Kunstwerk des Barockkünstlers Guido Reni

Er gilt als einer der erfolgreichsten Barockkünstler seiner Zeit, jetzt widmet das Städel Museum ihm eine eigene Ausstellung. Aber wer steckt eigentlich hinter der Kunst? Fünf Fun Facts über Guido Reni.

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"Guido Reni. Der Göttliche": Barockkunst im Städel Museum

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Guido Reni galt im 16. und 17. Jahrhundert als einer der erfolgreichsten und gefeiertsten Maler Europas. Zu seinen Auftraggebern zählten etwa Borghese-Papst Paul V. oder die englische Königin. 2014 kauft das Frankfurter Städel Museum das Werk des italienischen Barockmalers "Die Himmelfahrt Mariens". Dieses eine Bild ist für die Wissenschaftler in Frankfurt so magisch, dass das Museum über acht Jahre lang Werke und Dokumente von Guido Reni zusammensucht. Das Ergebnis: Die Ausstellung "Guido Reni. Der Göttliche".

Die Ausstellungsstücke kommen aus aller Welt, lagen versteckt, vergessen und ungesehen in Archiven, dunklen Hinterzimmern oder Depots. 130 Werke hat das Frankfurter Städel Museum nun nach großer Recherche für seine neue Ausstellung zusammengestellt, um das Künstlerleben Renis nachzuzeichnen. Aber welcher Mensch steckt eigentlich hinter der Kunst? Fünf Fun Facts über Guido Reni.

1. Guido Reni: Erfinder des himmelnden Blicks

Der 1575 im italienischen Bologna geborene Barockmaler Guido Reni hat in seiner Kunst einen Blick erfunden, der später von anderen Künstlern oft nachgeahmt wurde. Der sogenannte himmelnde Blick seiner gemalten Personen sei sein Markenzeichen geworden, sagt Bastian Eclercy, Kurator der Ausstellung "Gudio Reni. Der Göttliche". Dieser Blick ist ein sich wiederholendes Element seiner Kunst, das seine Bilder wiedererkennbar mache.

Kunstwerk von Guido Reni: Büßende Magdalena, um 1635

Schon in seinen frühesten Werken habe Reni die Figuren mit einem aufwärts gerichteten Blick gemalt, sagt Kurator Eclercy. Der himmelnde Blick solle die Kontaktaufnahme des Menschen mit dem Himmel verdeutlichen, weil die Augen als das Fenster der Seele galten. "Andere haben ihn kopiert, aber keiner hat ihn so hinbekommen wie er", findet Eclercy.

2. Guido Reni war verklemmt

Guido Reni malte zwar hauptsächlich Frauen, soll aber ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Frauen gehabt haben, sagt Bastian Eclercy. Zwar habe er ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Mutter gehabt, die er auch bis zu ihrem Tod gepflegt habe. Auf der anderen Seite "zeigte er sich gegenüber anderen Frauen fast etwas ängstlich oder verklemmt", erzählt Bastian Eclercy.

Der Kurator untermauert das mit einer überlieferten Anekdote über den Künstler Reni. Demnach habe ein Mitarbeiter Guido Renis seine frische Wäsche nach Hause gebracht, in die in der Wäscherei aus Versehen ein Teil Damenwäsche hineingeraten war. Das habe ihn sehr erschrocken, Reni soll daraufhin gesagt haben: "So, ab heute wird zu Hause gewaschen."

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"Guido Reni. Der Göttliche"

Die Ausstellung ist vom 23. November 2022 bis zum 5. März 2023 im Städel Museum in Frankfurt zu sehen.

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3. Guido Reni: der Spielsucht verfallen

Guido Reni soll außerdem ein notorischer Spieler gewesen sein. Laut Bastian Eclercy habe Reni sowohl Würfel- als auch Kartenspiele gespielt, diese meistens aber verloren. "An einem Abend hat er einmal praktisch den Gegenwert eines Hauses verzockt", sagt Eclercy. Demnach habe sich der Barockkünstler an den Abenden am liebsten in den Spelunken seiner Geburtsstadt Bologna aufgehalten. Seine abendlich ausgelebte Spielsucht habe er sich nur leisten können, weil er tagsüber extrem hohe Einnahmen mit seinen gigantischen Gemälden erzielen konnte.

Kurator Dr. Bastian Eclercy Guido Reni Ausstellung im Städel Museum Frankfurt

4. Guido Reni, ein Freund der Buchhaltung

Es gibt aus seinen Jahren in Rom ein Buch, das von Guido Reni selbst handschriftlich geführt worden ist. Das liegt in der Morgan Library in New York und ist noch nie ausgestellt worden – bis jetzt. In das jetzt im Städel zu sehende Buch habe Reni sehr präzise seine finanziellen Eingänge und Ausgänge verzeichnet. Daran könne man heute sehr gut ablesen, welche Rolle Geld für ihn gespielt haben musste, sagt Bastian Eclercy. "Für uns ist es natürlich eine großartige Quelle, weil wir genau wissen, wann er da was gemacht hat und das sozusagen in seiner eigenen Handschrift nachlesen können."

5. Guido Reni wusste, dass er ein Star war

Guido Reni soll sehr selbstbewusst seinen Auftraggebern gegenüber aufgetreten sein und sie stets zu sich zitiert haben. Somit habe er darauf verzichtet, persönlich in dem jeweiligen Palazzo seiner Auftraggeber vorzusprechen und seine Projekte vorzustellen – sie mussten stattdessen zu ihm kommen, weiß Bastian Eclercy.

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