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Wolfsexpertin Ebel: "Es gab keine Anzeichen"

Wölfin mit Welpen im Wildtierpark Alte Fasanerie in Hanau

Acht junge Wölfe stromern jetzt durch das Gehege in der Alten Fasanerie in Hanau. Ein Besucher hat die Kleinen zufällig entdeckt. Dass es zu dem Nachwuchs kommt, wollte der Wildpark eigentlich ausschließen.

Die Alte Fasanerie in Hanau hat unverhofft Zuwachs in ihrem Wolfsgehege bekommen. Wie der Wildpark dem hr am Montag bestätigte, gibt es dort seit Kurzem acht junge Wölfe.

"Ich war wie vor den Kopf geschlagen, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte", sagte die Wolfsexpertin der Fasanerie, Marion Ebel, im Gespräch mit hr1. Ein Besucher hatte die Wildpark-Leitung auf den Nachwuchs aufmerksam gemacht, nachdem er die Welpen gehört hatte. Das vor einer Woche.

Welpe aus dem Vorjahr könnte der Vater sein

Dass der Nachwuchs für den Wildpark so überraschend kam, liegt daran, dass der Rüde im Rudel sterilisiert war. Das habe der Wildpark im vergangenen Jahr sogar noch einmal kontrolliert, sagte Ebel - weil es auch damals schon Nachwuchs gab.

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"Wir können es uns nur so erklären, dass er weder letztes noch dieses Jahr der Papa der Welpen war", sagt die Wolfsexpertin. Stattdessen vermutet sie, dass ein ganz junger Wolf aus dem Rudel die acht neuen Welpen gezeugt hat.

Regenwetter treibt Junge aus dem Bau

Anzeichen, dass die Wölfin schwanger war, hatte nicht gegeben, wie die Expertin berichtete. Dass die scheuen Wolfsjungen sich nun zeigten, könnte am Wetter gelegen haben. "Es hatte viel geregnet, und sehr wahrscheinlich waren die Höhlen, die die Wölfin gegraben hatte, nass", glaubt Ebel. "Das war der Grund, warum sie die Welpen aus der Höhle geschafft hat."

Für die Alte Fasanerie wird das nun sprungartig gewachsene Rudel künftig allerdings zu groß. Deshalb werden wohl nicht alle Welpen bleiben können. "Wir haben nicht vor, alle zu behalten", sagt Ebel.

Zwei Parks hätten bereits Interesse bekundet. Trotzdem will der Wildpark diesmal auf Nummer sicher gehen, wie Ebel sagte: "Spätestens bei der zweiten Impfung werden wir sie alle sterilisieren und kastrieren - denn wir wollen auf keinen Fall noch mal Nachwuchs."

"Psycho" Gunther muss notfalls umziehen

Sollten doch alle Wölfe in der Fasanerie bleiben müssen, will der Park ihnen mehr Platz schaffen: Ein größeres Gehege werde derzeit nur vom Einzelgänger "Gunther" bewohnt, der - ganz unüblich für einen Wolf - keine Gesellschaft möchte. "Er ist ein Psycho, unser Gunther", sagte Ebel mit einem Augenzwinkern: "Er müsste dann in ein kleineres Gehege ausweichen."

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