"Wirtschaftlich notwendiger Schritt" E-Kinos in Frankfurt schließen im Frühjahr

Ein weiteres Traditionskino in Frankfurt gibt auf: Wie die Betreiberfamilie Jaeger am Mittwoch mitteilte, soll in den E-Kinos in der Innenstadt Ende April zum letzten Mal das Licht ausgehen. Grund: Es kommen nicht genug Besucher.

Eingang der E-Kinos in Frankfurt nahe der Hauptwache
Eingang der E-Kinos in Frankfurt nahe der Hauptwache Bild © wikimedia.org/Creative Commons/Andreas Praefcke
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Nun ist also Schluss, nach mehr als 70 Jahren. Die Betreiberfamilie Jaeger begründet den Schritt mit den Folgen der Corona-Pandemie. "Als traditionelles Haus liegt der Schwerpunkt in einem Programm für Kinder und solche Besucher, denen die Multiplexe der Stadt zu groß und anonym sind." Diese Besucherschichten seien nach dem Ende der Pandemie nicht mehr so zahlreich in ihr gewohntes Kino zurück gekehrt.

Teure Sanierungen, kein Personal

Ältere Kinos mit mehreren Sälen seien selbst in einer optimalen innerstädtischen Lage wie die E-Kinos "nicht mehr in der Lage, profitabel zu wirtschaften", da unter anderem die dringend nötigen Sanierungen zu teuer wären. Auch sei es weiterhin schwierig, Personal zu bekommen zudem erschwere eine "immer vielfältigere Konkurrenz" die Erfolgsaussichten.

"Nicht nur die lange Tradition, sondern auch die tägliche Freude, die man dem Publikum bereitet, machen es schwer, diesen wirtschaftlich notwendigen Schritt zu gehen", schreiben Gabriele Jaeger und ihre Kinder, die das Haus in dritter und vierter Generation führen. Geplant ist die Schließung für Ende April, das Gebäude soll offenbar anderweitig genutzt werden.

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Geschichte des Kinos an der Hauptwache

Vom Firmengründer Ludwig Reichard wurde der Europapalast zunächst als Einzelhaus 1952 an der Hauptwache errichtet. In den Folgejahren wurde das Haus von seiner Tochter Liselotte Jaeger zum wichtigsten innerstädtischen Premierenkino Frankfurts ausgebaut.

In den siebziger Jahren wurde durch mehrere Umbauten aus dem Haus ein Kinocenter mit acht Sälen. Der große Premierensaal war weiterhin Mittelpunkt für Schauspieler, Regisseure, Produzenten und Filmverleiher, die in Frankfurt ihre Produktionen zum ersten Mal vorführen. Seit dem Jahr 2002 wurde das Kino in dritter und vierter Generation von der Familie Jaeger weiterbetrieben. (Quelle: E-Kinos)

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Redaktion: Katrin Kimpel

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Sendung: hr-iNFO, 18.01.2024, 11.00 Uhr.

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Quelle: hessenschau.de

Ihre Kommentare Schade, oder logische Konsequenz? In welche Art Kino gehen Sie am liebsten?

16 Kommentare

  • Hallo,
    ich habe einmal meinen Sohn und seine Bande ins E-Kino anlässlich seines Geburtstags begleitet und es war spannend, weil die Kids auch noch alles über die Arbeiten zum Kino erfahren haben (Film und Service).

    Da ich hörgeschädigt und auf Untertitel angewiesen bin, in D aber alles synchronisiert wird, fahre ich lieber nach Basel, wo es eine Kino-Straße (!) gibt, wo sich die Mehr-Saal-Kinos nicht konkurrieren, für jeden Geschmack etwas dabei ist und die Filme in Originalsprache mit deutschen sowie französischen UT gezeigt werden - dabei verbessert man sogar Fremdsprachenkenntnisse!

    Deshalb vermisse ich Kinobesuche in D nicht besonders.

  • Das benachbarte Cinema hat eine Alternative zum Großkino am Eschenheimer Tor entwickelt, die E-Kinos haben es kopiert.

  • Es gab und gibt in Frankfurt schönere Kinos. Mein Eindruck ist, dass die Kinos erfolgreich sind, die ihren Besuchern eine tolle Atmosphäre und ein besonderes Erlebnis bieten - das war bei den E-Kinos definitiv nicht der Fall. Das Royal und den Turm-Palast vermisse ich definitiv mehr.

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