Schwarzes Auto mit offenen Türen auf Brücke

Nach einer Geldautomaten-Sprengung in Hofheim hat der Fahrer des Fluchtautos an der Schiersteiner Brücke bei Wiesbaden die Kontrolle verloren. Der Wagen wurde beschädigt, mutmaßlich drei Täter sind weiterhin auf der Flucht.

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Unfall nach Geldautomaten-Sprengung

Schwarzes Auto mit offenen Türen im Dunkeln auf Brücke
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Geldautomaten-Sprengung im Taunus, Flucht über die Autobahn, Unfall an der Schiersteiner Brücke – und die Täter sind noch nicht gefasst. Szenen aus einem Actionfilm? Nein, diese spektakuläre Flucht hat sich nach Angaben der Polizei am Dienstagmorgen zwischen Hofheim und der A643 in Höhe der Anschlussstelle Mainz-Mombach ereignet.

Bei Sprengung kein Bargeld gestohlen

Der Geldautomat wurde kurz vor 4 Uhr in einer Bankfiliale im Hofheimer Stadtteil Diedenbergen gesprengt. Wie die Polizei auf hr-Nachfrage mitteilte, sahen Zeugen nach einem lauten Knall ein Auto wegfahren. Es wurde kein Bargeld gestohlen, wie ein Polizeisprecher am Vormittag sagte. Der Unfall ereignete sich nur etwa 20 Minuten, nachdem die Sprengung gemeldet worden war.

Nach Angaben der Mainzer Polizei hatte der Fahrer des hochmotorisierten Wagens kurz nach der Schiersteiner Brücke aus Hessen kommend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und einen schweren Unfall verursacht. Das Auto wurde dabei erheblich beschädigt und ist nicht mehr fahrbereit. Durch den Unfall wurde der Fahrbahnteiler auf die Gegenfahrbahn verschoben.

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Geldautomat in Hofheim gesprengt

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Drei Täter vermutet

Die Insassen flohen, nach ihnen wurde per Großaufgebot gesucht - unter anderem mit einem Hubschrauber und Spürhunden. Am Nachmittag stellte die Polizei die Fahndung zunächst ein. Am Mittwoch fehlte von den Tätern weiterhin jede Spur. Nach Aussage eines Sprechers gehen die Beamten derzeit von drei Tätern aus, die bei der Sprengung in Hofheim vermummt gewesen sein sollen. Die Polizei warnte davor, Anhalter mitzunehmen.

Das Unfallauto wurde von Spezialisten des Landeskriminalamtes untersucht. Gefährliche Substanzen wie zum Beispiel Sprengpakete befanden sich nicht in dem Wagen.

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Weniger Sprengungen 2022

2022 wurden laut Landeskriminalamt in Hessen weniger Geldautomaten gesprengt als im Vorjahr. [mehr]

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Die Autobahn war wegen des Polizeieinsatzes zwischen Mainz-Gonsenheim und Wiesbaden-Äppelallee in beiden Richtungen für mehrere Stunden gesperrt. Am Vormittag wurde die Fahrbahn zunächst in Richtung Wiesbaden wieder freigegeben, am Mittag wurde auch die Sperrung in Richtung Mainz aufgehoben.

Weniger Beute, mehr Schäden

Im vergangenen Jahr war in Hessen die Zahl der Geldautomatensprengungen entgegen des Bundestrends gesunken. 41 Fälle notierte das Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden, im Jahr zuvor waren es 56 gewesen. Die Täter stammten meist aus den Niederlanden und reisten nur für die Taten nach Deutschland, anschließend würden sie mit hochmotorisierten Fahrzeugen auf der Autobahn davon rasen, hieß es vom LKA.

Die Diebstahlsumme ist nach Angaben des LKA von 2,5 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 1,8 Millionen Euro im Jahr 2022 gesunken - allerdings stieg in diesem Zeitraum die Summe der Sachschäden von rund 2,5 Millionen Euro auf mehr als 4,9 Millionen Euro an.

Seit dem Jahr 2019 hat die Behörde ihre Arbeit in diesem Bereich etwa durch eine stärkere Zusammenarbeit mit den Banken intensiviert, 50 Tatverdächtige wurden seither ermittelt und 20 Menschen rechtskräftig verurteilt. 

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