Menschen stehen in einem lichtdurchfluteten Raum auf einer weiten Etage. Kinder spielen.

Aus einem Modekaufhaus wird eine "Multi-Use-Immobilie". Wie so eine Umnutzung aussehen kann, will Peek & Cloppenburg auf der Frankfurter Zeil vormachen. Der Gewinnerentwurf aus einem Architekten-Wettbewerb sieht eine öffentliche Nutzung und eine Grundschule vor.

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"Multi-Use-Immobilie" auf der Frankfurter Zeil

hessenschau vom 11.06.2024
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Es ist eines der markantesten Gebäude an der Frankfurter Einkaufsstraße Zeil: Das Gebäude der Modekette Peek & Cloppenburg. Doch auch an dem Branchenriesen geht der Wandel der Innenstädte nicht spurlos vorbei: Die deutschlandweit größte P&C-Filiale hat seit Jahren mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Das imposante Gebäude mit vier Verkaufsetagen ist schlicht zu groß geworden.

Mit einem neuen Nutzungskonzept soll das Gebäude unweit der Konstablerwache deshalb wiederbelebt werden. Für das sogenannte Revitalisierungsprojekt wurde ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnis der Immobilienentwickler Midstad am Dienstag in Frankfurt vorstellte. Gewonnen hat der Entwurf des italienischen Architekturbüros Renzo Piano Building Workshop.

Verschiedene Nutzungsmöglichkeiten

Der Entwurf zeichne sich besonders durch seine Flexibilität und innovativen Raumkonzepte aus, multifunktionale Flächen böten die Möglichkeit, sich den zukünftig wandelnden Bedürfnissen der Nutzer anzupassen und auf Veränderungen reagieren zu können, heißt es in der Begründung.

Ein Computermodell des geplanten Gebäudes mit Menschen im Vordergrund.

Das neue Gebäude soll demnach verschiedene Nutzungen ermöglichen wie Einkaufen, Freizeitaktivitäten, Arbeit, Gastronomie, Unterhaltung, Sport, Kultur, gewerbliche Apartments und Bildung. Der Hauptmieter Peek & Cloppenburg werde auch nach dem Umbau als einer der Ankermieter im Haus verbleiben.

"Die Transformation der Zeil ist ein wichtiges Signal für die Zukunft unserer Innenstadt und strahlt in die gesamte Region", sagte Frankfurts Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) bei der Vorstellung.

Einzug einer Grundschule denkbar

Für Diskussionen hatte im Vorfeld vor allem die Idee gesorgt, in dem Gebäude auch eine zweizügige Grundschule anzusiedeln. Die "gut gelungene Integration der Schule in das Gesamtkonzept" sei von der Jury besonders positiv bewertet worden, hieß es jetzt bei der Vorstellung.

Ob die Stadt tatsächlich Mieterin der Immobilie wird, ist aber noch nicht entschieden. Die nächste Phase bestehe aus der Weiterentwicklung des Planungsentwurfs, dem sich voraussichtlich ab Sommer ein Bebauungsplanverfahren anschließen wird, so der Projektentwickler.

Zu dem Architektenwettbewerb waren sieben Architekturbüros eingeladen. Das Frankfurter Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt Büros kam auf Platz zwei, das ebenfalls aus Frankfurt stammende Büro Holger Meyer Architekten belegte den dritten Platz.

Als Eckpfeiler hatte JC Real Estate den Büros mitgegeben, dass es "lebendige Treffpunkte wie Dachterrassen" geben solle sowie eine Multifunktionshalle in der Größe eines Basketballfeldes. Auch ein Boutique-Hotel mit 60 Zimmern war demnach vorgesehen.

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