Flauschig selten Rauhautfledermaus erstmals in Hessen nachgewiesen

Sie fressen gerne Stechmücken, können locker 1.000 Kilometer weit fliegen und sind jetzt erstmals in Hessen nachgewiesen worden: In einem Wald bei Hanau leben seltene Rauhautfledermäuse - und haben eine Menge Nachwuchs.

Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) sitzt auf einer Hand.
Rauhautfledermäuse werden bis zu sechs Zentimeter groß und wiegen zwischen sechs und zehn Gramm. Bild © IMAGO / Imagebroker
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Früher sei sie hier heimisch gewesen, doch lange Zeit waren Rauhautfledermäuse verschwunden aus Hessen, erklärt das hessische Umweltministerium - und freut sich: Jetzt konnte erstmals eine ganze Kolonie der seltenen Tiere in Hanau (Main-Kinzig) offiziell nachgewiesen werden.

Naturschützer sind der Fledermausart auf die Spur gekommen: Ein Exemplar sei über ein Fangnetz im Hanauer Hirzwald eingefangen und mit einer Art Peilsender bestückt worden, erklärte das Umweltministerium dem hr. Dieser Sender führte die Forscher zu einem Baum, in dem 47 Junge gezählt wurden. Es gibt also offenbar nicht nur wenige Exemplare, sondern kräftigen Nachwuchs.

Fledermaus-Hotspot zwischen A66 und Hanau-Mittelbuchen

Die winzigen Säugetiere haben es sich offenbar in dem Wald, der zwischen der Autobahn 66 und dem Stadtteil Mittelbuchen liegt, bequem gemacht. "Hier gibt es einen Hotspot für Fledermäuse", sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) bei einem Besuch des Hirzwaldes am Montagabend.

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Mit 100.000 Euro vom Ministerium soll nun im Hanauer Wald aktiv Naturschutz betrieben werden. Mit dem Geld soll die Stadt Tümpel und Bäche anlegen und aufstauen. Die Hoffnung: Damit soll die Wiedervernässung des Bodens gefördert werden, um damit Fledermäusen, aber auch Erdkröten, Ringelnattern und anderen Arten, die eine feuchte Umgebung lieben, einen passenden Lebensraum zu bieten.

In der feuchten Umgebung können sich Insekten gut vermehren - und die stehen ganz oben auf dem Speiseplan der Rauhautfledermaus. Die Menschen in Hanau könnte das freuen: Ganz besonders mag das Tier laut Naturschutzbund (NABU) Stechmücken, Kriebelmücken und Schnaken. Tausende Insekten könne eine einzige Fledermaus in einer Nacht vertilgen, erläuterte Landschaftsökologe Axel Krannich.

Der Zugvogel unter den Fledermäusen

Rauhautfledermäuse werden bis zu sechs Zentimeter groß und wiegen zwischen sechs und zehn Gramm - etwa so viel wie gut zwei Stück Würfelzucker. Dennoch sind sie echte Langstrecken-Flieger.

Zwischen ihrem Sommerlebensraum und ihrem Winterschlafplatz könnten die Tiere Flugstrecken von mehr als 1.500 Kilometern zurücklegen, berichtet der NABU. Die weiteste bekannte Entfernung sei 1.905 Kilometer zwischen Lettland und Südfrankreich gewesen.

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Sendung: hr1, 5.9.2023, 7.30 Uhr

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Quelle: hessenschau.de, dpa, dpa/lhe