in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Sammelunterkünften müssen sich Arbeitgeber, Beschäftigte sowie Besucherinnen und Besucher weiterhin testen lassen. Für Bewohnerinnen und Bewohner etwa von Pflegeheimen kann das zuständige Gesundheitsamt anlassbezogen Tests anordnen, zum Beispiel wenn es einen größeren Corona-Ausbruch in der Einrichtung gibt.
  • Justizvollzugs- und Abschiebehaftanstalten etc. können selbst über die Anordnung von Testpflichten entscheiden.

Gibt es noch Bürgertests?

Seit dem Ende der generellen Gratis-Tests am 30. Juni haben nicht mehr alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf den kostenlosen "Bürgertest" (Antigen-Schnelltest).

Kostenlos bleiben sie für Kinder bis fünf Jahre, Schwangere in den ersten drei Monaten, Krankenhaus- und Pflegeheimbesucher, Haushaltsangehörige von Infizierten, pflegende Angehörige sowie Menschen mit Behinderungen und deren Betreuungskräfte. Auch wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, bekommt die Tests weiterhin bezahlt. Für die Befreiung von der Testgebühr ist ein Nachweis nötig.

Zur Durchführung berechtigt sind unter anderem Apotheken, Ärzte und die Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung. Das Sozialministerium hat eine Übersicht über Teststellen in Hessen veröffentlicht.

Isolierung und Quarantäne

Müssen sich Infizierte isolieren?

Ja. Die bisherigen Verpflichtungen zur Isolation bzw. Quarantäne bleiben auf Basis der RKI-Empfehlungen bestehen, wie die die Landesregierung mitteilt. Das heißt derzeit:

  • Infizierte müssen unabhängig vom Impfstatus für fünf Tage in Isolierung. Eine Anordnung durch das Gesundheitsamt ist dabei nach Angaben der Landesregierung nicht mehr notwendig.
  • Infizierte müssen sich nicht mehr freitesten. Es wird jedoch empfohlen, freiwillig die Isolation fortzusetzen, bis mindestens 48 Stunden ohne Symptome vergangen sind.
  • Etwas strenger sind die Regeln für Beschäftigte in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen; auch sie dürfen zwar frühestens am fünften Tag nach dem Beginn der Isolation mit einer Freitestung ihre Arbeit wiederaufnehmen. Hier muss aber ein negatives Testergebnis dem Gesundheitsamt vorgelegt werden.

Welche Quarantäneregeln gelten für Haushaltsangehörige und Kontaktpersonen?

  • Haushaltsangehörige von Infizierten – auch ungeimpfte – müssen nicht mehr automatisch in Quarantäne. Stattdessen wird Haushaltsangehörigen und engen Kontaktpersonen empfohlen, mindestens fünf Tage ihre Kontakte zu reduzieren und sich täglich zu testen.


Eltern können im Jahr jeweils bis zu 30 Kinderkrankentage nehmen, um sich zu Hause um ihre Kinder zu kümmern, wenn diese in Quarantäne müssen. Alleinerziehende haben 60 Kinderkrankentage.

Was gilt für Reiserückkehrer?

Für Reiserückkehrer gelten die Regeln des Bundes:

  • Seit dem 1. Juni gilt keine Nachweispflicht mehr. Reisende, die innerhalb der EU verreist sind, müssen somit bei der Rückkehr in Deutschland nicht mehr vorweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet sind.
  • Für Einreisen aus Staaten außerhalb der EU sind die Corona-Einreisebeschränkungen zum 11. Juni entfallen.
  • Wer sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Virusvariantengebiet eingestuften Gebiet aufgehalten hat, muss sich direkt nach Ankunft nach Hause - oder in eine sonstige Beherbergung am Zielort - begeben und absondern (häusliche Quarantäne). Die Quarantänezeit dauert grundsätzlich 14 Tage und kann nicht verkürzt werden. Außerdem müssen Reisende bei der Ankunft in Deutschland einen negativen PCR-Test (ab 12 Jahren) und eine digitale Einreiseanmeldung vorlegen.
  • Die einzelnen Regelungen und weitere Erläuterungen finden sich auf der Seite der Bundesregierung.

Arbeitsplatz

Muss ich auf der Arbeit geimpft oder getestet sein?

Die 3G-Pflicht (entweder geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet) ist bereits am 20. März weggefallen. Die Arbeitgeber sind aber weiterhin verpflichtet, ihre Beschäftigten zu schützen. Dazu gibt es die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des BMAS, die besagt:

  • Der Arbeitgeber hat auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung die erforderlichen Maßnahmen festzulegen.
  • Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss er insbesondere prüfen, ob er weiterhin Testangebote unterbreitet (ein Mal wöchentlich), Homeoffice anbietet und/oder Masken bereitstellt.


Weitere Informationen zu Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz sowie die wichtigsten Fragen und Antworten dazu im Überblick findet sich auf der Seite der Bundesregierung.

Schulen

Was gilt an Schulen?

  • Die Testpflicht in den hessischen Schulen ist seit dem 1. Mai aufgehoben.
  • Mit dem 1. Mai ist für alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit entfallen, sich ohne besondere Voraussetzung vom Präsenzunterricht abzumelden. Ausgenommen sind nur diejenigen, die selbst oder deren Haushaltsangehörige bei einer Infektion dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt wären. Das wäre zum Beispiel bei einer ärztlich bestätigten Vorerkrankung oder einer diagnostizierten Immunschwäche der Fall. In diesem Fall ist ein Antrag zu stellen.
  • Das freiwillige Tragen einer medizinischen Maske im Unterricht ist möglich.
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Medizinische Versorgung und Impfungen

Wohin kann ich mich wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Symptome wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Fieber können auf eine Erkältung, aber auch auf eine Corona-Infektion hindeuten. Bei Unwohlsein sollten Sie daher zu Hause bleiben und weitere Schritte telefonisch mit ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin klären. Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Auch die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung ist eine Anlaufstelle – unter der Telefonnummer 116117.

Wann und wo kann ich mich impfen lassen?

Alle Kreise und kreisfreien Städte bieten Impfmöglichkeiten an, etwa in Impfzentren oder kleineren Impfstellen. Eine Übersicht der stationären Angebote finden Sie auf der Webseite des Sozialministeriums.

Viele Arztpraxen impfen ebenfalls. Eine Suche finden Sie hier. Viele Städte und Kreise bieten außerdem zusätzliche Angebote wie Sonderimpfaktionen an.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung inzwischen für alle ab fünf Jahren. Kinder bis einschließlich elf Jahren sollten dazu einmalig eine Impfung, vorzugsweise mit dem Impfstoff von Biontech, erhalten. Bei Jugendlichen ab zwölf Jahren und Erwachsenen erfolgt in der Regel nach drei bis sechs Wochen die Zweitimpfung (auch bei Johnson & Johnson erforderlich).

Ein Booster ist drei Monate nach der Zweitimpfung möglich und erfolgt immer mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna). Er wird ab 12 Jahren empfohlen.

Die vierte Impfung (zweiter Booster) empfiehlt die Stiko ab 60 Jahren sowie bei Menschen ab fünf Jahren mit einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs aufgrund von Vorerkrankungen (Mindestabstand zur Drittimpfung/letzten Corona-Infektion: sechs Monate).

Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime

Für wen gilt die Impfpflicht?

Deutschlandweit gilt ab dem 1. Oktober als vollständig geimpft nur noch, wer neben der Erst- und Zweitimpfung nach sechs Monaten auch einen Booster erhalten hat oder zusätzlich mit Corona infiziert war.

Das Personal von Kliniken und Heimen muss vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein. In Hessen betrifft die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht 247.600 Beschäftigte - etwa von Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder Arztpraxen.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Verbote der Landesregierung?

Verstöße werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit behandelt. Besonders schwere Verstöße gegen die Verordnung können als Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Dies betrifft im Wesentlichen vorsätzliche Verstöße, etwa Verstöße gegen Quarantäne-Anordnungen oder bei nachgewiesener Weiterverbreitung des Krankheitserregers.

Weitere Informationen

Weitere Informationen bekommen Sie hier

Wer Fragen rund um das Thema Coronavirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800/5554666 an die Hotline des Sozialministeriums wenden. Sie ist montags von 8 bis 20 Uhr und Dienstag bis Sonntag von 9 bis 15 Uhr besetzt. Hilfe für Patienten bietet auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen auf ihrer Internetseite an. Auch telefonisch berät die KV unter der Telefonnummer 116117.

Ende der weiteren Informationen