Vor dem Eingang des roten Backsteinaltbaus steht ein Polizeiauto. In dem Haus hat die Frauencomputerschule ihre Räumlichkeiten.

In einem Hauseingang in Kassel hat eine Tasche voller entzündlicher Materialien gebrannt. Es kam zu "kleineren Explosionen". Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus – und schließt ein rassistisches Motiv nicht aus.

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"Kleinere Explosionen": Verdächtige Tasche in Kassel

Ermittler leuchten auf auf Treppe liegende Tasche
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Nach dem Brand einer Tasche in Kassel mit "kleineren Explosionen" gehen die Ermittler von einer vorsätzlichen Tat aus. Die Tasche sei am Montagnachmittag gegen 17.20 Uhr in einem Hauseingang in der Wilhelmshöher Allee im Kasseler Stadtteil Vorderer Westen abgestellt worden, teilten Polizeipräsidium Nordhessen und Staatsanwaltschaft Kassel am Dienstag gemeinsam mit.

Nach bisherigen Erkenntnissen befanden sich in der Tasche brennbare Substanzen sowie mehrere Nägel. Diese seien offenbar mit Absicht angezündet worden.

Vor dem Eingang des Hauses sind Schmauchspuren zu sehen. Dazu liegt dort eine zerknitterte Ukraine-Flagge.

Passantin bei Löschversuch leicht verletzt

Anwohner und Passanten hätten versucht, das Feuer zu löschen. Dabei soll es zu "kleineren Explosionen" gekommen sein, dabei sei eine 30 Jahre alte Passantin leicht im Gesicht verletzt worden. Weitere Personen wurden nach derzeitigem Kenntnisstand nicht verletzt, am Gebäude sei kein größerer Schaden entstanden.

Wegen der Spurensicherung wurde der Tatort bis etwa 21.30 Uhr abgesperrt. Bis spät in die Nacht vernahmen die Ermittler Zeugen.

Vor Computerschule für Migrantinnen

Die Hintergründe sind laut Polizei aktuell noch unklar. Hinweise auf ein Motiv lägen nicht vor. Man ermittle in alle Richtungen.

Allerdings befinde sich in dem Gebäude eine Computerschule, in der unter anderem Kurse für Frauen mit Migrationshintergrund gegeben werden. Daher könne eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen werden.

Aus diesem Grund habe der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen die Ermittlungen übernommen. Für die Ermittlungen werde eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet.